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Remilk zu Käse: Israelisches Startup hat die Formel für tierfreie Milchproteine

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Milchalternative auf Basis mikrobieller Fermentation kann wie gewöhnliche Milch verarbeitet werden – Hochland beteiligt sich an Finanzierungsrunde.

Dem Cleantech-Startup Remilk aus Israel ist es gelungen, Milch auf Basis tierfreier Milchproteine herzustellen. Das Verfahren der mikrobiellen Fermentation ähnelt der Möglichkeit, Fleisch im Bioreaktor auf Basis von Stammzellen zu züchten. Vorteil der Fake-Milch: Im Gegensatz zu pflanzlichen Milchalternativen etwa von Oatly aus Schweden, kann die Milch aus Israel wie gewöhnliche Kuhmilch verarbeitet werden – genau deshalb hat sich eine deutsche Familienkäserei an Remilk beteiligt.

Mit der Finanzierungsrunde von ca. zehn Millionen Euro will Remilk nun auf die globale Markteinführung der eigenen Produkte vorbereiten. Das Cleantech-Unternehmen gibt Milchverarbeitern wie der traditionsreichen Familienmolkerei Hochland aus dem Allgäu ganz neue Möglichkeiten: Sie können plötzlich neben der Milch vom Erzeuger auch die Alternative aus dem Fermenter verarbeiten – und so viel leichter vegane Produkte schaffen, die etwa ganz natürlich laktosefrei sind.

Das Erste, im Labor hergestellte Milchprodukt von Remilk auf Basis der Formel für tierfreie Milchproteine, ist nach Unternehmensangaben von natürlichen Milchprodukten nicht zu unterscheiden. Das ist die entscheidende Voraussetzung dafür, den authentischen Geschmack und die Textur von Milchprodukten wie Käse, Joghurt und Sahne ohne tierische Proteine zu ermöglichen. Das von Remilk entwickelte Verfahren ist patentiert, und in der Lage, die Eigenschaften von Milchproteinen zu replizieren.

„Unsere proprietäre Technologie liefert das authentischste tierfreie Milchprodukt auf dem Markt und ist identisch mit natürlichen Milchprodukten. Mit unseren neuen Partnerschaften für Produktion und Vertrieb werden wir bald bereit sein, diese Multimilliarden-Dollar-Industrie neu zu erfinden.“

Aviv Wolff, Mitgründer und CEO von Remilk

Finanzierungsrunde für Remilk

Die im Dezember abgeschlossene Finanzierungsrunde in Höhe von ca. 10 Millionen Euro wurde von fresh.fund angeführt. Beteiligt haben sich OurCrowd, CPT Capital, ProVeg sowie die Lebensmittelhersteller Hochland, Tnuva und Tempo. Außerdem trugen einige Serienunternehmer (wie Bradley Bloom oder Sake Bosch) bei. Die Runde war sogar größer als vorgesehen – es ist davon auszugehen, dass 2021 eine weitere folgen wird.

Die kommerziellen Herstellungs- und Vertriebspartner von Remilk nutzen die funktionale tierfreie Milch als Ausgangsmaterial für die großtechnische Milchproduktion. Die Hochland Gruppe, die jährlich rund 380.000 Tonnen Käse, herstellt – und dabei bereits intensiv auf Nachhaltigkeit achtet – sieht in der Technologie von Remilk eine „interessante Möglichkeit, innovative und nachhaltige Produkte zu entwickeln.“ Remilk sei der ideale Partner für Hochland, um diese neue Rohstoffbasis gemeinsam zu erschließen.

„Sich auf Tiere zu verlassen, um unsere Nahrung zu produzieren, ist nicht mehr nachhaltig. Dieses Modell der Lebensmittelproduktion hat seine Grenzen in Bezug auf Umfang, Reichweite und Effizienz fast erreicht, und die Folgen sind verheerend für unseren Planeten. Remilk verändert die Art und Weise, wie wir Lebensmittel auf der ganzen Welt produzieren, und, was noch wichtiger ist, es schafft ein nachhaltiges und umweltfreundliches Lebensmittelsystem, das nicht mehr verbraucht, als unser Planet geben kann“, so Remilk-CEO Wolff.

Remilk-Produkte sind cholesterinfrei und enthalten keine Laktose, Antibiotika oder Wachstumshormone. Dazu ist Remilk nachhaltiger und umweltfreundlicher als herkömmliche Molkereiprodukte. Für die Herstellung wird ein Prozent der Fläche, vier Prozent der Rohstoffe und zehn Prozent des Wassers benötigt.

Zum Vergleich: Traditionelle Milchwirtschaft benötigt mehr als 1.000 Liter Wasser, um einen Liter Milch zu produzieren. Die Tierhaltung verursacht ca. 14,5-18 Prozent der Treibhausgasemissionen – mehr als die gesamte globale Automobilindustrie. 91 Prozent der Regenwaldflächen, die abgeholzt werden, soll Platz für Rinderzucht und Soja-Anbau schaffen.

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  1. […] rücken also auch die Zell-Kultivierer in den Fokus des Interesses von Investoren. Remilk beispielsweise, ein Unternehmen das Milch ohne Zutun der Massentierhaltung fermentiert, sammelte Ende vergangenen Jahres 11 Millionen Euro Venture Capital ein. Ein Cleantech-Startup, das […]

  2. […] „Sich auf Tiere zu verlassen, um unsere Nahrung zu produzieren, ist nicht mehr nachhaltig. Dieses Modell der Lebensmittelproduktion hat seine Grenzen in Bezug auf Umfang, Reichweite und Effizienz fast erreicht, und die Folgen sind verheerend für unseren Planeten. Remilk verändert die Art und Weise, wie wir Lebensmittel auf der ganzen Welt produzieren, und, was noch wichtiger ist, es schafft ein nachhaltiges und umweltfreundliches Lebensmittelsystem, das nicht mehr verbraucht, als unser Planet geben kann“, so Remilk-CEO Wolff. […]

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