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Frankreichs Atomkraft: Energiepolitische Sackgasse statt Kernenergie-Renaissance

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Atomkraft Vorzeigenation Frankreich steckt im Dilemma: Neubau von Flamanville 3 verzögert sich, der überalterte Kraftwerkspark kämpft mit Korrosionsproblemen, die Kosten laufen aus dem Ruder. Trotzdem will Macron neue Kernkraftwerke bauen.

Frankreich hat sich energiepolitisch mit der Atomkraft in eine verheerende Sackgasse manövriert. Denn: Die Hälfte der Kraftwerke des Landes ist außer Betrieb – für Routine-Wartungen oder wegen Reparaturen. Doch Präsident Macron versprach nach der absurden Entscheidung der EU, Kernenergie als nachhaltig einzustufen, den Bau neuer Atomkraftwerke. Eine Entscheidung, die das Land – und ganz Europa – teuer bezahlen wird. Geht damit die nächste Energiekrise von Frankreich aus? Wie steht es um die angebliche Kernenergie-Renaissance?

Ursprünglich wollte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die Abhängigkeit seines Landes von der Atomkraft reduzieren. Im Jahr 2020 schloss Macron ein veraltetes Kraftwerk, kündigte an den Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix verringern zu wollen.

Doch im Februar 2022 verkündete der Politiker seine Kehrtwende: Mindes sechs neue, „fortschrittliche Versionen des Europäischen Druckreaktors EPR“ sollen bis 2050 von EDF gebaut und anschließend betrieben werden. Für sechs neue Reaktoren werden 50 Milliarden Euro Kosten veranschlagt. EDF ist zu 84 Prozent in staatlicher Hand und mit weit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldet. Auch, weil der Bau von Kernkraftwerken in Frankreich (Flamanville 3) und Großbritannien (Hinkley Point C) viel länger dauert, und viel teurer wird, als geplant. So bleibt nur, den Atomkraft-Wahnsinn aus den steuerlichen Einnahmen zu bezahlen.

Mit dem Bau des ersten, „fortschrittlichen EPR“ soll in 2028 begonnen werden. Erhofft wird eine Bauzeit von lediglich sieben Jahren. Studien sollen das Potenzial für zusätzliche acht Reaktoren klären, so dass ein neuer Kraftwerkspark mit 14 Anlagen denkbar erscheint.

Bestehende Atomkraft sollen länger laufen

Der im Schnitt 37 Jahre alte Kraftwerkspark mit 56 Nuklearreaktoren soll modernisiert werden. Macron kündigte im Februar an, die 40-jährige Lebensdauer bestehender Reaktoren auf mehr als 50 Jahre zu verlängern. Für Macron scheint das ein Spaß zu sein: „“Wir müssen Frankreichs großes nukleares Abenteuer wieder aufgreifen“, so der Präsident bei der Verkündung seiner Atomkraft-Strategie.

Dieser Weg, der einher geht mit dem beginnenden Aufbau der Offshore-Windenergie und dem schleppenden Ausbau der Solarenergie in Frankreich, soll die Klimaneutralität 2050 sichern.

Ausbau Erneuerbarer Energien

Macron behauptet, Frankreich könne sich nicht vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen, werde die Atomkraft auch in Zukunft benötigen. Dabei hat Frankreich wesentlich bessere Voraussetzungen für Solar- und Windenergie als beispielsweise Deutschland:

  • Lange Küsten, doch erst jetzt (!) steigt das Land in den Bau von Offshore-Windparks ein – bis 2050 sollen es 50 sein
  • Die Solarleistung soll von heute 12,4 Gigawatt auf 120 Gigawatt ausgebaut werden – aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung mit wesentlich mehr Potenzial als Deutschland. Zum Vergleich: Deutschland will 200 Gigawatt bis 2030.
  • Der Energieverbrauch Frankreichs ist geringer als der von Deutschland.
  • Mit vielen Elektroheizungen ist das Land grundsätzlich sehr gut auf die Transformation vorbereitet, hat weniger Abhängigkeiten von Gas etwa aus Russland.

Im Bereich der erneuerbaren Energien will Frankreich seine Solarkapazität bis 2050 verzehnfachen und 50 Offshore-Windparks bauen, während es derzeit noch keine gibt. Das erste Offshore-Windprojekt soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Frankreichs Kernkraftwerke

Das Land hat 18 Kernkraftwerke, die von EDF betrieben werden. Insgesamt gibt es 56 Reaktoren, die auf drei großen Baureihen basieren:

  • 4 mit einer Leistung von 1.450 Megawatt
  • 20 mit einer Leistung von 1.300 Megawatt
  • 32 mit einer Leistung von 900 Megawatt

Die Kernreaktoren wurden in den 70er und 80er Jahren relativ schnell und standardisiert gebaut. Der große Kraftwerkspark, der mittlerweile im Schnitt 37 Jahre auf der Kuppel hat, entstand im Kern innerhalb von einer Dekade. Das bedeutet aber auch: Wenn die Laufzeit nach 40 oder 50 Jahren vorbei ist, geht verdammt viel Leistung in kurzer Zeit vom Netz, vorausgesetzt, die Anlagen sind überhaupt nutzbar.

