Mit Förderung kostet der neue Smart unter 15.000 Euro

NEUES E-AUTO UNTER 20.000 EURO · 12. OKTOBER 2026

Smart bringt den Zweisitzer smart #2 zurück

Seit dem Frühjahr 2024 fehlte der Zweisitzer im Programm von Smart. Ab dem 13. Oktober nimmt Smart Bestellungen für den elektrischen smart #2 an, die Preise beginnen bei 19.990 Euro.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 6 Min. LESEN


Mit der staatlichen E-Auto-Förderung sinkt der Preis für viele Haushalte deutlich unter diese Marke. Privatpersonen erhalten für ein reines Elektroauto 3.000 Euro, je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen und Kinderzahl bis zu 6.000 Euro. Nach eigener Rechnung kostet der smart #2 in der Basisversion Pure dann zwischen 16.990 und 13.990 Euro. Das Bundesumweltministerium betont, die Förderung stehe Fahrzeugen aller Hersteller offen. Das Geld gibt es mit der Zulassung, die ersten Zweisitzer sollen ab Mitte 2027 ausgeliefert werden.

Die Marke hat deutsche Wurzeln: Mercedes-Benz brachte den fortwo 1998 auf den Markt, mehr als 2,5 Millionen Stück liefen bis zum 28. März 2024 im lothringischen Hambach vom Band. Mercedes-Benz hatte die Marke 2019 in ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer Geely eingebracht, beide halten je die Hälfte. Die Europazentrale sitzt in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, verkaufen werden den smart #2 in Deutschland die Händler von Mercedes-Benz. Smart Deutschland hat den Bestellstart vom zweiten Quartal 2027 auf jetzt vorgezogen.

Den neuen Zweisitzer fertigt Geely in einem Werk in der chinesischen Provinz Zhejiang. Eine Fertigung ausschließlich in Europa hätte den Marktstart nach Angaben des Herstellers um ein bis zwei Jahre verzögert, bei ausreichenden Stückzahlen schließt Smart sie nicht aus. Für den Import zahlt Smart den EU-Ausgleichszoll für Geely von 18,8 Prozent plus den regulären Einfuhrzoll von zehn Prozent. Unter 20.000 Euro bleibt der Einstiegspreis trotzdem.

Was der smart #2 auf 2,75 Metern mitbringt

Der smart #2 ist 2,75 Meter lang und kommt mit einem Wendekreis von 6,95 Metern aus. Er steht auf der neuen Plattform Electric Compact Architecture, die Räder sitzen weit außen an den Ecken der Karosserie. Ein Elektromotor mit 60 Kilowatt treibt die Hinterräder an, leer wiegt der Wagen rund 1.130 Kilogramm. Den unteren Teil der geteilten Heckklappe können Insassen im Stand als Sitz nutzen, er trägt bis zu 120 Kilogramm.

smart #2 Innenraum

Der Akku speichert 35,8 Kilowattstunden. Er nutzt Zellen aus Lithium-Eisenphosphat (LFP) von CATL, das Batteriepack montiert Geely. Als WLTP-Zielwerte nennt Smart 290 Kilometer Reichweite und einen Verbrauch von 13,6 Kilowattstunden auf 100 Kilometer, die Typgenehmigung läuft noch. An der Schnellladesäule lädt der Zweisitzer mit bis zu 65 Kilowatt und soll in rund 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent kommen.

Alle Versionen geben über Vehicle-to-Load Strom aus dem Akku an externe Geräte ab. Die Basisversion Pure lädt an der Wallbox nur einphasig mit 7,4 Kilowatt, von zehn auf 80 Prozent dauert das rund fünf Stunden. Ab der Version Pure+ lädt der smart #2 mit elf Kilowatt. Ob er Strom auch ins Haus oder ins Netz zurückgeben kann, lässt Smart offen. Den Rahmen dafür gibt es inzwischen: Seit Januar 2026 fallen beim bidirektionalen Laden nur noch einmal Netzentgelte an, doch die Netzbetreiber stellen ihre Abrechnung erst noch um.

