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New Meat von Redefine: Frisches Kapital für pflanzenbasiertes Fleisch aus dem 3D-Drucker

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Unter der Marke „New Meat“ ist pflanzenbasiertes Fleisch aus Israel bereits in deutschen Spitzen-Restaurants erhältlich.

Das Cleantech-Unternehmen, das einmal das größte Fleischunternehmen der Welt werden will, hat einen nächsten Meilenstein erreicht: Redefine Meat aus Israel hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Mit den 135 Millionen Dollar bestehender Investoren, will das Clean Food-Unternehmen die Produktion ausweiten, und weitere Märkte erobern. In Israel sind die pflanzenbasierten Fleischstücke aus dem 3D-Drucker in 200 Restaurants erhältlich, sorgen aber längst auch unter Deutschlands Spitzenköchen für Aufmerksamkeit.

Das Cleantech-Unternehmen aus Israel will mit dem frischen Kapital seiner israelischen Produktionsstätte eine weitere Produktionslinie hinzufügen, und die Fertigungsstätte in den Niederlanden aufbauen. Zudem sollen Partnerschaften mit Restaurants und Gaststätten in Europa und den USA ausgeweitet werden. Insgesamt hat Redefine Meat nun mittlerweile 180 Millionen Dollar zur Verfügung – der Trend zu größeren Finanzierungsrunden zeigt, dass Risikokapitalgeber zunehmend optimistischer werden, dass den Unternehmen der Durchbruch gelingen wird.

Redefine verkauft die Produkte unter dem „New Meat“-Label seit Sommer 2021 in Israel – unter anderem in der Restaurantkette R2M-, und zunehmend auch in Europa. Das Angebot umfasst mittlerweile neben dem Redefine Burger auch Würstchen, Kebab, nahöstliche „Zigarren“ (Spezialität aus der Region) sowie Hackfleischprodukte. In ersten deutschen Spitzenrestaurants in Deutschland, UK, den Niederlanden und Israel sind auch pflanzenbasierte Rinder- und Lammsteaks erhältlich.

Zu den Kunden der Fleisch-Pioniere zählen auch die Kantinen der Tech-Gigaten Facebook, Google und Apple. Zu den Restaurants, die „New Meat“ anbieten, zählen etwa die Restaurantkette von Michelin-Koch Marco Pierre White und die Restaurants von Ron Blau und Joachim Gruner.

Nach Angaben des israelischen Online-Portals Globes, das zuerst über die Finanzierungsrunde berichtete, wird diese erneut von Hanaco Ventures, einem Risikokapitalfonds angeführt. Hanaco hatte zuletzt auch seinen Anteil an einer größeren Finanzierungsrunde (120 Mio. US-Dollar) des Entwicklers tierfreier Milch, Remilk, ebenfalls ein Cleantech-Startup aus Israel. Daneben war auch Synthesis Capital als Bestandsinvestor dabei – der britische Fonds ist auf die innovativen Unternehmen im Bereich Lebensmitteltechnologie spezialisiert.

Weitere New Meat-Investoren sind u.a. Happiness Capital aus Hngkong, CPT Capital sowie die Losa Group der Finanzberater Sake Bosch, der Gründer von Prime Ventures sowie K3 Ventures aus Singapur.

Angetrieben durch die wachsende Besorgnis über die Nachhaltigkeit der Fleischindustrie, ihre Fähigkeit, den Nahrungsmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu decken, und eine empathischere Rücksichtnahme auf Tiere, möchte Redefine Meat eine überlegene Fleischproduktionstechnologie anbieten, um eine erstklassige Lebensmittelmarke zu schaffen, die von hochwertigem Tierfleisch nicht zu unterscheiden ist. Seit der Gründung im Jahr 2018 hat Redefine eine zum Patent angemeldete 3D-Fleischdrucktechnologie entwickelt, die die Textur, den Geschmack und das Geschmackserlebnis von Rindfleisch und anderen hochwertigen Fleischprodukten nachbildet.