Im Jahr 2005 erreichte die Leistungsfähigkeit der französischen Atomkraft ihren Höhepunkt: 420 Terawattstunden wurden produziert, damit deckte das Land 80 Prozent seiner Stromproduktion. 2020 reduzierte sich die Leistung aufgrund vieler Probleme mit den Reaktoren auf 335 Terawattstunden; der Anteil sank auf 67 Prozent.

Aber die Probleme nehmen weiter zu: Derzeit ist die tatsächliche Leistung auf 27,1 Gigawatt begrenzt – von einer installierten Kapazität von 61,4 Gigawatt. Bedeutet: Deutlich mehr als 50 Prozent der Reaktoren bringen momentan keine Leistung. Im April 2022 gab der französische Netzbetreiber bekannt, auch in den kommenden Monaten schon deutlich mehr Strom aus dem europäischen Ausland importieren zu wollen.

Hauptlieferant ist ausgerechnet Deutschland – das Land, dem Frankreichs Elite gerne eine unzureichende Energiepolitik vorhält. Hierzulande ist der Atomausstieg seit Fukushima beschlossene Sache – angesichts der aktuellen Sicherheitslage eine sinnvolle Entscheidung. Gerade jährte sich die Katastrophe von Tschernobyl wieder.

Spannungskorrosion als Problem

Doch die bilderbuchhafte Schilderung der französischen Atomkraft-Industrie hat im wahrsten Sinne Risse bekommen: Ein Großteil der Kernkraftwerke hat mittlerweile von EDF eingestandene Probleme mit Rissen (Korrosion), die den betreibenden Staatskonzern dazu zwingen, langwierige Reparaturen und weitere Ultraschall-Prüfungen vorzunehmen.

Diese Probleme führten im vergangenen Winter 21/22 beinahe zu einem Blackout; die Energiepreise schossen in die Höhe. [Handelsblatt] Am 22. Dezember 2021 musste Frankreich aus allen umliegenden Ländern Strom importieren. Mehr als 60 Prozent davon aus Deutschland und Belgien. Im ersten Quartal 2022 war die Situation sogar noch schlimmer, weil der Anteil der Atomkraft weiter sank. Frankreich war völlig abhängig von Importen.

Noch viel kritischer wird es im kommenden Winter: Während Deutschland und andere Staaten aus russischem Öl, Kohle und Gas aussteigen, will Frankreich verstärkt Strom von den Nachbarländern im europäischen Verbundnetz kaufen.

Selbst Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bezeichnete den Bau des Kernreaktors Flamanville 3 zuletzt als „Misserfolg“. Durchaus eine Untertreibung, bedenkt man, dass der EPR-Reaktor schon seit vielen Jahren am Netz sein sollte, mittlerweile aber frühestens im Jahr 2023 erstmals Strom liefern wird. Die Bauzeit wird dann mehr als 15 Jahre betragen haben – die Kosten sind von drei Milliarden Euro auf mindestens 12,4 Milliarden Euro regelrecht explodiert.

EPR-Reaktoren: Schweißnähte verursachen Probleme

Aktuell machen EDF Schweißnähte, sogenannte Spannungskorrosion, zu schaffen – diese müssen, so verlangt es Frankreichs Atomaufsichtsbehörde ASN trotz mehrmaligen Einspruchs von EDF, erneuert werden. Der Betreiber hat nun einen Plan vorgelegt, wie dies geschehen soll – ferngesteuerte Roboter sollen die Arbeiten übernehmen, weil es offenbar in Frankreich an geeignetem Fachpersonal fehlt. Zur Ausbesserung muss wahrscheinlich eine zweite Sicherheitshülle aus teils meterdickem Beton abgetragen werden. [derstandard]

Die französische Nuklearaufsichtsbehörde Autorité de sûreté ncléaire (ASN) hatte im Frühling 2018 über Qualitätsabweichungen bei einigen Rohrleitungsschweissnähten des sekundären Kühlkreislaufes berichtet. Untersuchungen ergaben, dass 33 Schweißnähte Qualitätsmängel aufwiesen.

Ob die ASN diesen Plan, der dazu führen würde, dass der Betrieb Mitte 2023 starten könnte, absegnen wird, wird sich zeigen. Plan B wäre mit einer Verzögerung um ein weiteres Jahr verbunden.

