Fahrzeugflotte von OPES Solar Mobility mit Solardaechern: Lkw, Bus, Kuehl-Lkw, Transporter und Wohnmobil auf einem ParkplatzOPES Solar Mobility / Sebastian Willnow

FIRMENPORTRÄT

OPES Solar Mobility

Fahrzeugintegrierte Solarmodule aus Sachsen

Fahrzeugflotte von OPES Solar Mobility mit Solardaechern: Lkw, Bus, Kuehl-Lkw, Transporter und Wohnmobil
Vom Lkw bis zum Wohnmobil: OPES Solar Mobility integriert Solarmodule in unterschiedlichste Fahrzeugtypen. (Bild: OPES Solar Mobility)

OPES Solar Mobility ist ein deutsches Joint Venture, das leichte, flexible Solarmodule für Fahrzeuge fertigt. In Zwenkau bei Leipzig betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben Europas erste Fabrik für fahrzeugintegrierte Photovoltaik. Die Module versorgen Wohnmobile, Kühlanhänger, Busse und Lkw-Kabinen mit Solarstrom.


Technologie: Solarmodule, die Stöße aushalten

Solarmodule für Fahrzeuge müssen andere Anforderungen erfüllen als Module auf dem Hausdach. Sie müssen leicht sein, gekrümmten Flächen folgen und Vibrationen, Temperaturschwankungen und Hochdruckreiniger überstehen. OPES Solar Mobility fertigt deshalb keine gerahmten Glasmodule, sondern flexible Laminate auf Basis langjähriger Erfahrung aus der Off-Grid-Modulproduktion.

Kern der Technologie ist eine Matrix-Architektur. Die einzelnen Solarzellen werden in einem ziegelartigen Muster verschaltet. Wird ein Teil des Moduls durch Dachaufbauten, Schatten oder Schmutz verdeckt, bleiben viele Zellen aktiv. Das reduziert die Verluste, die bei klassischer Reihenverschaltung schon durch geringe Teilverschattung entstehen.

SO ENTSTEHT EIN FAHRZEUG-SOLARMODUL

  1. 1 · SolarzellenHocheffiziente Siliziumzellen bilden die Basis des Moduls.
  2. 2 · Matrix-VerschaltungZellen werden ziegelartig verschaltet, damit Teilverschattung wenig Ertrag kostet.
  3. 3 · Flexibles LaminatEinbettung in ein leichtes, gekrümmt verformbares Laminat statt in Glas.
  4. 4 · Montage am FahrzeugIntegration in Dach, Aufbau oder Kabine des Fahrzeugs.

Die Module sind so robust, dass sie hohen Temperaturen, Stößen, Vibrationen und sogar Hochdruckreinigern standhalten. OPES Solar Mobility hält dafür mehrere Patente auf Produktionsverfahren und Modulkonstruktionen. Die Technologie wurde über Jahre mit dem Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle und dem Fraunhofer ISE entwickelt.

Wo die Module eingesetzt werden, und wo nicht

Den größten Nutzen bringt fahrzeugintegrierte Photovoltaik bei Fahrzeugen mit viel Dachfläche und hohem Nebenverbrauch. OPES Solar Mobility adressiert deshalb Wohnmobile, Kühlanhänger, Stadtbusse und Lkw-Kabinen. Der Solarstrom versorgt Kühlung, Klimatisierung und Hilfsaggregate, erhöht die Reichweite von Elektrofahrzeugen und senkt bei Dieselfahrzeugen den Kraftstoffverbrauch der Nebenverbraucher.

Die Grenzen sind klar zu benennen. Ein Solardach ersetzt bei einem vielfahrenden Lkw nicht den Ladevorgang, sondern ergänzt ihn. Der Ertrag hängt von Standort, Jahreszeit und Nutzungsprofil ab. VIPV ist ein Effizienzhebel und eine Entlastung, kein Ersatz für Batterie und Ladeinfrastruktur.

Wer hinter OPES Solar Mobility steckt

OPES Solar Mobility entstand 2023 als Joint Venture des Modulspezialisten OPES Solutions und eines deutschen Family Office. Geschäftsführer ist Robert Händel, zugleich Gründer und Geschäftsführer der Muttergesellschaft OPES Solutions. Diese fertigt seit 2012 leichte Solarmodule für Off-Grid- und mobile Anwendungen, das bisherige Werk steht im chinesischen Changzhou.

