WÄRMEPUMPE · 25. OKTOBER 2026
KI-generiertGasheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Im Einfamilienhaus spart das bis zu 1.000 Euro im Jahr
In einem Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch kostet die Wärme aus einer Wärmepumpe in unserer Beispielrechnung 600 bis 1.000 Euro weniger im Jahr. Wer die Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen will, stellt den Förderantrag am besten vor Februar 2027.
Rund 2.390 Euro zahlt ein Haushalt in diesem Haus 2026 für sein Gas. Die Zahl ergibt sich aus 11,93 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnittspreis, den der Energieverband BDEW für Einfamilienhäuser von Januar bis August 2026 ermittelt hat. Der BDEW-Wert bildet Tarife ab, die man neu abschließen kann. Zum aktuellen Neukundenpreis von 13,96 Cent aus dem Gaspreis-Barometer von Finanztip wären es rund 2.790 Euro.
Zum Jahreswechsel kommt bei vielen Kunden eine Preiserhöhung dazu. Das Vergleichsportal Verivox erwartet für Bestandskunden je nach Tarif zehn bis 20 Prozent höhere Gaspreise, berichtet die Berliner Zeitung. Viele Versorger hätten das Gas für ihre Bestandskunden lange im Voraus gekauft und müssten für 2027 teurer nachkaufen. Schlagen wir diese Spanne auf die 2.390 Euro auf, stehen 2.630 bis 2.870 Euro auf der Jahresrechnung (mehr dazu: Gaspreis 2027: Warum Hausbesitzer mit Gasheizung noch dieses Jahr umsteigen sollten).
Was Gas und Wärmepumpe im Beispielhaus kosten
Für die Gegenrechnung gehen wir von einem Gaskessel mit 90 Prozent Nutzungsgrad aus. Von 20.000 Kilowattstunden Gas kommen damit 18.000 Kilowattstunden als Wärme im Haus an. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht für dieselbe Wärme rund 5.300 Kilowattstunden Strom.
| Variante (unsere Beispielrechnung) | Energie pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Gas zum BDEW-Durchschnittspreis 2026 (11,93 ct/kWh) | 20.000 kWh Gas | rund 2.390 Euro |
| Gas zum Neukundenpreis Oktober 2026 (13,96 ct/kWh) | 20.000 kWh Gas | rund 2.790 Euro |
| Gas 2027 mit 10 Prozent Aufschlag | 20.000 kWh Gas | rund 2.630 Euro |
| Gas 2027 mit 20 Prozent Aufschlag | 20.000 kWh Gas | rund 2.870 Euro |
| Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif (24 ct/kWh plus 140 Euro Grundpreis) | 5.300 kWh Strom | rund 1.410 Euro |
| Wärmepumpe mit Haushaltsstrom (36,69 ct/kWh minus 150 Euro Netzentgelt-Pauschale) | 5.300 kWh Strom | rund 1.790 Euro |
Annahmen: Kesselnutzungsgrad 90 Prozent, Jahresarbeitszahl 3,4. Gaspreise: BDEW, Finanztip; Aufschlag 2027 nach der Verivox-Prognose für Bestandskunden, von uns auf den BDEW-Wert gerechnet. Strompreise: Verbraucherzentrale NRW, Finanztip. Nicht enthalten: Wartung, Schornsteinfeger, Grundpreis des Gastarifs.
Ein eigener Wärmepumpentarif läuft über einen separaten Zähler. Die Verbraucherzentrale NRW fand für ihren Marktcheck Tarife zwischen 20 und 29 Cent, rund 24 Cent plus etwa 140 Euro Grundpreis im Jahr. Die Daten stammen aus August und September 2025, also aus der Zeit vor dem jüngsten Preisanstieg, und liegen damit eher zu niedrig. Wer die Wärmepumpe über den normalen Haushaltszähler laufen lässt, zahlt laut Strompreis-Barometer von Finanztip derzeit 36,69 Cent.
Beide Varianten hängen an Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Er macht Wärmepumpen und Wallboxen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen: Der Netzbetreiber darf ihre Leistung vorübergehend drosseln, wenn eine Überlastung des Netzes droht. Im Gegenzug zahlen Sie weniger Netzentgelt. Modul 1 bringt eine Pauschale, laut Finanztip 2026 rund 108 bis 196 Euro im Jahr, in der Tabelle sind es 150 Euro.
Modul 2 setzt einen separaten Zähler voraus. Es senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 Prozent, der Grundpreis des Netzentgelts entfällt. Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten gibt es nur zusammen mit Modul 1 und einem intelligenten Messsystem, dem Smart Meter.
Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 kostet die Wärme aus der Wärmepumpe damit rund 600 bis 1.000 Euro weniger im Jahr als aus dem Gaskessel. Gerechnet ist das mit dem BDEW-Gaspreis und vor der erwarteten Erhöhung 2027. Grundpreis und Schornsteinfeger für die Gasheizung entfallen nach dem Tausch, auch sie sind nicht eingerechnet.