EPR-Reaktor Druckwasserreaktor Frankreich Kernkraft Kernenergie Atomenergie
Atomkraft made in France: EPR-Reaktor Funktionsprinzip (Von San Jose, Niabot (SVG version) – File:Nuclear power plant pwr diagram de.png, CC BY 3.0, Link)

Flamanville 3 soll mit 1,6 Gigawatt Leistung einer der größten Nuklear-Reaktoren der Welt werden. Er sollte die lange brach liegende französische Atomkraft auf ein neues Level heben – stattdessen zerbricht täglich weiteres Vertrauen in die Ingenieurskunst der Franzosen. Die Kosten sind laut Rechnungshof auf mehr als 19 Milliarden Euro regelrecht explodiert. Vor 2023 ist nicht mit einer Inbetriebnahme zu rechnen. Der Bau begann im Jahr 2004.

Seit der Bauwelle in den 70er und 80er Jahren ist somit kein neues Atomkraftwerk in Frankreich ans Netz gegangen.

Vor Jahren noch hat es EDF geschafft, den gleichen Reaktortyp ins Ausland zu verkaufen: Neun Jahre dauerte der Bau der EPR-Reaktoren Taishan 1 und 2, die mittlerweile mit kräftiger Mithilfe Chinas im kommerziellen Betrieb waren – doch auch hier gibt es Probleme mit Korrosion. Einblicke in den EPR-Reaktor in China gibt es hier:

EPR-Reaktor in Betrieb in China.

Ein weiteres Fiasko ist das EPR-Projekt Hinkley Point C in Großbritannien. Die Kostenschätzungen haben sich auch hier seit dem Baustart verfünffacht, aktuell wird von 20 Milliarden Pfund ausgegangen – das entspricht 23,44 Milliarden Euro. Mit jeder Verteuerungsrunde springen Investoren ab, werden weitere Risiken auf die Steuerzahler übertragen.

Auf der Insel hat EDF nun die Kosten für den Bau eines Reaktors in Sizewell auf 16 Milliarden Pfund beziffert – Kosten, die wesentlich realistischer erscheinen als die, die einst für Hinkley Point versprochen wurden. Eine neue Debatte über die Atomkraft ist dort trotzdem längst entbrannt. [The Telegraph].

Investitionen, die nur von Investoren finanziert werden, wenn das Risiko auf den Steuerzahler abgewälzt wird. Entscheidet sich die britische Regierung gegen eine solche Lösung, dürfte dieses Neubauprojekt zu den Akten gelegt werden [The Guardian, East Anglian].

Damit nicht genug: Auch in Finnland befindet sich ein EPR-Reaktor, der mittlerweile in Betrieb gegangen ist. Olkiluoto 3 schaffte das nach einer Planungs- und Bauzeit von 20 (!) Jahren. [Leonardo di Caprio Foundation] D

er deutsche Siemens-Konzern sprang als Bauherr ab, die Baukosten haben sich vervielfacht. Aufgrund dieser Probleme musste der Areva-Konzern durch die Übernahme von EDF gerettet werden. [Spiegel Online, yle.fi]

Fehlende Transparenz über Kosten der Atomenergie

In Frankreich herrscht eine Sondersituation: EDF ist es untersagt, die Strompreise anzuheben oder ausreichend anzuheben, um kostendeckend arbeiten zu können. Im Gegenzug wird der Staatskonzern immer wieder mit Milliardenhilfen unterstützt, der Strompreis aus dem Staatshaushalt subventioniert. Der Anteil elektrischer Energie aus Kernkraft soll weiterhin hoch bleiben, da der Neubau der Kraftwerke kaum den Wegfall der frühen Kraftwerke wird auffangen können – aufgefangen durch Offshore-Windenergie und andere Erneuerbare Energien. [Power Technology]

Alleine rechnerisch ergibt sich ein gewaltiges Problem: Selbst wenn alle 56 Kernreaktoren 50 Jahre laufen, endet ihr Lebenszyklus im Schnitt in 13 Jahren, also 2035. Für den Bau des ersten, fortschrittlichen EPR sieht Macron einen Baustart im Jahr 2028 und eine Inbetriebnahme in eben jenem Jahr 2035 vor. Doch die Verzögerungen beinahe sämtlicher Kernkraftwerks-Projekte weltweit lässt erwarten, dass dieser Zeitplan nicht einzuhalten sein wird.

Wie Frankreich kurz- und langfristig seinen Strombedarf decken will? Vollkommen unklar. Denn mit steigender Lebensdauer verkürzen sich Wartungsintervalle, die dann auch länger dauern. Die derzeit transparent werdenden, massiven Korrosionsprobleme, die alle drei Reaktortypen betreffen, könnten darüber hinaus zu vorzeitigen Abschaltungen führen.

