Arkeon will die Lebensmittelproduktion mit Archaeen nachhaltig verändern

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Cleantech-Startup Arkeon und Wien wandelt Mikroorganismen mit CO2 in alle 20 Aminosäuren um – als Basis für vielfältige Nahrungsmittel.

Neben den Sektoren Energie und Mobilität wird sich auch die Herstellung von Nahrungsmitteln in den kommenden Dekaden radikal verändern. Ein Cleantech-Unternehmen, das dabei an der Spitze stehen könnte, ist Arkeon Biotechnologies aus Wien. Arkeon hat einen einzigartigen Ansatz entwickelt, um uralte Mikroorganismen (Archaeen) zu nutzen, um CO2 in alle 20 verschiedenen Aminosäuren verwandeln. Diese bilden die Basis für unsere Ernährung. Die Produkte von Arkeon können beispielsweise als Zellkulturen bei der Kultivierung von Fleisch genutzt werden.

In der Cleantech-Welt der transformierten Zukunft ist ganz viel Realität, was heute noch unvorstellbar erscheint. Dass Mikroorganismen höchst intelligent zum Recycling von Plastik eingesetzt werden können, hat das französische Cleantech-Startup Carbios bereits unter Beweis gestellt. Solar Foods aus Finnland hingegen zeigt, dass man Proteine für die Nahrungsmittelproduktion aus Kohlendioxid, Wasser und Ökostrom gewinnen kann. Arkeon Biotechnologies nutzt wiederum spezielle Mikroorganismen, um Kohlendioxid direkt in Aminosäuren als Basis für Lebensmittel zu verwandeln.

Die Technologie von Arkeon bietet erhebliches Potenzial für ganz unterschiedliche Bereiche der Lebensmittelproduktion. Angefangen bei nahrhaften Zutaten in pflanzlichen Proteinproduktion bis zu Aminosäuren für Zellkulturen für kultiviertes Fleisch. Mehr zur Bedeutung von Clean Food als Klimachance gibt es hier. Daneben ist aber auch die Verwendung als Alternative Proteine, Clean-Label-Zutaten für Lebensmittel und Getränke sowie die Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln sowie Geschmacks- und Aromastoffen möglich.

Letztlich verfolgt Arkeon somit das Ziel, ressourcenintensive Industrien in nachhaltige, emissionsarme Systeme zu verwandeln.

Das Besondere an der Technologie von Arkeon, die auch als Gasfermentation bezeichnet wird? Während die Archaeen ihre Arbeit verrichten, futtern sie CO2 – das Treibhausgas, das aus industriellen Quellen stammt und andernfalls in die Atmosphäre gehen würde, wird bei der Wandlung reduziert.

Experten-Team arbeitet an Arkeon-Technologie

Arkeon Biotechnologies wurde Ende 2021 gegründet. Co-Gründer waren die früheren Forscher Dr. Simon Rittmann, Dr. Günther Bochmann und Dr. Gregor Tegl, die in der vergangenen Dekade die technologischen Grundlagen erforschten. Das heutige Experten-Team besteht aus „weltweit führenden“ Archaeabiologen, Verfahrensingenieuren, Lebensmittelwissenschaftlern und Fermentationstechnikern. Ziel ist es, die Lebensmittelproduktion auf globaler Ebene zu verändern – mit der Arkeon-Technologie, die ohne große Landfläche, Tiere oder erhebliche Wassermengen auskommt.

Ganz konkret konnte Arkeon einen neuen, innovativen Ansatz zur Herstellung von Aminosäuren und funktioneller Peptide erarbeiten. Daraus sollen keine eigenständigen Produkte für den Supermarkt entstehen, sondern Zutaten, die Lebensmittel- und Lifestyle-Produkte klimafreundlicher machen.

Zehn Millionen Euro frisches Kapital

Um die eigene Technologie zu verbessern, hat Arkeon mittlerweile zehn Millionen Euro von Investoren erhalten. Anfang 2022 stand zunächst eine Seed-Finanzierungsrunde über mehr als vier Millionen Euro auf der Agenda – im Dezember schließlich kamen sechs Millionen Euro von den strategischen Investoren ICL aus Israel, aws Gründerfonds, FoodHack und Tet Ventures zu dieser Runde dazu. Mit dem frischen Kapital soll die direkte Umwandlung von Kohlendioxid in Proteinzutaten noch effektiver ausgebaut werden. Das bedeutet, dass unter anderem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen wird.

Einschätzung von Martin Jendrischik, Gründer von Cleanthinking.de:

Die Technologie von Arkeon Biotechnologies ist absolut faszinierend, und kann durchaus signifikant zur Bekämpfung des Klimawandels bzw. zur Lösung der Ernährungskrise beitragen. Durch langjährige Forschung dürfte die Basistechnologie gut erforscht sein – und jetzt die Skalierung und Industrialisierung als zentrale Herausforderung anstehen.

Bei der Zusammenarbeit mit Nahrungsmittelunternehmen ist letztlich neben der Skalierbarkeit dann vor allem der Preis entscheidend, ob Zutaten ausgetauscht werden. Hier deuten aber die Faktoren wie kaum Landverbrauch darauf hin, dass es möglich sein müsste, günstiger zu sein als die herkömmliche Herstellung der Zutaten es ermöglicht. Aus meiner Sicht ist es Arkeon durchaus zuzutrauen, die Lebensmittelproduktion mit Archaeen nachhaltig zu verändern.

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