Smart reiht sich in eine Welle günstiger Elektroautos ein

Europachef Wolfgang Ufer sagte in Paris, Elektromobilität müsse für mehr Menschen zur Verfügung stehen. Damit steht Smart nicht allein. Der VW ID. Polo kostet in der Ausstattung Trend 24.995 Euro, mehr als 30.000 Bestellungen hat Volkswagen seit April in Europa eingesammelt. Renault bietet den viersitzigen Twingo E-Tech ab 19.990 Euro an, der baugleiche Nissan Pixo folgt Anfang 2027 für rund 20.000 Euro.

Wie schnell sich die Klasse verändert, zeigt der E-Auto-Index des österreichischen Fachverlags CDA, über den der Spiegel berichtet. Der Index setzt den Preis von 78 Kleinst- und Kleinwagen ins Verhältnis zu Reichweite, Verbrauch, Ladeleistung, Motorleistung und Kofferraum. Unter den zehn besten Modellen der Ausgabe für das zweite Quartal 2026 stehen sechs Neulinge, darunter zwei Versionen des ID. Polo. „Das Einstiegssegment ist aktuell der dynamischste Teil des E-Auto-Marktes“, sagt Herausgeber Harald Gutzelnig.

Seitenansicht des neuen smart Elektroautos

Der Wettbewerb drückt auch auf ältere Modelle. Nach Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zahlten Käufer für einen Opel Corsa Electric im Juni 2024 nach Rabatt noch 31.283 Euro, im September 2026 waren es 20.240 Euro. Das sind 35 Prozent weniger in gut zwei Jahren.

Weitere Modelle sind angekündigt. Volkswagen will ab 2027 ein E-Auto für rund 20.000 Euro anbieten, Citroën plant die elektrische Ente für unter 15.000 Euro. Die Bundesförderung läuft bis 2029 und ist mit drei Milliarden Euro für rund 800.000 Fahrzeuge ausgestattet. Viele dieser Autos kommen also auf den Markt, solange der Zuschuss fließt.

Smart verlangt für zwei Sitze so viel wie Renault für vier

Smart setzt mit dem Zweisitzer auf die Stadt, wo kurze Länge und kleiner Wendekreis beim Parken zählen. Pure+ kostet 20.990 Euro und bringt neben dem schnelleren Laden an der Wallbox einen beheizbaren Fahrersitz mit. Die Version Premium mit festem Glasdach kostet 24.490 Euro, die auf 999 Stück in Europa begrenzte Couture Edition 25.690 Euro. Alle Preise sind vorläufig und gelten ohne Überführung und Zulassung.

Modell Listenpreis mit 3.000 € Förderung mit 6.000 € Förderung
smart #2 Pure19.990 €16.990 €13.990 €
smart #2 Pure+20.990 €17.990 €14.990 €
Renault Twingo E-Tech19.990 €16.990 €13.990 €
VW ID. Polo Trend24.995 €21.995 €18.995 €

Listenpreise laut Herstellern ohne Überführung und Zulassung, Förderbeträge nach den Regeln der E-Auto-Förderung, eigene Rechnung. Den Höchstbetrag von 6.000 Euro erhalten Haushalte mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Einkommen unter 45.000 Euro.

Johann Tomforde gilt als Erfinder des Smart, er leitete das Projekt in den 1990er-Jahren. Seit er das Unternehmen 1998 verlassen habe, habe er „nicht aufgehört, an dieses Auto zu denken“, sagte er in Paris. Ab Mitte 2027 will Smart Deutschland den Zweisitzer smart #2 gemeinsam mit den Mercedes-Händlern auf die Straße bringen.

QUELLEN

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  1. smart Europe: Pressemitteilung zum Bestellstart des smart #2, 12. Oktober 2026.
  2. smart Media: It’s back. That’s big. The All-Electric smart #2 Makes Its World Premiere at the Paris Motor Show, 12. Oktober 2026.
  3. electrive: Smart #2 feiert in Paris die Rückkehr des Zweisitzers, 12. Oktober 2026.
  4. CnEVPost: Smart #2 debuts in Paris as Couture Edition launches in China, 12. Oktober 2026.
  5. Stuttgarter Zeitung: EU-Strafzölle auf E-Autos aus China: Wie teuer wird es für Mercedes und Co.?, Oktober 2024.
  6. electrive: Last Smart Fortwo rolls off the production line in Hambach, 3. April 2024.
  7. Mercedesblog: Production end of the smart fortwo at the Hambach plant, März 2024.
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