Tatsächliche Kosten werden verschleiert

Die Verschleierung tatsächlicher Kosten der Atomenergie hat in Europa Tradition: Schon Bundeskanzler Helmut Kohl erhielt in den 90er Jahren in einem Gutachten die Aussage, die komplette Umwälzung aller Kosten der Atomenergie auf den Strompreis würde die Verbraucher überfordern. Also entschied sich Deutschland für indirekte Subventionierung der Atomenergie. Die Folge sind u.a. lachhafte Rückstellungen für die Entsorgung des Atommülls von 40 Milliarden Euro – eine Summe, die nicht ansatzweise ausreicht. Letztlich werden Deutschlands Steuerzahler selbst nach Abschalten aller AKWs noch viele Jahrzehnte zur Kasse gebeten. [ARD, Claudia Kemfert, DIW]

Lazard beziffert die Kosten für ein neues Kernkraftwerk im Jahr 2018 auf 151 Dollar pro Megawattstunde. Im Vergleich dazu kostet Onshore-Windenergie 43 Dollar und Photovoltaik 41 Dollar. [Lazard] Einschränkend muss gesagt werden, dass Onshore-Wind und Solar alleine nicht dauerhaft funktionieren – es braucht zusätzlich Backup-Kraftwerke wie Stromspeicher oder die Umwandlung in Wasserstoff, um eine vergleichbare Situation mit der Atomkraft herzustellen. Das relativiert den Kostenvorteil.

Wird auf Kosten der Sicherheit gespart?

Es ist 15 Jahre her, da reduzierte EDF die Vorhaltung von Ersatzteilen als Maßnahmen zum Kostensparen drastisch. Das führt nach Einschätzung von Experten dazu, dass etwa Pumpen mit alten Dichtungen zusammengebaut werden, weil neue Dichtungen nicht greifbar sind.

Daneben herrscht Personalmangel – gerade bei der Vielzahl der Reparaturen, die heute anstehen, besonders riskant. Es steht zu befürchten, dass dies die Anlagen, die schon aufgrund ihres Alters unsicherer werden, auch hierdurch zusätzlich zum Sicherheitsrisiko werden.

Baut Frankreich neue Atomkraft?

Frankreich hat ein dickes Problem mit seiner Kernenergie, weil die alten Reaktoren unzuverlässiger und neue Reaktoren nicht fertig werden. Auch deshalb war die französische Politik lange Zeit vorsichtig, den Versprechen der EDF-Manager zu glauben: Während die Atom-Lobby Ende 2019 jubilierte, Frankreich wolle sechs neue Atomkraftwerke bauen, fiel diese Entscheidung erst drei Jahre später im Februar 2022.

Frankreichs Umweltministerin Elisabeth Borne ordnete die Aufforderung der Regierung an EDF, ein Konzept für den Bau von sechs neuen Atomreaktoren vorzulegen, ein: Einerseits soll das Konzept erst bis Mitte 2021 vorliegen. Andererseits solle Anfang 2022 angesichts des Debakels um Flamanville 3 überhaupt keine Entscheidung über den Bau getroffen werden. [DIE ZEIT] Unterdessen hat EDF einen Plan zur Wiederherstellung des Vertrauens vorgelegt. [FT].

Auf neue Kernreaktoren zu setzen, ist für Frankreich ein riskantes Spiel: Einerseits muss das Land übergangsweise die Betriebserlaubnis vieler alter Reaktoren um 10 oder 20 Jahre auf 50 oder 60 Jahre verlängern. Andererseits wird selbst dann bei einer durchschnittlichen Bauzeit heutiger Reaktoren von 13 Jahren die Zeit knapp, weil dieser Bauzeit eine jahrelange Planungszeit vorausgeht. Möglicherweise kann die Bauzeit durch den Wechsel zum EPR-2-Typ, der stark vereinfacht wurde, beschleunigt werden. Die Finanzierung müsste überdies angesichts des Rückzugs vieler Investoren aus der Kernenergie weitgehend über den Staatshaushalt erfolgen.

Zur Jahrtausendwende waren die Pläne für die französische Nukleartechnologie gigantisch: EDF, Areva und Siemens wollten in den Nullerjahren den Bau und Export Hunderter EPR-Reaktoren schaffen. Allerdings stellte sich heraus, dass das Modell auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig war. In Frankreich entschied sich der Staat dafür, das Wagnis Atomenergie einzugehen – Deutschland mit Siemens und Großbritannien mit British Energy (verkauft an EDF) zogen sich zurück. [Spiegel Online]

Von dieser „Augen-zu-und-durch-Politik“ übrig geblieben ist nur EDF mit einem Schuldenberg von 30 Milliarden Euro – und der Steuerzahler, der mit Milliardenbeträgen das Desaster ausgleichen muss. Trotzdem will Frankreich an der Atomtechnik festhalten, auch weil die Grande Nation sich davon Macht und Größe verspricht. Dabei wird völlig übersehen, dass Frankreichs Atomkraft in einer energiepolitischen Sackgasse steckt.

