IBU-tec baut in Bitterfeld eine LFP-Fabrik für PowerCo

BATTERIEN · 20. OKTOBER 2026

IBU-tec liefert ab 2028 LFP-Kathodenmaterial aus Bitterfeld

Ab Anfang 2028 will das Weimarer Cleantech-Unternehmen IBU-tec im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen jährlich 15.000 Tonnen Batteriematerial herstellen. Die gesamte Menge geht an die VW-Batterietochter PowerCo. Bis Jahresende soll der Sprühturm in den Probebetrieb gehen.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 3 Min. LESEN


Anfang September hat das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt die neuen Betriebsgebäude genehmigt, darunter ein Labor für Batteriematerial aus verschiedenen Stoffkombinationen. Auf dem Gelände steht inzwischen der Stahlbau einer Logistikhalle für rund 2.000 Paletten, der Innenausbau soll bis Jahresende fertig sein. Parallel plant IBU-tec die Produktionsanlagen im Detail.

Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP, ist ein Kathodenmaterial für Lithium-Ionen-Akkus, das ohne Nickel und Kobalt auskommt. Die Fabrik in Bitterfeld ist für 15.000 Tonnen im Jahr ausgelegt. Das entspricht etwa dem Fünffachen dessen, was IBU-tec heute am Stammsitz in Weimar herstellen kann. Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen produziert das Unternehmen bereits seit 2018.

IBU-tec setzt auf ein Verfahren ohne chinesische Technik

Das LFP-Kathodenmaterial aus Bitterfeld entsteht in einem selbst entwickelten thermischen Verfahren, bei dem Hitze die Ausgangsstoffe umwandelt. Chinesische Technologie stecke darin nicht, teilte das Unternehmen zum Richtfest im April mit. Der Energieverbrauch liege etwa halb so hoch wie bei herkömmlichen Verfahren aus China, entsprechend kleiner falle der CO2-Fußabdruck aus.

Ab 2028 sei IBU-tec der einzige Anbieter in Europa, der LFP-Kathodenmaterial im industriellen Maßstab herstellen könne, erklärt das Unternehmen. Einsetzen lasse sich das Material neben E-Autos auch in stationären Energiespeichern und in bestimmten Bereichen der Verteidigungstechnik.

PowerCo kauft zehn Jahre lang die gesamte Menge

Die gesamte Kapazität aus Bitterfeld hat sich PowerCo für zehn Jahre gesichert, zu bereits festgelegten Preisen. Beide Unternehmen schlossen dazu im Oktober 2025 eine Entwicklungsvereinbarung und einen Liefervertrag. Bis die Fabrik läuft, liefert IBU-tec LFP-Material aus seinen bestehenden Anlagen in Weimar. Die VW-Tochter fertigt in Salzgitter bereits ihre Einheitszelle.

Gleichzeitig baut PowerCo mit dem chinesischen Batteriehersteller Gotion im marokkanischen Kenitra ein Werk für 100.000 Tonnen LFP-Kathodenmaterial im Jahr (mehr dazu: Volkswagen und Gotion investieren 3,2 Milliarden in Batteriewerke). Bitterfeld kommt auf 15 Prozent dieser Menge, steht dafür aber in der EU und arbeitet mit einem Verfahren aus Thüringen.

Batteriematerial bringt IBU-tec 40 Prozent des Umsatzes

Das börsennotierte Unternehmen beschäftigt rund 230 Menschen. 2025 setzte es mit Batteriematerial rund 17,7 Millionen Euro um, etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes von 44,3 Millionen Euro. Bis 2030 plant IBU-tec einen Konzernumsatz von mindestens 120 bis 140 Millionen Euro, davon mindestens 85 bis 90 Millionen aus Batteriematerial. „Der Batteriematerial-Bereich ist nun der von uns stets erwartete langfristige Wachstumsmotor“, sagte Vorstandschef Jörg Leinenbach im März bei der Vorlage dieser Planung.

Wer die Kathode in Europa herstellt, macht die Batteriefertigung hier ein Stück unabhängiger von Lieferungen aus China. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze ging es beim Richtfest mit Blick auf die geopolitische Lage um „ein klares Zeichen für industrielle Souveränität“.

QUELLEN

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  1. IBU-tec advanced materials AG: IBU-tec erhält wichtige Genehmigung vom Landesverwaltungsamt - weiterer Meilenstein beim Aufbau der größten LFP-Produktionsanlage in Europa, Pressemitteilung, 07.09.2026.
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