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Farasis Energy investiert in Batterie-Produktion in Bitterfeld-Wolfen

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Führender Batteriehersteller Farasis Energy entscheidet sich nach ausgiebiger Standortsuche für Werk im ehemaligen Solar Valley und will 600 Millionen Euro investieren.

Während deutsche, aber auch einige europäische Unternehmen weiterhin Zögern und Zaudern, machen chinesische und amerikanische Unternehmen längst Nägel mit Köpfen: Nach CATL hat nun auch Farasis Energy einen deutschen Produktionsstandort angekündigt. Zog es CATL ans Erfurter Kreuz, findet Farasis Energy im ehemaligen Solar Valley in Bitterfeld-Wolfen eine neue Heimat. Im ersten Schritt investiert der Batteriezell-, modul- und systemhersteller 600 Millionen Euro.

Farasis Energy wurde 2002 in den USA gegründet und hat seinen Hauptsitz bis heute im Silicon Valley. Produktionsstätten hat er Batteriehersteller aber insbesondere in China: In Ganzhou und Zhenjiang (20 Gigawattstunden) beispielsweise. Seit Anfang diesen Jahres baut Farasis einen Forschungs- und Entwicklungsstandort in Stuttgart auf – und will dort bis Ende des Jahres rund 100 Mitarbeiter beschäftigen.

Im vergangenen Herbst gab Farasis nach dem Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von einer Milliarde US-Dollar die Expansionspläne nach Europa bekannt. Nach intensiver Standortsuche ist seit heute klar: Faraday Energy verlegt seinen europäischen Hauptsitz perspektivisch nach Bitterfeld-Wolfen und macht dort aus dem ehemaligen Solar Valley ein künftiges Energy Valley. Zunächst sollen Batteriesysteme für bis zu 100.000 Elektroautos hergestellt werden.

Bis Ende 2022 will Farasis Energy dort ein Werk errichten, in dem Batterien für Elektroautos hergestellt werden. Die Besonderheit ist: Farasis will nicht nur Batteriesysteme auf Basis zugekaufter Zellen oder Module herstellen, sondern die Wertschöpfungskette ganzheitlich abdecken. In China ist das Cleantech-Unternehmen mit den großen Ambitionen auf NMC-Pouch-Zellen für Elektroautos, offenbar auch von BAIC spezialisiert. Weltweit ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge der zweitgrößte Hersteller von Pouch-Zellen für Elektromobilitäts-Anwendungen.

Das Wirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt will die Ansiedlung mit rund 30 Millionen Euro unterstützen. Dazu will Farasis Energy auch Fördermittel für die Zellherstellung über das Bundeswirtschaftsministerium bzw. die Europäische Union beantragen. Im ersten Schritt sollen mindestens 600 Arbeitsplätze entstehen – das Bundesland hofft, dass Farasis seine Investition perspektivisch auf eine Milliarde Euro ausdehnen wird.

Farasis Energy: Global Player und Startup gleichermaßen

Global beschäftigt Farasis Energy derzeit 3.500 Mitarbeiter – die allermeisten davon in China. In Europa hingegen beschreibt sich Farasis Energy, das im Januar mit dem Aufbau des Standorts in Stuttgart begann, als Startup, das rasch wachsen soll. Unter www.wemakehistory.de haben die deutschen Manager Sebastian Wolf, Mario Reich und Albert Vila eine Webseite aufgebaut, die künftige Mitarbeiter von einem Engagement in der globalen Farasis-Familie überzeugen soll.

Die Fotos vom neuen Standort in Stutgart zeigen aber, das – wie bei einem Startup – gerade Aufbauarbeit in vollem Gange ist. Ganz nebenbei wurde die Standortsuche erfolgreich vorangetrieben und heute über die Medien bekanntgegeben. Von Bitterfeld-Wolfen aus will Farasis Energy ab spätestens 2023 große Autobauer beliefern – den Angaben zufolge ist man mit mehreren großen, europäischen Herstellern im Gespräch. Weitere Angaben dazu gibt es derzeit nicht.

Um die Performance der eigenen Batterietechnologie nachzuweisen, unterhält Farasis Energy auch eine Partnerschaft mit einem Team in der Formel-E. CEO des Unternehmens ist der gebürtige Chinese Yu Wang – das und die Investoren deuten an, dass es heute wohl mehr ein chinesisches als ein amerikanisches Unternehmen ist.

Farasis Energy strebt nach eigener Aussage nach anhaltendem Wachstum und nachhaltiger Rentabilität, indem es seine Kunden bei der Produktdesign-Optimierung unterstützt, um mit der Lithium-Ionen-Technologie eine optimale Energiedichte (etwa achtfach höher als bei bisherigen Blei-Säure-Batterien) und Leistung bei maximaler Sicherheit zu erreichen.

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