Das betrifft den Unterhalt von Atomwaffen genauso wie die zivile Atomindustrie. Sie sei Teil vieler außenpolitischer Deals, berichtet Spiegel Online, etwa wenn es wie im Fall Irans darum ginge, das Land mit ziviler Atomenergie zu versorgen, damit es keine Atomwaffen baue. Angesichts dieses Nutzens werden klimapolitische und ökonomische Fragen hinten angestellt.

Um die Kosten zu reduzieren, hat Frankreich erhebliche Kapazitäten darauf verwendet, die EU davon zu überzeugen, Atomkraft in der Taxonomie, die für Investoren wichtig ist, als „nachhaltig“ einzustufen. In der Tat nutzte das Land hier geschickt ein Machtvakuum in Deutschland aufgrund des Übergangs einer sich ins Ziel schleppenden, großen Koalition aus, um seine Wünsche durchzusetzen.

Problem: Der europäische Steuerzahler, Deutschland ist größter Nettozahler, wird damit indirekt in Haftung genommen für das französische Atomkraft-Desaster. Sogar die bis zu 100 Milliarden teure Modernisierung des französischen KKW-Parks ist nun von dieser Entscheidung gedeckt. versucht Frankreich, Atomkraft auf die Agenda der EU zum Thema Dekarbonisierung zu bekommen. Bislang weigern sich Deutschland und andere EU-Länder den französischen Atom-Alleingang mitzufinanzieren. Eine Entscheidung, die das Land – und ganz Europa – teuer bezahlen wird.

Helfen Kernkraftwerke bei der Dekarbonisierung?

Schaut man sich auf electricitymap.org die CO2-Werte der augenblicklichen Stromversorgung an, liegt Frankreich wegen seiner Kernkraftwerke stets im grünen Bereich. Im Augenblick des Schreibens am Sonntag Vormittag liegen die spezifischen CO2-Emissionen bei 66 Gramm pro Kilowattstunde.

CO2-Emissionen Krenkraft Frankreich
CO2-Emissionen für Energie in Frankreich am 5. Januar 2019.

Die Übersicht hat aber einen Haken: Sie bezieht die indirekten Auswirkungen der Atomenergie, also unter anderem des Abbaus von Uran, nicht vollständig mit ein. Ähnlich wie beim E-Auto: Während die EU selbst schwere Hybridautos als emissionsfrei beschreibt, werden auch hier die indirekten Emissionen vernachlässigt. Bezieht man diese Emissionen mit ein, liegt die Kernenergie bei 78 bis 178 Gramm CO2 pro Kilowattstunde [Stanford].

Neue Investitionen in Kernkraftwerke verschlimmern die Klimakrise. Wer in den Klimaschutz investiert, muss fragen: Wie verhindere ich CO₂-Ausstoß – so viel, so schnell und so günstig wie möglich. Umfang und Schnelligkeit der CO₂-Reduktion pro investiertem Euro sind wichtig, denn wir haben keine Zeit. Es ist daher bedeutungslos, wenn ein sehr teures Atomkraftwerk in zwanzig Jahren CO₂-Ausstoß vermeidet. Wir können die Treibhausgas-Emissionen viel schneller und billiger reduzieren.

Mycle Schneider, Energieberater in DIE ZEIT.

Diese Beträge, die u.a. die Leonardo Di Caprio-Foundation veröffentlicht hat, beziehen beispielsweise Kosten mit ein, die sich aus dem langen Warten auf die Fertigstellung von Kernkraftwerken ergeben. Weitere 4,4 Gramm resultieren aus dem freigesetzten Wasserdampf sowie der Wärme. Für China etwa bedeutet das: Von 2016 auf 2017 sind die Emissionen um 1,3 Prozent gestiegen, weil auf die neuen Reaktoren gewartet wurde. Hätte man direkt in Erneuerbare Energien investiert, wären die Emissionen um schätzungsweise drei Prozent gesunken.

In der Tat ist aber der CO2-Ausstoß von Kernkraftwerken im Vergleich zu Kohle- und Gaskraftwerken geringer. Im Vergleich zu Erneuerbaren Energien allerdings höher, wenn man die oben beschriebenen Kosten einbezieht. Die CO2-Bilanz hängt stark davon ab, wie hoch der Uran-Gehalt im Gestein ist. Läuft ein Kernreaktor, ist dessen Energieproduktion zuverlässiger als die Produktion aus Solar und Wind. Theoretisch wäre ein Zusammenspiel aus Erneuerbaren Energien mit Atomkraft als Grundlastlieferant denkbar.

