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Zement ohne Klinker: Französisches Startup mit bahnbrechender Technologie

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Hoffmann Green Cement Technologies feiert erfolgreiches Börsendebüt und will zwei weitere Fabriken für Zement ohne Klinker bauen.

Cleanthinking berichtet hier und in den Social Media-Kanälen (wie etwa Linkedin) seit mehr als zehn Jahren über saubere Technologien, die weniger Energie- und Ressourcenverbrauch versprechen und damit effizienter als bestehende Lösungen sind. Allerdings rennt uns allen im Hinblick auf die Klimakrise die Zeit davon (siehe unser Facebook-Post vom Sonntag) – daher verschiebt sich der Fokus auf die Bereiche mit dem größten Nutzen. Einer davon ist die Zement-Industrie. Und hier gibt es jetzt ein Cleantech-Unternehmen aus Frankreich im Blickfeld, das die CO2-Emissionen mit bahnbrechender Technologie auf ein Fünftel reduziert.

Hoffmann Green Cement Technologies heißt das Cleantech-Unternehmen aus Frankreich, das seit vier Tagen an der Börse Euronext notiert ist und 65,4 Millionen Euro einsammelte. Versprechen des französischen Startups an die Aktionäre: Wir steigern unsere Zement-Produktion und reduzieren CO2-Emissionen um den Faktor 5. Konkret wollen die Franzosen zu der im Januar eröffneten, ersten Produktionsstätte zwei weitere Produktionsstätten in den kommenden Monaten hinzufügen. Eine davon in Paris.

Der Hunger nach Beton, dessen wichtigster Bestandteil Zement ist, ist seit Jahren unstillbar. Allein China verbraucht 2.400 Millionen Tonnen pro Jahr, weil Unmengen Wohnraum in den Städten geschaffen wird. Zum Vergleich: Die deutsche Zementindustrie produziert nur einen Bruchteil: 27,5 Millionen Tonnen. Zementhersteller sind für sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Wären sie ein Land, würden sie auf der Liste der größten Emittenten hinter China und den USA auf Platz 3 stehen.

LafargeHolcim oder HeidelbergCement stehen enorm unter Druck, Emissionen senken zu müssen. Allein bei LafargeHolcim laufen weltweit 80 Projekte, um Emissionen zu reduzieren. Alle großen Hersteller experimentieren mit der Abscheidung von CO2 während der Produktion. Aber Innovationen sind in diesem Markt schwer unterzubringen – wie auch das Beispiel des Cleantech-Startups Celitement aus Deutschland zeigt (Spiegel-Bericht, Bezahlschranke). Tenor: Technologie ist reif, aber Marktakzeptanz schwierig.

Im Vergleich zu den Giganten wie LafargeHolcim, ist Hoffmann Green Cement ein winziges Licht am Horizont. Die Marktkapatialisierung liegt bei ca. 250 Millionen Euro, während es der Gigant auf 30 Milliarden Dollar bringt. Immerhin: Bis 2024 will das Cleantech-Startup die Jahreskapazität mit den zwei neuen Werken auf 550.000 Tonnen verfünffachen – und einen Marktanteil von drei Prozent am französischen Markt erobern. Weilweit werden 4,6 Milliarden Tonnen weltweit hergestellt.

Hoffmann Green: Was macht die Technologie aus?

Wie schafft des Hoffmann Green Cement Technologies nun, die CO2-Emissionen um den Faktor 5 zu senken? Die Antwort ist, dass für den Zement des Unternehmens kein Klinker hergestellt wird. Klinker entsteht besonders energieintensiv beim Erhitzen (1.400 Grad) von Kalkstein bis zur Freisetzung von Kohlenstoff. Es entstehen kleine Kügelchen, die chemisch auch als Calciumoxid bekannt sind – der sogenannte Zementklinker. Als Ersatzstoffe können aber generell auch Flugasche aus Kohlekraftwerken oder Schlacke aus Stahlhochöfen dienen – blöderweise sollen sowohl Kohlekraftwerke als auch Stahlhochöfen bis 2050 aus Klimaschutzgründen weitgehend verschwinden.

Zement ohne Klinker entsteht bei Hoffmann Green Technologies

Statt energieintensiv Zementklinker herzustellen, setzt Hoffmann Green Cement auf Schlacke aus der Herstellung von Gusseisen, gebrannten Ton aus Tonschlamm oder Gips. Dabei sollen die Produktion- und Nutzungseigenschaften den Kriterien von Portland Zement entsprechen.

Fazit: Die Zementproduktion braucht dringend Innovationen – neue Unternehmen wie Hoffmann Green Cement Technologies, die noch dazu ein erfolgreiches Börsendebüt hinlegen, sind hierfür ein wichtiger Teil. Entscheidend wird jedoch die Innovationskraft sein, die die Giganten der Branche im laufenden Betrieb realisieren können. Gleichzeitig braucht es generelle Alternativen zu Beton, die umweltverträglicher sind. Klar ist aber auch: Es wird ein Marathon, denn bereits vor sieben Jahren haben wir über dieses Thema berichtet.

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1 Kommentar
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