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Epishine bringt erstes Gerät mit organischer Solarzelle auf den Markt

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Schwedisches Cleantech-Unternehmen Epishine integriert flexible, organische Solarfolie in digitales Thermostat für den Lebensmittel-Einzelhandel, das keine Batterie mehr benötigt

Das schwedische Cleantech-Unternehmen Epishine will gemeinsam mit TempOnline Batterien aus Sensoren in Einzelhandelsgeschäften verbannen. Im ersten Schritt entstand ein Sensor zur Temperaturüberwachung, der seine Energie ausschließlich aus den organischen Solarfolien bezieht – diese können nach dem Prinzip des Indoor Energy Harvesting mit dem vorhandenen Licht genügend Energie für „Low Energy“-Devices bereitstellen.

Der Schritt aus dem Labor in ein Lebensmittelgeschäft ist für Epishine ein bedeutsamer Meilenstein. Erst kürzlich trat das Unternehmen der EnOcean-Alliance bei, in der verschiedene Technologien rund um Energy Harvesting gebündelt werden. Die klassische Energy Harvesting-Technologie nutzt Temperaturunterschiede, etwa beim Betätigen eines Lichtschalters durch einen Menschen, um die notwendige Energie bereitzustellen, um per Funk das Licht einzuschalten.

Mit Light Energy Harvesting-Modulen haben wir jetzt ein nachhaltigeres und stärkeres Angebot, und wir wissen, dass in allen Unternehmen, die mit Lebensmitteln umgehen, ein großer Bedarf besteht. Unsere Lösung bedeutet, dass sie eine der vielen Aufgaben ihres Alltags erledigen können, d. H. Manuelle Temperaturmessungen von Kühl- und Gefriergeräten. Darüber hinaus ist diese Lösung nachhaltig.

Jens Jensen, CEO von TempOnline

Die Solarzelle von Epishine wird in einem Druckverfahren hergestellt und nutzt das Licht in Innenräumen, um Energie zu erzeugen. Allein in Schweden gibt es Tausende Lebensmittelgeschäfte, in denen die Temperaturen der Kühl- und Gefrierschränke jeden Tag manuell überprüft werden.

Mit der Lösung von Epishine-Kooperationspartner TempOnline können Einzelhändler nun Zugang zu einer automatisierten Temperaturüberwachung über Sensoren erhalten, die nach einem Kalender die Werte übertragen. Dank der biegsamen Technologie von Epishine sind keine Batterien oder der Anschluss ans Stromnetz nötig.

Solarzelle Epishine Energy Harvesting
Epishine bietet organische Solarzellen für Indoor Energy Harvesting.

Die ersten Prototypen des TempOnline-Systems wurden nun Anfang März bei ICA Nära Marcus, einem Lebensmittelgeschäft im schwedischen Väderstad, installiert:

Für uns bedeutet das eine Einsparung von Zeit und Ressourcen. Außerdem ist es spannend, Zugang zu einer innovativen und nachhaltigen neuen Technologie zu haben, die uns bei der Temperaturmessung von Gefriergeräten und Kühlern hilft.

Marcus Andersson, ICA-Lebensmitteleinzelhändler

Internet der Dinge bietet gewaltigen Markt für Epishine

Doch der Markt für kleine Geräte, die in Zukunft auf den Markt kommen und dem Internet der Dinge zugerechnet werden, ist gigantisch groß. Diesen Markt mit Billionen angeschlossener Sensoren und ähnlicher Geräte adressiert Epishine mit seiner Technologie im ersten Schritt. Nach eigenen Angaben verfügt die Solarzelle über „den besten Wirkungsgrad des Marktes in Innenräumen“ und ist für diese Devices damit hervorragend geeignet.

Unsere dünnen und flexiblen Module für die Lichtenergiegewinnung sind optimiert, um die Energieabsorption durch Innenlicht zu maximieren. Dies führt zu Kosten- und Zeiteinsparungen, da die Module zur Erzeugung von Lichtenergie nicht so ersetzt werden müssen, wie dies bei Batterien der Fall wäre.

Mattias Josephson, CEO von Epishine

In Deutschland gibt es mit otego beispielsweise ein Cleantech-Startup, das Temperaturunterschiede ausnutzen möchte. Das KIT-Spinoff verwendet ebenfalls ein Rolle-zu-Rolle-Druckverfahren, Vor einem Jahr zeigte otego einen Prototyp im Rahmen der Hannover Messe 2018. An organischen Solarfolien für den großflächigen Einsatz etwa an Gebäudefassaden arbeitet auch das Dresdner Cleantech-Unternehmen Heliatek.

Epishine indes wird auch am ersten Tag des Berliner Ecosummit-Events im Mai auftreten und sein Unternehmen vorstellen. Im Vergangenen Herbst schloss das Cleantech-Startup eine millionenschwere Finanzierungsrunde erfolgreich ab.

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