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Garten Solaranlage: PV-Experte erklärt die Grundlagen

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Lohnt sich Photovoltaik im Garten, wenn das Dach ungeeignet erscheint? Rasen- und Gartenhaus-PV als Trend.

Neben den boomenden Trends Dach-PV und Balkonkraftwerk kommt mit der Garten Solaranlage eine weitere Möglichkeit zur Senkung von Stromkosten dazu. Dabei meint Photovoltaik im Garten oder Garten-PV sowohl die Platzierung von Photovoltaikmodulen aufgeständert auf dem Rasen als auch die Montage auf dem Dach des Gartenhauses. Doch beim Gartenhäuschen gilt das gleiche Problem wie bei einer Vielzahl von Hausdächern in Deutschland: Verwinkelt, verschattet, falsches Material als Unterbau (Rebdach). Daher Solaranlage in den Garten im Mittelpunkt dieses Ratgeber-Beitrages.

Beim Kauf, Ausrichtung, Installation und Genehmigung einer Garten Solaranlage (auch Gartenkraftwerk genannt) gibt es einige Punkte zu beachten, die in diesem Ratgeber u.a. auch von Deutschlands Photovoltaik-Praktiker Nr. 1 Holger Laudeley beantwortet werden sollen. Photovoltaik im Garten gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Vor allem die kleineren, steckfertigen Ausführungen, so genannten PV-Kleinkraftwerke oder Mini-PV-Anlagen, werden im urbanen Raum immer häufiger zur Erzeugung des eigenen Sonnenstroms verwendet.

Wie funktioniert eine Solaranlage für den Garten?

Priwatt bietet die Garten Solaranlage  priFlat Quattro mit vier Solarmodulen für 1.439 Euro an.

Eine Garten Solaranlage funktioniert, indem sie die Energie der Sonne in Strom umwandelt, der dann in einer Batterie gespeichert wird. Die Größe des Solarpanels und der Batterie bestimmt dabei die Leistung der Solaranlage. Zwischengeschaltet wird ein Laderegler, der die Batterie vor Überlastung und Tiefenentladung schützt. Dadurch können Gartengeräte und Garteneinrichtungen wie beispielsweise eine eine Wasserpumpe oder ein elektrischer Rasenmäher mit Solarstrom allein betrieben werden.

Ein typisches Beispiel für eine Garten Solaranlage bietet Priwatt. Der Hersteller von Mini- und Balkonsolaranlagen bietet mit priFlat Quattro vier Solarmodule im Paket für 1.439 Euro an.

Wie unterscheiden sich Balkonkraftwerk und Gartenkraftwerk?

Die Garten Solaranlage bzw. das Gartenkraftwerk und das Balkonkraftwerk unterscheiden sich prinzipiell kaum voneinander. Allerdings ist die Montage und Installation am Balkon logischerweise aufwändiger als aufgeständert auf dem Rasen stehend. Die Einfachheit des Gartenkraftwerks ist durchaus ein Vorteil.

Lohnt sich Photovoltaik 2023? Mehr dazu hier.

Gartenkraftwerke gibt es – ähnlich wie Solarmodule für den Balkon – auch in der massiven Variante, als bifaziale Version und als biegsames oder zusammenklappbares Modul für den vollständig mobilen Einsatz. Wer aber wirklich reichlich Energie produzieren will, um seinen Haushaltsstrombedarf abzudecken, wird eher zu klassischen Solarmodulen mit heute oft bis zu 415 Watt Peak greifen.

Was kostet Photovoltaik im Garten?

Gartenkraftwerk von Laudeley

Wie teuer eine Solaranlage für den Garten ist, ist schwer zu sagen, weil es ganz von den individuellen Möglichkeiten der jeweiligen Rasenfläche oder des Gartenhäuschens abhängt. Da Photovoltaik im Garten durch die Aufständerung aber gute Möglichkeiten bietet, sehr gute Erträge zu liefern, kann sich ein solches Kleinkraftwerk schnell amortisieren.

Ein Beispiel für ein einzelnes Gartenmodul in doppelseitiger Ausführung gibt es bei Balkonkraftwerk-Vertrieb.de für 805 Euro. Die Leistung des Moduls inklusive Klappgestellt liegt bei bis zu 500 Watt. Ein doppelseitiges Modul erzeugt bis zu 30 Prozent mehr Energie als ein herkömmliches Modul, das nur von einer Seite Strom „erntet“.

