ELEKTROMOBILITÄT · 23. MAI 2026

Citroën ë-2CV: Die Ente kehrt zurück, elektrisch und für unter 15.000 Euro

Citroën hat am 21. Mai 2026 die Neuauflage des legendären 2CV bestätigt. Der ë-2CV soll 2028 auf den Markt kommen, unter 15.000 Euro kosten und vollständig in Europa gebaut werden. Das ist keine Nostalgie-Aktion, sondern ein Preissignal.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 4 Min. Lesezeit LESEN


Auf dem Stellantis Investor Day im amerikanischen Michigan hat Citroën-Chef Xavier Chardon am 21. Mai 2026 offiziell bestätigt, was Branchenbeobachter*innen seit Monaten spekulierten: Der 2CV kommt zurück. Elektrisch. Unter 15.000 Euro. Und 2028 produziert in Europa. „Mobilität für möglichst viele Menschen zugänglich machen", so Chardon über das Ziel des neuen Modells, das er als direkte Fortsetzung der Mission des Originals von 1948 beschreibt.

Ein erstes, von Schatten verhülltes Teaserbild zeigt die charakteristischen runden Scheinwerfer und die gewölbte Frontpartie, die den Wiedererkennungswert des Originals trägt. Alle technischen Details folgen beim Pariser Autosalon im Oktober 2026, wo Citroën eine vollständige Studie präsentieren will. Die Serienproduktion beginnt nach aktuellem Plan 2028 im Stellantis-Werk Pomigliano d'Arco bei Neapel, wo bislang der Fiat Panda gebaut wird.

Warum 15.000 Euro der entscheidende Preis ist

Das Kleinwagensegment war bisher die letzte Bastion des Verbrenners. Günstige Elektroautos gab es kaum: Sicherheitsvorschriften, teure Batterien und hohe Entwicklungskosten trieben die Preise nach oben, während einfache Verbrenner-Kleinwagen für 12.000 bis 16.000 Euro im Regal standen. Genau diese Lücke schließt Stellantis jetzt mit dem ë-2CV. Wie das Center Automotive Research in seiner Rabattstudie vom Dezember 2025 zeigt, liegt der durchschnittliche Kaufpreisunterschied zwischen Elektroauto und Verbrenner in Deutschland inzwischen nur noch bei rund 1.340 Euro. Im Kleinwagenbereich besteht diese Lücke noch, aber der ë-2CV sendet das Signal, dass auch dort die Parität kommt.

Wer mehr über den Stand der Preisparität und die globale Marktdynamik der Elektromobilität wissen will, findet die vollständige Einordnung in unserem Artikel Elektroauto 2026: Warum die Transformation nicht aufzuhalten ist. Die aktuellen Zulassungsdaten und Marktzahlen aus dem IEA Global EV Outlook 2026 haben wir im Begleittartikel Elektromobilität 2026: Zahlen, Marktanteile, Trends aufbereitet.

Citroën ë-2CV: Plattform, Batterien und die M1E-Kategorie

Hinter dem ë-2CV steckt mehr als ein einzelnes Modell. Stellantis plant eine neue Familie kleiner Elektroautos auf derselben Plattform, von der wahrscheinlich auch ein elektrischer Fiat unterhalb des Panda, ein Peugeot E-108 und ein Opel e-Karl abstammen. Wer vier Fahrzeuge auf einer Plattform baut, verteilt die Entwicklungskosten auf viermal so viele Einheiten, was den Zielpreis unter 15.000 Euro erst wirtschaftlich machbar macht. Das ist Konzernstrategie, keine Nostalgie.

Als Batterietechnologie gelten Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) als wahrscheinlich. LFP-Batterien verzichten auf teure Rohstoffe wie Nickel und Kobalt, sind thermisch robuster als ältere Zellchemien und haben in den vergangenen Jahren stark an Energiedichte gewonnen. Parallel dazu arbeiten Hersteller wie CATL an Natrium-Ionen-Batterien, die noch günstiger produzierbar sind und besonders für Einstiegsfahrzeuge in Frage kommen. Cleanthinking hat den Stand der Natrium-Technologie zuletzt im Artikel über CATLs Naxtra-Batterie beschrieben. Für den ë-2CV wäre Na-Ion beim Serienstart 2028 eine realistische Option.

Begünstigt wird das Projekt durch eine neue EU-Fahrzeugkategorie namens M1E, die die EU-Kommission für kompakte, leichte und kostengünstige Elektrofahrzeuge einrichtet. Diese Kategorie vereinfacht Zulassungsanforderungen für Kleinst-Elektroautos und macht den Bau sehr günstiger Modelle regulatorisch leichter. Der ë-2CV könnte eines der ersten Serienmodelle sein, das gezielt auf diese Kategorie zugeschnitten wird.

Was bis Oktober 2026 noch offen bleibt

Citroën hat bisher keine konkreten technischen Daten veröffentlicht: Reichweite, Ladeleistung, Motorleistung und die genaue Batteriekapazität folgen erst mit der Studie auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026. Der Serienstart 2028 gilt als realistisch, könnte sich aber je nach Produktionsanlauf auch bis 2029 verschieben. Cleanthinking wird den Artikel nach der Pariser Präsentation aktualisieren.

Was heute schon feststeht: Der ë-2CV ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Trends. Renault bringt den Twingo E-Tech zurück, der R4 ist bereits auf dem Markt, der R5 ebenfalls. Volkswagen arbeitet am ID.2all für unter 25.000 Euro. Europäische Hersteller haben verstanden, dass bezahlbare Elektromobilität die Bedingung dafür ist, dass die Transformation auch den Massenmarkt erreicht, und nicht nur Dienstwagenkäufer und Prosumer mit Photovoltaikanlage.

QUELLEN

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  1. Citroën / Stellantis Media (2026): Die „Ente" kehrt zurück: Citroën belebt den ikonischen 2CV neu, Pressemitteilung 22. Mai 2026.
  2. Auto Motor und Sport (2026): Citroën bringt die Ente zurück: Neuer 2CV kommt als Elektro-Mini, 23. Mai 2026.
  3. Auto Bild (2026): Stellantis bringt die Ente zurück, 23. Mai 2026.
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