Wovon die Jahresarbeitszahl abhängt
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Der Wert von 3,4 stammt aus dem Feldtest „WP-QS im Bestand" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Die Forscher haben 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen, 83 Prozent der Gebäude stammen aus der Zeit vor 1995 (mehr dazu: Zero Bills im Altbau). Der Schlussbericht erschien im November 2025.
Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Feldtest im Mittel auf 3,4, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Erdwärmepumpen erreichten im Mittel 4,3, zwischen 3,6 und 5,4. Der Heizstab, der bei großer Kälte elektrisch zuheizt, verbrauchte im Mittel rund 1,3 Prozent des Stroms.
Am unteren Ende der Spanne wird die Rechnung knapp. Mit einer Jahresarbeitszahl von 2,6 kostet die Wärmepumpe im Beispielhaus rund 1.800 Euro mit Wärmepumpentarif und rund 2.390 Euro mit Haushaltsstrom, etwa so viel wie Gas. Mit 4,0 sinken die Kosten auf rund 1.220 beziehungsweise 1.500 Euro.
Mit einer Faustregel können Sie Ihr eigenes Haus einordnen. Die Wärmepumpe ist im Betrieb günstiger, wenn Jahresarbeitszahl mal Kesselnutzungsgrad größer ist als das Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis. Der Bundesverband Wärmepumpe beziffert dieses Verhältnis für Neukundenpreise Anfang Oktober auf 2,48 zu 1. Im Beispiel ergibt 3,4 mal 0,9 den Wert 3,06, bei 2,6 sind es nur 2,34.
Wo eine Anlage landet, hängt vor allem an drei Dingen. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizkörpern fließt: Je niedriger sie sein darf, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht, nach ihr wird das Gerät ausgelegt. Bei der Planung legt der Installateur fest, ob Gerät, Heizkörper und Einstellung zusammenpassen.
Welche Stärken und Schwächen die Technik sonst mitbringt, steht in unserem Überblick zu den Vorteilen und Nachteilen der Wärmepumpe.
Was die Wärmepumpe kostet und wie viel die KfW übernimmt
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet nach Zahlen der Verbraucherzentrale-Energieberatung im Schnitt rund 36.000 Euro, Stand August 2026. Der Preis umfasst die Entsorgung des Altgeräts und den betriebsfertigen Anschluss, aber keine neuen Rohre oder Heizkörper. Eine neue Gasheizung liegt dort bei 16.000 Euro. In einfachen Fällen beginnt eine Wärmepumpe laut co2online bei etwa 12.500 Euro.
Die KfW fördert den Tausch über ihr Programm 458 mit einer Grundförderung von 30 Prozent. Selbstnutzende Eigentümer bekommen 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus dazu, wenn ihre Gasheizung vor mindestens 20 Jahren in Betrieb gegangen ist. Bei einer Gasetagenheizung spielt das Alter keine Rolle.
Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro erhalten zusätzlich 40 Prozent Einkommensbonus, bis 40.000 Euro sind es 30 Prozent, bis 50.000 Euro zehn Prozent. Mit einem Kind unter 18 Jahren liegen die Grenzen je 10.000 Euro höher. Die KfW zahlt insgesamt höchstens 70 Prozent, Selbstnutzer mit bis zu 30.000 Euro Einkommen (mit Kind 40.000 Euro) bekommen bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Unsere Beispielrechnung für das 36.000-Euro-Angebot: 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus ergeben 46 Prozent auf 28.000 Euro, also 12.880 Euro Zuschuss. Ihr Eigenanteil liegt damit bei rund 23.100 Euro. Ist Ihre Gasheizung jünger als 20 Jahre, bleibt es bei 30 Prozent oder 8.400 Euro.
Steht ohnehin ein neuer Kessel an, zahlen Sie in diesem Beispiel rund 7.100 Euro mehr als für eine neue Gasheizung. Bei 600 bis 1.000 Euro niedrigeren Betriebskosten ist der Unterschied nach sieben bis zwölf Jahren ausgeglichen. Darin stecken weder die erwartete Gaspreiserhöhung 2027 noch Wartung, Schornsteinfeger und Gas-Grundpreis.
Ab Februar 2027 zahlt die KfW weniger
Am 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 auf zwölf Prozent, danach alle sechs Monate um weitere vier Prozentpunkte. Im selben Takt sinkt die Kostengrenze für die erste Wohneinheit um je 750 Euro. Maßgeblich ist laut KfW-Merkblatt der Tag, an dem Sie den Antrag stellen, nicht der Tag der Zusage.
In unserer Beispielrechnung bringt ein Antrag ab Februar 42 Prozent auf 27.250 Euro, also 11.445 Euro. Das sind rund 1.400 Euro weniger als bei einem Antrag vor Februar.
