Hysata verkauft ersten Elektrolyseur an Industriekonzern

WASSERSTOFF · 24. JUNI 2026

Hysata sichert sich ersten kommerziellen Elektrolyseur-Auftrag

Das australische Cleantech-Unternehmen Hysata will sein erstes Megawatt-System 2027 an einen ungenannten Industriekonzern senden und damit die Marktreife seiner Kapillarelektrolyse-Technologie unter Beweis stellen.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 4 Min. Lesezeit LESEN


Hysata hat nach eigenen Angaben seinen ersten kommerziellen Elektrolyseur-Auftrag unterzeichnet. Das Unternehmen aus Port Kembla liefert ein System im Megawatt-Maßstab in der ersten Jahreshälfte 2027 an einen ungenannten globalen Industriekonzern. Damit vollzieht der Hersteller den Übergang von der Technologievalidierung zur kommerziellen Serienlieferung.

Den Namen des Kunden nennt Hysata bislang nicht. Bekannt ist, dass der Konzern aus einem schwer dekarbonisierbaren Industriesektor stammt und die Abnahme des grünen Wasserstoffs bereits vertraglich gesichert hat. Hysata-CEO Paul Barrett spricht von einem „global führenden Industrieunternehmen".

Für das Unternehmen ist der erste kommerzielle Elektrolyseur-Auftrag ein wichtiger Meilenstein. Er gilt dem Unternehmen als Beleg, dass Kunden in einem Markt, in dem Wirtschaftlichkeit und Umsetzung zählen, auf differenzierte Technologie setzen. Gegründet wurde der Hersteller mit der Überzeugung, dass grüner Wasserstoff nur über einen Effizienzsprung wettbewerbsfähig wird, nicht über schrittweise Verbesserungen.

Technisch setzen die Australier auf eine kapillargespeiste alkalische Elektrolyse. Statt die Elektroden in Flüssigkeit zu tauchen, zieht eine poröse Membran das Wasser direkt an die Elektroden. Das verhindert die Bildung von Gasblasen, die in herkömmlichen Zellen den elektrischen Widerstand erhöhen und Energie kosten.

Das Ergebnis ist eine Systemeffizienz von 95 Prozent. Herkömmliche Anlagen liegen bei rund 75 Prozent, ein Viertel des eingesetzten Stroms geht dort verloren. Da Strom der größte Kostenblock der Wasserstoffproduktion ist, senkt jede Effizienzsteigerung die Gestehungskosten unmittelbar.

Hinzu kommt ein stark vereinfachter Anlagenaufbau. Weniger Nebenaggregate bedeuten kürzere Installationszeiten und eine Konstruktion, die auf hohe Stückzahlen ausgelegt ist. Hysata nennt als Ziel einen Wasserstoffpreis von unter zwei US-Dollar je Kilogramm, etwa die Hälfte heutiger Kosten. In Summe sollen diese Vorteile große Projekte überhaupt erst bankfähig machen.

Für die deutsche Industrie ist genau dieser Hebel entscheidend. Stahlwerke, Chemieparks und Raffinerien benötigen große Mengen günstigen grünen Wasserstoff, um fossile Prozesse zu ersetzen. Die hohen Elektrolyseur- und Stromkosten gelten bislang als zentrale Bremse des deutschen Wasserstoff-Hochlaufs.

Deutschland will seinen Bedarf zu großen Teilen über Importe und heimische Elektrolyse decken. Jede Technologie, die den Strombedarf je Kilogramm Wasserstoff senkt, verbessert die Rechnung für Erzeuger und Abnehmer. Der erste Auftrag ist damit auch ein Signal für die hiesige Offtake-Debatte, obwohl kein deutscher Kunde beteiligt ist.

Vor dem ersten Verkauf hatte Hysata ein internationales Demonstrationsprogramm durchlaufen. Dazu zählte ein Feldversuch in Saudi-Arabien mit dem Energie- und Infrastrukturkonzern Acwa Power. Solche Tests sollen Industriekunden zeigen, dass die Technik außerhalb des Labors zuverlässig läuft. Inzwischen arbeitet das Unternehmen mit Partnern in Asien-Pazifik sowie Nord- und Südamerika, und das Interesse aus Europa und dem Nahen Osten wächst.

Der Markt für grünen Wasserstoff steht unter Kostendruck. Viele angekündigte Projekte erreichen die finale Investitionsentscheidung nicht, weil sich die Wirtschaftlichkeit nicht darstellen lässt. Ein Auftrag mit gesicherter Wasserstoff-Abnahme gilt deshalb als belastbareres Signal als eine bloße Absichtserklärung.

Das erste kommerzielle System wird für Hysata zum Test unter realen Bedingungen. Liefert die Technologie im Dauerbetrieb die versprochenen Kostenvorteile, dürfte das die Nachfrage aus weiteren Industriebranchen beschleunigen. Ob daraus Folgeaufträge in Serie werden, hängt von Lieferzeit und Betriebsdaten des ersten Systems ab. Das nächste Kapitel will Hysata auf den Ausbau der Produktion und die internationale Expansion legen.

95 %

SYSTEMEFFIZIENZ

Rund 20 Prozentpunkte über herkömmlichen Elektrolyseuren

2027

ERSTE LIEFERUNG

Megawatt-System für einen ungenannten Industriekonzern

120+

BESCHÄFTIGTE

Aus mehr als 30 Ländern am Standort Port Kembla

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