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Climeworks und 44.01 testen geologische CO2-Speicherung in Peridotit-Gestein im Oman

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Geologische Speicherung von CO2 kann potenziell alle seit der industriellen Revolution generierten Treibhausgasemissionen aus der Atmosphäre entfernen.

Im Jahr 2008 haben Peter B. Kelemen und Jürg Matter, zwei Forscher der New Yorker Columbia University, den Nachweis erbracht, dass in bestimmten Peridotit-Gesteinen chemische Reaktionen ausgelöst werden können, die CO2 im Gestein in Form von Carbonaten binden. Die Idee hat gewaltiges Potenzial: Billionen Tonnen Kohlendioxid könnten so aus der Atmosphäre entfernt werden. Jetzt schließt sich das Schweizer Cleantech-Unternehmen Climeworks mit Partner 44.01 zusammen, um genau diesen Prozess im Nahen Osten zu testen.

Climeworks entwickelt eine Technologie zur direkten Abscheidung von CO2 aus der Luft, um sowohl unvermeidbare wie auch historische Kohlendioxid-Emissionen aus der Luft auffangen. und sicher ablagern oder verwendbar machen können. Die modulare Technik lässt sich zu beliebig großen Anlagen stapeln und wird ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben.

Climeworks-Partner 44.01 ist darauf spezialisiert, Kohlendioxid genau in solchen Gesteinsformationen sicher und dauerhaft zu speichern. Für den Prozess setzt das Cleantech-Startup auf erneuerbare Energiequellen. Das Schweizer Cleantech-Unternehmen ist in Island am Carbfix-Projekt beteiligt, das in CO2 dort unterirdisch mineralisiert.

Mittlerweile betreibt Climeworks mehrere Anlagen verteilt in Europa – und sorgt damit beispielsweise für die Kohlendioxid-Versorgung von Gewächshäusern oder der Getränkeindustrie. Außerdem ist Climeworks in Projekte involviert, um auf Basis von Kohlendioxid beispielsweise Kerosin für die Luftfahrt-Industrie herzustellen.

Peridotit ist laut Wikipedia ein „grobkristallines ultramafisches Gestein“, aus dem der größte Teil des Erdmantels besteht. Es enthält mindestens 40 Prozent Olivin – ein Material, das auch für den Kampf gegen die Erderwärmung genutzt werden soll.

Der Oman birgt das Potenzial, Billionen Tonnen CO₂ dauerhaft und sicher in Peridotit-Formationen zu speichern. Dabei wird das CO₂ in natürlichen geologischen Kohlenstoffsenken dauerhaft entfernt und kann nicht wieder in die Atmosphäre entweichen.

Oman bietet laut Climeworks „perfekte Bedingungen“, um CO₂ zu speichern. Der natürliche Prozess erfolgt in alkalischen Umgebungen: Atmosphärisches CO₂ reagiert mit Peridotitgestein, das reich an Magnesium und Kalzium ist, um Karbonate auszufällen.

Damit die Technologien zur direkten Abscheidung und Speicherung von Luft ihre vorgesehene Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels erfüllen können, müssen die Speicherlösungen auf Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr skalierbar sein. Die geologische Speicherung von CO₂ verbindet die Skalierbarkeit und technische Reife auf der einen Seite mit Sicherheit und Dauerhaftigkeit auf der anderen.

Wissenschaftliche Schätzungen zeigen, dass das globale Potenzial zur geologischen Speicherung von CO₂ alle seit der industriellen Revolution jemals emittierten Treibhausgase übersteigt.

1 Kommentar
  1. […] abgeschieden, und gespeichert wird. Neben den Cleantech-Startups Carbon Engineering oder Climeworks, die entsprechende Anlagen im kleinen Maßstab bereits realisiert haben, ist jetzt ein neuer […]

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