Für das erste Quartal 2027 hat die KfW einen weiteren Umbau angekündigt. Die Grundförderung solle dann auf 15 Prozent sinken, in der EU gefertigte Geräte sollen 15 Prozent zusätzlich erhalten. Startdatum und Kriterien stehen noch nicht fest. Weil das erste Quartal mit dem Januar beginnt, kann auch ein Antrag im Januar schon unter die neuen Regeln fallen.
So stellen Sie den Förderantrag rechtzeitig
Entscheiden Sie sich noch 2026. Liegt Ihre Straße an einem Fernwärmenetz, vergleichen Sie vorher beide Wege (mehr dazu: Fernwärme oder Wärmepumpe). Holen Sie dann Angebote ein, die eine Heizlastberechnung für Ihr Haus enthalten, damit die Größe des Geräts zum Haus passt. Eine kostenlose Erstberatung bietet zum Beispiel tink.energy an (Anzeige: Bei einer Anfrage über diesen Link erhält Cleanthinking eine Provision, für Sie ändert sich nichts).
Für die Förderung zählt die Reihenfolge. Zuerst unterschreiben Sie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung: Der Vertrag gilt erst mit der Förderzusage oder entfällt ohne sie. Er nennt außerdem ein voraussichtliches Umsetzungsdatum. Erst danach stellen Sie den Antrag bei der KfW, spätestens Ende Januar, besser früher.
Ein Vertrag ohne diese Bedingung oder ein Baubeginn vor dem Antrag gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Nach dem Antrag haben Sie 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Den Winter nutzen Sie zum Planen, eingebaut wird, sobald der Installateur kann.
Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach decken Sie einen Teil des Wärmepumpenstroms selbst. Steht ohnehin ein Elektroauto an, lohnt es sich, Wallbox und Wärmepumpe gemeinsam zu planen: Beide sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a.
Häufige Fragen zum Wechsel von der Gasheizung zur Wärmepumpe
Was kostet es, eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet laut Verbraucherzentrale-Energieberatung im Schnitt rund 36.000 Euro, inklusive Entsorgung des Altgeräts und betriebsfertigem Anschluss (Stand August 2026). Mit 46 Prozent KfW-Förderung auf 28.000 Euro bleiben in unserer Beispielrechnung rund 23.100 Euro Eigenanteil. Einfache Fälle beginnen laut co2online bei etwa 12.500 Euro.
Wie viel spart eine Wärmepumpe gegenüber Gas?
In unserer Beispielrechnung für ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch spart eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 rund 600 bis 1.000 Euro Betriebskosten im Jahr. Bei einer Jahresarbeitszahl von 2,6 liegt sie etwa gleichauf mit Gas, bei 4,0 spart sie mehr.
Was ändert sich bei der Wärmepumpen-Förderung 2027?
Ab 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf zwölf Prozent und danach halbjährlich um weitere vier Prozentpunkte, die Kostengrenze sinkt um je 750 Euro. Für das erste Quartal 2027 hat die KfW angekündigt, die Grundförderung auf 15 Prozent zu senken und in der EU gefertigte Geräte mit 15 Prozent zusätzlich zu fördern; Startdatum und Kriterien sind offen.
Muss ich den Installateur vor dem Förderantrag beauftragen?
Ja, der Vertrag kommt zuerst, er braucht aber eine Bedingung. Sie schließen einen Vertrag, der an die Förderzusage geknüpft ist und ein voraussichtliches Umsetzungsdatum nennt, dann stellen Sie den KfW-Antrag. Ein Vertrag ohne Bedingung oder ein Baubeginn vor dem Antrag schließt die Förderung aus.
QUELLEN
- Fraunhofer ISE: WP-QS im Bestand, Schlussbericht, 25.11.2025.
- BDEW: BDEW-Gaspreisanalyse August 2026, August 2026.
- Finanztip: Gaspreisentwicklung & Aktuelle Gaspreise, 20.10.2026.
- Finanztip: Aktueller Strompreis & Strompreisentwicklung, 20.10.2026.
- Finanztip: § 14a EnWG zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen erklärt, 2026.
- Berliner Zeitung: Ab Januar 2027 bis zu 20 Prozent mehr fürs Gas: Was Strom- und Gaskunden bis Jahresende erledigen sollten, 17.10.2026.
- Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, Februar 2026.
- Bundesverband Wärmepumpe: BWP Energiepreis-Monitor 2026, 06.10.2026.
- Verbraucherzentrale-Energieberatung: Entwicklung der Heiztechnikpreise, 21.08.2026.
- co2online: Wärmepumpe, ohne Datum.
- KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen - Wohngebäude (458), Stand September 2026.
- KfW: Anpassungen in den KfW-Produkten der Bundesförderung für effiziente Gebäude, Pressemitteilung, 08.07.2026.