Mit dem Standort Zwenkau verlagert OPES bewusst Fertigungskompetenz nach Deutschland. Bis 2026 sollen am sächsischen Standort rund 120 Mitarbeiter*innen arbeiten, zunächst Ingenieur*innen, Logistik- und Softwarefachleute, später auch Facharbeiter*innen. Die Nähe zu Fraunhofer CSP in Halle und zur Universität Leipzig war laut Händel ein zentraler Standortgrund.

Marktposition und Wettbewerb

OPES Solar Mobility positioniert sich als spezialisierter Modulhersteller, nicht als Fahrzeugbauer. Das unterscheidet das Unternehmen von den früheren Solarauto-Pionieren. Wettbewerber im selben Feld sind Sono Motors mit dem Solar Bus Kit und Lightyear mit seinen On-Board-Solarsystemen, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Mit der Werkseröffnung in Zwenkau im Oktober 2025 beansprucht OPES Solar Mobility, Europas erste Fabrik speziell für fahrzeugintegrierte Photovoltaik zu betreiben. Auf rund 12.000 Quadratmetern entstehen Module für mehr als 15 Partner und Kunden in Europa, Afrika und Südamerika. Die europäische Fertigung soll eine verlässliche Lieferkette schaffen und Transportemissionen senken.

Einordnung: Warum europäische VIPV-Fertigung zählt

Bei Standard-Solarmodulen ist die Volumenfertigung längst nach Asien abgewandert. Fahrzeugintegrierte Photovoltaik ist ein anderes Spiel: ein maßgefertigtes, leichtes, hochintegriertes Spezialprodukt, bei dem Nähe zu Fahrzeugherstellern und Forschungspartnern zählt. Genau hier setzt OPES an.

Die EU-Studie SolarMoves hat 2026 erstmals beziffert, wie groß der Markt sein könnte: Würden alle Neuwagen ab 2024 mit VIPV ausgestattet, sänke der europäische Strombedarf 2030 um 15,6 Terawattstunden. Wer früh in Europa fertigt und den Standard mitprägt, sichert sich einen Vorsprung. OPES Solar Mobility ist dafür ein industrieller Beleg, dass diese Wette ernst gemeint ist.

Meilensteine

HORIZONTAL SCROLLEN ›

  1. 2012

    OPES Solutions gegründet, Werk in Changzhou (China)

  2. 2023

    Joint Venture OPES Solar Mobility gegründet

  3. FEB 2024

    Zwenkau bei Leipzig als Produktionsstandort bekannt gegeben

  4. OKT 2025 NEU

    Werkseröffnung: nach eigenen Angaben Europas erste VIPV-Fabrik

Häufige Fragen

Was ist OPES Solar Mobility?

OPES Solar Mobility ist ein 2023 gegründetes deutsches Joint Venture, das leichte, flexible Solarmodule für Fahrzeuge (fahrzeugintegrierte Photovoltaik, VIPV) entwickelt und fertigt. Der Produktionsstandort ist Zwenkau bei Leipzig.

Was ist das Besondere an den Modulen?

Die Module sind leicht, flexibel und robust gegen Vibration, Temperatur und Hochdruckreiniger. Eine Matrix-Verschaltung hält viele Zellen aktiv, auch wenn Teile des Moduls verschattet sind, was die Ertragsverluste reduziert.

Für welche Fahrzeuge sind die Module gedacht?

Vor allem für Wohnmobile, Kühlanhänger, Stadtbusse und Lkw-Kabinen. Der Solarstrom versorgt Kühlung, Klimatisierung und Hilfsaggregate, erhöht die Reichweite von E-Fahrzeugen und senkt bei Dieselfahrzeugen den Verbrauch der Nebenverbraucher.

Wo produziert OPES Solar Mobility?

In Zwenkau bei Leipzig. Das im Oktober 2025 eröffnete Werk ist nach eigenen Angaben Europas erste Fabrik für fahrzeugintegrierte Photovoltaik. Auf rund 12.000 Quadratmetern werden Module für mehr als 15 Partner gefertigt.

Wer steht hinter dem Unternehmen?

OPES Solar Mobility ist ein Joint Venture des Modulspezialisten OPES Solutions und eines deutschen Family Office. Geschäftsführer ist Robert Händel. Entwicklungspartner sind das Fraunhofer CSP in Halle und das Fraunhofer ISE.

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