Alte Reaktoren gehen vom Netz, Neue kommen kaum hinzu

Die Kosten- und Bauzeit-Problematik wird der Atomenergie weltweit allerdings zum Verhängnis. Weltweit sind laut World Nuclear Industry Status Report in 2018 417 Reaktoren am Netz – das sind 21 weniger als noch 2002. Seit 2011 bis Ende 2021 gingen weltweit 69 Kernkraftwerke in Betrieb; während ebenfalls 69 abgeschaltet wurden. Aber: 40 dieser Kraftwerke gingen in China ans Netz. Außerhalb Chinas ist der Bau von Kernreaktoren somit vom 40 Anlagen gesunken.

China holt also durch den Bau vieler, ähnlicher Reaktortypen das nach, was Frankreich in einer Dekade in den 70er und 80er Jahren machte. Aber: China baut vor allem die erneuerbaren Energien aus – und produziert heute bereits mehr Strom mit Windenergie als mit Atomenergie.

Vor 40 Jahren standen 234 Atomkraftwerke als „im Bau“ auf der Liste – 2013 waren es noch 69, im Jahr 2019 noch 46. [Frankfurter Rundschau] Der Anteil der Atomenergie an der globalen Stromversorgung liegt bei zehn bis elf Prozent. Von einer Renaissance der Kernenergie kann also, bei genauerem Hinsehen nicht ansatzweise die Rede sein. Neben vereinzelten Initiativen für Laufzeitverlängerungen wie etwa in Belgien, gibt es nur etwa ein Dutzend Staaten, die einzelne Reaktoren angekündigt haben. Nicht unwahrscheinlich, dass zahlreiche dieser Ankündigungen aus Finanzierungsgründen nicht realisiert werden.

Diese Seite zeigt übrigens immer den aktuellen Strommix Frankreichs [RTE France].

Um kurz- und mittelfristig zur Senkung von CO2-Emissionen beizutragen, taugt Atomenergie nur dann, wenn bestehende Reaktoren am Leben erhalten werden. Dies ist aber mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden, wie auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bestätigt [DIW Wochenbericht, Seite 519]. Langfristig kann die Generation der EPR-Reaktoren hilfreich sein – aber mehr als ein Ersatz älterer Meiler wird wohl kaum das Resultat sein.

Terrapower und Co.: Die Zukunft der Nuklearenergie?

Bleibt noch die Hoffnung von Bill Gates mit seinem Cleantech-Startup Terrapower, diesen schwedischen Ingenieuren, die in der New York Times behaupten, Kernenergie könne die Welt retten, oder einige andere Startups mit aussichtsreichen Technologie-Ansätzen. Das Beispiel Terrapower zeigt, dass man sich auch auf diese Technologien kaum verlassen kann.

Gegründet 2006, entwickelt das Unternehmen sowohl Laufwellen- als auch Flüssigsalzreaktoren. Ein Prototyp sollte bis 2025 in China gebaut werden, was sich durch den Handelskrieg aber zerschlagen hat. Jetzt wird nach weiteren Partnern gesucht: Saudi-Arabien, Türkei oder Vereinigte Arabische Emirate könnten einspringen. [watson.ch]

Harald Lesch zum Thema Laufwellenreaktor wie ihn Terrapower entwickelt.

Letztlich ist die Situation eindeutig: In der jetzigen Form hat die Kernkraft, zumindest der EPR-Reaktor aus Frankreich, keine realistische Zukunftsperspektive, wenn nicht der Staat bzw. der Steuerzahler die Zeche bezahlt. Neue Technologien gibt es am Horizont, diese müssen aber erst beweisen, dass sie funktionieren – und ob sie sicher und wirtschaftlich betreibbar sind. Das DIW bestreitet, dass technologische Durchbrüche zu erwarten sind.

Dekarbonisierung nur mit Erneuerbaren Energien

Wer also die Dekarbonisierung zur Bekämpfung der Klimakrise Ernst nimmt, kommt an der Umstrukturierung des Energiesystems hin zu einem dezentralen System mit Erneuerbaren Energien, Strom-, Gas- und Wärmespeichern, Elektroautos, Elektrolyseuren und vielen anderen Bestandteilen heute nicht vorbei. Atomkraft kann hier nur sehr begrenzt eine Rolle spielen.