Nach Recherchen von Cleanthinking.de wurde die Finanzierungsrunde mit den Bestandsinvestoren bereits vor einigen Wochen abgeschlossen. Seitdem beschleunigt Redefine Meat den Personalaufbau und beschäftigt mittlerweile 150 Mitarbeiter. In diesem Segment liegt das Wachstum bei 320 Prozent – und soll auch in 2022 so bleiben.

Redefine Meat arbeitet intensiv an der Verwirklichung der Vision, ein großes, weltweites Fleischunternehmen aufzubauen, indem es fortschrittliche Technologie und keine Tiere einsetzt. Jeden Tag verzeichne wir große Erfolge, die die Lebensmittelindustrie verändern, vom Betrieb neuer Maschinen über neue Patente bis hin zu einer wachsenden Zahl von Kunden, die uns auf den Speisekarten der Restaurants suchen, und auf all das sind wir sehr stolz. Geld zu sammeln ist wichtig, aber es ist nur ein Mittel, um unsere eigentlichen Ziele zu erreichen.

Eshchar Ben-Shitrit, Mitbegründer und CEO von Redefine Meat

Was sagen deutsche Köche zu New Meat?

Interessant ist das Urteil von Joachim Gerner, dem Chefkoch des mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants Facil in Berlin: „In den letzten Jahren hat die Qualität pflanzlicher Fleischprodukte erheblich zugenommen. Die Produkte von Redefine Meat kommen tierischem Fleisch bisher am nächsten. Ich kann mir vorstellen, dass sie bei Fleischliebhabern großen Anklang finden werden.“

Im November 2021 hatte Redefine Meat ins Restaurant Sage in Berlin zu einer „Beef“-Verkostung mit New Meat des Unternehmens geladen, bei der Joachim Gerner die exklusive Spezialität auf den Grill legen durfte. Dabei waren Blogger, Journalisten, Food-Experten und Investoren. Ihr Feedback? Laut dem Beitrag von N-TV durchweg positiv, denn Redefine Meat gelingt es zunehmend, auch die Textur des Fleisches nachzuahmen.

Für Redefine Meat ist es im November der perfekte Moment für die Vorstellung von „New Meat“ – wenige Tage zuvor hatten sich 100 Staaten beim Glasgower Klimagipfel darauf verständigt, die Methanemissionen zu reduzieren. Eine andere Vereinigung will die Abholzung der Wälder stoppen – auch das hat mit Viehzucht und der Tierfutter-Produktion (Soja) zu tun. Die Tierhaltung ist derzeit für 14,5 Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. 38 Prozent der bewohnbaren Landflächen des Planeten dienen der Viehzucht

Viele Menschen in den Industrieländern kennen die Probleme und schränken längst ihren Fleischkonsum ein. Trotzdem wird weiter rasantes Wachstum erwartet, das durch Alternativen wie New Meat aufgefangen werden könnte. Mit einer Milliarde Rindern weltweit, trägt die globale Fleischindustrie maßgeblich zur Klimakrise bei.

Indes sind die Prognosen für den Markt für pflanzliches Fleisch bzw. Fleisch-Ersatz atemberaubend: Experten erwarten ein Wachstum auf bis zu 1,4 Billionen Dollar bis 2050 (Credit Suisse). „Wir haben eine Maschine, die Kühe und den Schlachter ersetzen kann“, beschreibt Redefine Meat-Gründer Eshchar Ben-Shitrit. Genau diese Maschine könnte in Zukunft viele Milliarden wert sein.

Für Joachim Gerner ist jedenfalls der Weg vorgezeichnet: „In 20, 25 Jahren essen wir kein tierisches Fleisch mehr“, so der Spitzenkoch. Ob er Recht behalten wird? Laut der Webseite des Anbieters könnte des „New Meat“ demnächst womöglich im Restaurant Orania in Berlin sowie im Restaurant der Hunderennbahn in Offenbach am Main geben – na dann, guten Appetit!

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