Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Koolen Industries investiert Millionen in Wärmespeicher-Startup Kraftblock

0 177

Fonds des Unternehmers Kees Koolen steckt etwas mehr als drei Millionen Euro in den Hersteller von Wärmespeichern.

Wie das Handelsblatt exklusiv vermeldet, hat das niederländische Unternehmen Koolen Industries über einen Fonds einen mittleren, einstelligen Millionenbetrag in das Cleantech-Startup Kraftblock investiert. 2019 war Frank Thelen beim Wärmespeicher-Unternehmen von Martin Schichtel eingestiegen und bescheinigt ihm Milliardenpotenzial. Kees Koolen hat einst das Reiseportal Booking.com mitgegründet und immer wieder in Startups wie Uber und Hyperloop investiert.

Neben dem frischen Kapital sieht Kraftblock-CEO Martin Schichtel auch in den Bereichen Support und Netzwerk großen Mehrwert durch den neuen Investor für sein Unternehmen. Die neue Konstellation werde es Kraftblock ermöglichen, schnell und zielgerichtet zu skalieren. Laut Handelsblatt investiert Koolen Industries „etwas mehr als drei Millionen Euro“ – und sichert damit das Fortbestehen von Kraftblock für die kommenden 1,5 bis zwei Jahre.

Koolen Industries ist nach eigener Beschreibung eine Unternehmensgruppe, die Verbrauchern und Industrie vollständige, integrierte Lösungen für saubere Energie anbietet. In ihrem Portfolio finden sich Unternehmen in den Bereichen Solarenergie, Lithiumbatterien, Power-to-Gas-Lösungen und Ladeinfrastruktur.

In den letzten Monaten hat es bei Kraftblock offenbar bedeutsame Fortschritte gegeben. Das Handelsblatt berichtet über Gespräche über 30 Projekte, die laufen würden. Einige davon seien kurz vor der Unterzeichnung. Die Industrie entdeckt offenbar die Möglichkeiten des Wärmespeichers von Kraftblock – die Anfragen stammen etwa aus der Stahlbranche und der Abfallentsorgung.

Funktionsweise des Kraftblock-Wärmespeichers, in den Koolen Industries investiert.
Visualisierung der Funktionsweise des Kraftblock-Wärmespeichers.

Gerade die energieintensiven Branchen wie Stahl, Aluminium oder Beton können die Kraftblöcke aus dem Saarland einsetzen, um bislang verpuffende Abwärme zu speichern – und dann wieder nutzbar zu machen, wenn sie in Prozessen gebraucht wird. Fast 70 Prozent der verbrauchten Energie werden heutzutage für die Erzeugung der sogenannten Prozesswärme verbraucht. Der Wärmespeicher des Cleantech-Startups kann Abwärme mit bis zu 1.300 Grad Celsius aufnehmen und in einem recycelbaren Medium zwischenspeichern.

Der Wärmespeicher von Kraftblock basiert im Kern auf Nanotechnologie und soll deutlich effizienter sein als bisher am Markt verfügbare Thermalspeicher, die meist Salz oder Beton als Speichermedium nutzen. Das von Kraftblock entwickelte Granulat speichert Temperaturen von bis zu 1.300 Grad und kommt so auf eine den Angaben des Unternehmens zufolge deutlich höhere Gesamteffizienz.

Energiespeicher sind ein wichtiger Baustein für unser Vorhaben, die Emissionen aus der Industrie zu senken und auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die Technologie von Kraftblock macht beide Ziele möglich. Indem sie die Abwärme aus der Industrie, die normalerweise nicht verwendet wird, wieder als Energie nutzbar macht, ermöglicht die Kraftblock-Technologie die Dekarbonisierung der Industrie. Die Speicherung erneuerbarer Energien durch Kraftblock ermöglicht es Menschen, jederzeit auf saubere Energiequellen zurückzugreifen.

Kees Koolen, Koolen Ventures

Und auch Frank Thelen blickt positiv auf die nun anstehende Internationalisierung und die Ausweitung der Mitarbeiterschaft sowie die Umfirmierung in Kraftblock GmbH: „Koolen Industries verfolgt, genau wie Freigeist, das Ziel, mithilfe von neuen Technologien eine der größten Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen – die Energiewende. Hier liefert Kraftblock einen zentralen Baustein, der bisher fehlte.“

Kraftblock-Gründer Martin Schichtel zieht übrigens Konsequenzen daraus, dass in Deutschland derzeit oft die Investitionsbereitschaft fehlt. „Wir wollen uns dort bewegen, wo sich der Markt bewegt“, sagt er. „Deutschland sagt, es sei Vorreiter in Sachen Energiewende, aber hier tut sich gerade nicht wirklich viel.“

Es ist also davon auszugehen, dass die ersten Projekte im europäischen Ausland oder in Asien angepackt werden. Eine Erfahrung, die auch ein Mittelständler wie die Schmid Group gemacht hat: Das Unternehmen versuchte lange, Projekte für ihren Redox-Flow-Speicher in Deutschland aufzubauen. Letztlich entstehen mittlerweile die ersten Fabriken und Anlagen in Saudi-Arabien, etwa im Rahmen der Wunderstadt NEOM City.

VG Wort Identifikation

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.