Eine Hintertür für neuartige Kernreaktoren gibt es aber natürlich. Denn: Wir haben ein Problem, genügend Ökostrom zu produzieren, wenn wir einerseits viel mehr Energieverbrauch wollen (Ernährung für 10 Milliarden Menschen, Künstliche Intelligenz/Roboter, IT-Rechenpower, Wärmepumpen, Elektroautos, synthetische Kraftstoffe fürs Fliegen, grüner Wasserstoff für Stahl, Chemie und Co.), aber andererseits bis 2050 die Potenziale der Erneuerbaren Energien ausschöpfen. Langfristig, das sagt ja beispielsweise auch der IPCC, werden wir saubere Kernenergie durchaus benötigen.

Frankreichs Kernkraft: Mitten in der Sackgasse

Atomkraft in Frankreich kann seit zwei Jahrzehnten nur als Debakel bezeichnet werden. In Frankreich wird das Thema aber weitgehend totgeschwiegen. Zwar gibt es kritische Stimmen, die auch beispielsweise Le Monde zitiert, aber die Propaganda der Industrie funktioniert bei weiten Teilen der Bevölkerung [Le Monde].

Der Blick von Außen hingegen zeigt das Debakel der französischen Nuklearkraftwerke eindeutig. Das Land steckt mitten in der energiepolitischen Sackgasse. Ausweg gesucht… Wie es scheint, braucht das Land dauerhaft die Hilfe des europäischen Auslandes [knowesg]. Das entspricht natürlich nicht dem Anspruch eines einst stolzen Landes und sollte keinesfalls als Vorbild für Deutschland dienen, den Atomausstieg in Frage zu stellen [n-tv].

Dieser Beitrag erschien zunächst am 5. Januar 2020, wurde aber aufgrund einer Vielzahl aktueller Entwicklungen am 1. Mai 2022 komplett überarbeitet und erweitert.

Quelle Financial Times Der Standard Bloomberg
% S Kommentare
  1. Joachim Kreutzer sagt

    Der schwere Konstruktionsfehler der neuer EPR-Akw weitet sich immer weiter aus, @welt. Taishan 1 in China ist seit einer schweren Anomalie seit über einem Jahr außer Betrieb. Nun ist auch Taishan 2 davon betroffen, https://t.co/ejPsgBSjbR

    In diesem Beitrag geht es darum, dass Flamanville 3 auch von diesem Konstruktionsfehler betroffen ist. Da im AKW Flamanville 3 auch noch viele andere üble Baufehler bekannt sind, steht eine Fertigstellung überhaupt in Frage.
    https://t.co/0J189zcpUN

    Auch der EPR Olkuioto 3 in Finnland dürfte davon betroffen sein, Olkuioto 3 ist aber noch aus einen anderen Grund bis Ende dieses Jahres abgeschaltet: Turbine macht Probleme:
    https://t.co/LXdjhIPFyz

    Auch die beiden übrigen im Bau befindlichen EPR-AKW in Hinckley-Point sind vom Konstruktionsfehler betroffen. https://t.co/IYlI4UwWyK
    Die Frage ist also: Macht es überhaupt Sinn auf EPR-AKW zu setzen, wenn Konstruktionsfehler solcher Qualität vorliegen?

    1. Rengel sagt

      Komisch, dass Olkiluoto in Finnland im August schon wieder ans Netz ging und laut TVO inzwischen im Testbetrieb auch auf volle Leistung gefahren wird.

  2. hfrik sagt

    Es sind Denkfehler im Artikel. Atomkraft und EE-Erzeugung harmonieren maximal schlecht, weil die beiden um flexible Lasten und Netzkapazitäten konkurrieren, und die AKW nicht vernünftig der Residuallast folgen können.
    Beide benötigen dann massive Netzausbauten – bei den EE um die lokalen Erzeugungsschwankungen über die Fläche auszugleichen, und bei den AKW um die Übererzeugung zu lokalen Schwachlastzeiten in Gebiete zu bringen in denen gerade eine hohe Lastsituation herrscht. Die Kosten der Netzausbauten sind dann für eine vollständig dekarbonisierte Stromversorgung bei beiden Lösungen vergleichbar, womit die unterschiedlichen Kosten für die grundsätzliche Stromerzeugung und Müllentsorgung verbleiben.
    Womit eigentlich klar ist wie die schnellere und billigere Lösung für unsere Energieversorgung aussieht.

  3. Florian Blümm sagt

    „Die Übersicht hat aber einen Haken: Sie bezieht die indirekten Auswirkungen der Atomenergie, also unter anderem des Abbaus von Uran, nicht vollständig mit ein.“

    Das stimmt nicht. Der Uranabbau wurde bei der Metastudie des Weltklimarats, aus der die Zahl 12 Gramm CO2 pro kWh stammt, vollständig berücksichtigt. Der gesamte Lebenszyklus wurde berücksichtigt.

