FÖRDERBONUS LÄUFT IM AUGUST 2028 AUS · 21. OKTOBER 2026

Hausbesitzer sparen mit Wärmepumpe statt Gasheizung bis zu 15.700 Euro
Mit Wärmepumpe statt Gasheizung und eigenem Solardach holen Hausbesitzer*innen die höheren Anschaffungskosten nach vier Jahren wieder herein, wenn der volle Einkommensbonus greift. Das hat die Prognos AG für den WWF berechnet. Wer bis August 2028 wartet, verliert einen Teil des Vorteils.
Prognos vergleicht in der Modellrechnung „Der Hammer-Heizungs-Deal 3.0“ eine neue Gasheizung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, mit und ohne Photovoltaik. Das Beispielhaus ist ein teilsaniertes Einfamilienhaus der Energieeffizienzklasse F, wie es rund ein Fünftel des Bestands ausmacht. Über 15 Jahre ist die Wärmepumpe in jeder Förderstufe günstiger. Die Ersparnis reicht von 4.303 Euro ohne Einkommensbonus bis 15.729 Euro mit 40 Prozent Einkommensbonus und eigener Solaranlage.
Dass die Gasheizung über ihre Laufzeit zur Kostenfalle wird, hatte im Sommer schon das Institut der deutschen Wirtschaft vorgerechnet. Der WWF legt seine Rechnung zum dritten Mal vor, der Titel spielt auf den „Heiz-Hammer“ der Heizungsgesetz-Debatte von 2023 an. Neu ist diesmal der Faktor Zeit: Prognos rechnet für einen Kauf im Oktober 2026 und einen im August 2028, wenn der Geschwindigkeitsbonus der Förderung wegfällt. Je nach Förderquote betrage der Unterschied 4.600 bis 5.380 Euro, teilt der WWF mit. „Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig“, sagt Sebastian Breer, Gebäudeexperte beim WWF Deutschland.
Käufer von 2028 verlieren rund 5.000 Euro Förderung
Grundlage ist die seit Juli geltende Bundesförderung für effiziente Gebäude, deren neue Sätze und Kürzungsstufen Cleanthinking im Detail beschrieben hat. Entscheidend für die Rechnung: Ab Februar 2027 sinken Geschwindigkeitsbonus und förderfähige Kosten jedes halbe Jahr, im August 2028 ist der Bonus bei Null. Wer dann kauft, bekommt für dasselbe Haus mehrere tausend Euro weniger Zuschuss.

Ohne Einkommensbonus braucht die Wärmepumpe Zeit. Nach zehn Jahren liegt sie mit 48.122 Euro Gesamtkosten noch über der Gasheizung mit 44.630 Euro. Nach 14 Jahren sind die Mehrkosten eingespielt, mit Solaranlage nach zwölf. Bei einem Kauf im August 2028 ohne Einkommensbonus und ohne Solardach kostet die Wärmepumpe nach 15 Jahren sogar 807 Euro mehr. Sie rechnet sich dann erst im 16. Jahr, bei einer Lebensdauer von 18 Jahren nach der Richtlinie VDI 2067.
Biomethan und CO₂-Preis verteuern die Gasheizung
Die neue Gasheizung kostet im Modell 18.000 Euro ohne jede Förderung, die Wärmepumpe rund 34.000 Euro plus knapp 9.000 Euro für Umbauten im Haus. Ob sich Wärmepumpe statt Gasheizung rechnet, entscheiden deshalb die laufenden Kosten. Hier schlägt die Biotreppe zu, die Betreiber neuer Gaskessel ab 2029 zu steigenden Anteilen Biomethan verpflichtet, dazu steigende Gasnetzentgelte und der CO2-Preis. Preissprünge durch Kriege oder Lieferkrisen bildet die Rechnung nicht ab, der WWF nennt die Annahmen deshalb konservativ.
Auch die Solaranlage ist knapp angesetzt: acht Kilowatt Peak, die 21 Prozent des Wärmepumpenstroms liefern. Schon das senkt die Gesamtkosten nach 15 Jahren um 1.906 Euro. Für den Netzstrom rechnet Prognos mit einem Wärmepumpentarif. Wie viel mehr das Zusammenspiel aus Tarif, Solardach und Speicher herausholt, hat Cleanthinking anhand einer britischen Auswertung beschrieben.
Der WWF fordert Kredite für Haushalte mit kleinem Einkommen
Der WWF verlangt, die Heizungsförderung im Bundeshaushalt dauerhaft abzusichern, statt das Geld wie geplant schrittweise zu streichen. Einkommensschwache Haushalte bräuchten leichteren Zugang zu günstigen Krediten, etwa über Ausfallbürgschaften des Bundes oder Darlehen, die sich aus den eingesparten Heizkosten tilgen. Wasserstoff und Biomasse solle der Staat beim Heizen nicht mehr fördern, und die gestrichene Beratungspflicht vor dem Einbau einer fossilen Heizung müsse zurück ins Gesetz. Weil die Rechnung nur ein Beispielhaus abbildet, rät der WWF zu einer unabhängigen Energieberatung für das eigene Gebäude.
QUELLEN
- WWF Deutschland: Neue WWF-Rechnung. Der Hammer-Heizungs-Deal 3.0 (Pressemitteilung), 20.10.2026.