    Natürlich kann man jetzt hergehen und Einzelstudien, die in der Metastudie vertreten sind, cherrypicken um dann der Kernkraft höhere CO2-Emissionen zu attestieren.

    Wenn man so wie ihr die Maximalwerte der Metastudie cherrypicked schaut das dann so aus:
    2200 gCO2/kWh Wasserkraft
    180 gCO2/kWh Photovoltaik
    110 gCO2/kWh Kernkraft
    56 gCO2/kWh Windkraft

    Siehe https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/ipcc_wg3_ar5_annex-iii.pdf#page=7

    Übrigens, in der IPCC-Metastudie und auf Electricitymap wurden weder die wenigen Sonnenstunden (40% weniger als im Referenzfall) und Volllaststunden für Windkraft (30% weniger als im Referenzfall) in Deutschland berücksichtigt noch das fossile Erdgasbackup von Wind und Solar. Sonst hätten wir noch deutlich höhere Werte für Solar und Wind.

    Klar kann man mit Cherrypicking alle klimafreundlichen Energiequellen schlechtreden. Mit Objektivität hat das aber nichts zu tun. Und das auf einer Seite, die angeblich „Cleantech“ wie Kernkraft propagieren will…

    1. Martin Jendrischik sagt

      Hallo Florian,

      Cleanthinking.de „propagiert“ gar nichts, sondern berichtet über saubere Technologien. Kernenergie zähle ich per se nicht zu „Clean Energy“ oder „Cleantech“ hinzu. Überdies ist es nicht notwendig, die Kernenergie heutiger Form schlechtzureden – die Fakten sprechen für sich, und gegen Kernenergie heutiger Form.

      Viele Grüße,
      Martin Jendrischik

  4. Martin sagt

    Also ehrlich, der gesamte Lebenszyklus von Kernenergie ergibt einen CO2-Ausstoß von 12 Gramm je kWh. Dass der Uranabbau nicht mit einfließt ist schlichtweg gelogen. Kernenergie liefert nun mal soviel Strom, dass sowas kaum ins Gewicht fällt. Eigentlich logisch angesichts der geringen Brennstoffmenge, die ein KKW braucht.

    Und die Schlussfolgerung, auf die Kernenergie komplett zu verzichten, weil Europa den Bau verlernt hat, abgerundet mit der vielfach wiederholten Falschaussage, Erneuerbare Energien sparen deutlich schneller CO2 ein, ist schließlich die Krönung eines anfangs eigentlich gut recherchierten Artikels.

    Also lasst uns den Klimatod sterben aus Angst vor ein paar hohen Anfangsinvestitionen (wer fragt nach den Kosten der Energiewende?) und Furcht vor Radioaktivität. An Ignoranz kann die Menschheit auch zugrunde gehen 😉 Schönen Abend noch…

    1. Es ist keine Falschaussage, dass Erneuerbare Energien deutlich schneller CO2 einsparen. Es ist frech, dies zu behaupten. Die Schlussfolgerung des Artikels ist mitnichten, auf Kernenergie komplett zu verzichten, sondern sie dann eventuell einzusetzen, wenn das Potenzial erneuerbarer Energien ausgeschöpft und die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

      Die zwei Sätze zu den CO2-Emissionen habe ich leicht konkretisiert und mit meiner Quellenangabe angereichert. Sie sollten es in Zukunft unterlassen, mich der Lüge zu bezichtigen. Danke.

  5. Laurenz Hüsler sagt

    Schlecht recherchiert. Der Uranabbau ist in den Zahlen für CO2 von http://www.electricitymap.org berücksichtigt. Basis sind die Zahlen des IPCC. Da ist der Median 12 (und die höchsten Werte bei Kernkraft kommen daher, dass auch Versuchsreaktoren der 50er-Jahre Berücksichtigt wurden).

    1. Ich habe die entsprechenden Sätze noch etwas klarer formuliert und meine Quelle explizit hinzugefügt.

  6. Andi Baumann sagt

    Die 66 Gramm mit dem Uranabbau relativieren zu wollen, ist schon sehr komisch, da die CO2-Emissionen nach Erzeugungsart klare Bände spricht. Hier die deutschen Zahlen: Statista

    Die französischen CO2 Emissionen bei Kernkraft sind sogar noch deutlich niedriger, weil die Bearbeitungskette mit Strom aus Kernkraft stattfindet.

    1. Hallo Andi, was wurde denn relativiert? Sollen wir den Uranabbau vernachlässigen, nur weil Atomkraft so super ist? Kann ich nicht nachvollziehen.

    2. Alex sagt

      Hallo Andi,

      Die Zeiten in denen in Frankreich Uran abgebaut wurde sind lange vorbei: https://de.wikipedia.org/wiki/Uranbergbau

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