Monokristalline Bifaziale Module für eine Garten Solaranlage

Die oben beschriebene Lösung von Priwatt kostet 1.439 Euro für ein Gartenkraftwerk mit vier Photovoltaikmodulen. Yuma wiederum bietet aktuell zwei Solarmodule mit jeweils 400 Watt Peak (Yuma Flat 800) für 754 Euro an. Bei Amazon ist ein Gartenkraftwerk von DUR_line (siehe rechts) mit 830 Watt Peak ein Bestseller. Diese Garten Solaranlage kostet 655 Euro. Auch hier handelt es sich um bifaziale Solarmodule.

Muss das Bauamt die Garten Solaranlage genehmigen?

Ob eine Solaranlage im Garten erlaubt ist, muss beim jeweiligen Bauamt erfragt werden. Hierbei wird auch die Frage geklärt, wie groß eine Solaranlage im Garten sein darf. Generell ist davon auszugehen, dass eine Garten Solaranlage bis zu einer doch stattlichen Größe erlaubt ist und keiner besonderen Genehmigung bedarf.

Erst ab wirklich großen Maßen – und zwar drei Meter Höhe und neun Meter Länge – ist die Garten Solaranlage in den meisten Bundesländern genehmigungspflichtig. In diesem Kontext wird aber auch durch das jeweilige Bauamt geprüft, ob das Landschaftsbild bzw. Ortsbild verändert wird. Es gibt auch Beispiele für Garten-PV-Anlagen, die nicht genehmigt wurden.

In der Bauordnung unterschiedlicher Bundesländer ist von „Gebäudeunabhängigen Solaranlagen“ die Rede. So gelten die auch im Video von Holger Laudeley genannten Maße für die Garten Solaranlage (3 Meter Höhe, 9 Meter Länge) beispielsweise in Sachsen (siehe VEE zur Änderung der sächsischen Bauordnung) oder in Niedersachsen (vgl. Anhang 2.3). Dort steht exakt:

Solarenergieanlagen und Sonnenkollektoren mit nicht mehr als 3 m Höhe und mit nicht mehr als 9 m Gesamtlänge, außer im Außenbereich, sowie in, an oder auf Dach- oder Außenwandflächen von Gebäuden, die keine Hochhäuser sind, angebrachte Solarenergieanlagen und Sonnenkollektoren sowie

  1. a) die mit der Errichtung solcher Solarenergieanlagen oder Sonnenkollektoren verbundene Änderung der äußeren Gestalt oder
  2. b) die mit der Nutzung solcher Solarenergieanlagen oder Sonnenkollektoren verbundene Änderung der Nutzung

bestehender baulicher Anlagen, in, auf oder an denen die Solarenergieanlagen oder Sonnenkollektoren angebracht werden.

Tipps vom PV-Praxisexperten Holger Laudeley: Maximale Größe einer Garten Solaranlage

Garten Solaranlage – PV-Praxisexperte Holger Laudeley liefert Fakten und Grundlagen.

Eine eigene Rechnung, wie viele Module nach den Vorgaben der Bauordnungen in den Garten passen könnten, macht der deutsche Photovoltaikpraktiker Nr. 1 Holger Laudeley im obigen Video auf. Neun Meter Breite bieten demnach Platz für acht Module mit jeweils einer Leistung von 400 Watt nebeneinander. Theoretisch würde die zulässige Höhe reichen, um diese Module in einem Winkel von 34 Grad aufzuständern – der ideale Winkel in unseren Breitengraden.

Aber: Da heutige Solarmodule auch jede Menge Diffuslicht einfangen, gibt es eine ganz andere Möglichkeit: Winkel von 15 Grad und drei Modulreihen hinter- und übereinander aufständern. Somit ergibt sich eine Diagonale von 5,25 Meter und eine Endhöhe von 1,35 Metern. Fast 5,5 Meter Platz muss man natürlich erst einmal haben im Garten, und noch dazu möglichst unverschattet (ganztägig). Aber das Potenzial ist gegeben: 24 Module mit 400 Watt Peak ergeben 9,6 Kilowatt Peak und eine Solarerzeugung von bis zu 10.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Daneben erklärt Holger Laudeley im sehenswerten Video auch viele Grundlagen der Technologie anhand des Beispiels seines eigenen Gartenkraftwerks. Ein wirklich sehenswertes Video.

In Verbindung mit einem Stromspeicher ist eine solche Garten Solaranlage also eine gute Möglichkeit, einen typischen Haushalt weitgehend autark zu bekommen.

Einspeisevergütung für Garten-PV

Ein besonders Schmankerl für alle Freunde der Garten Solaranlagen gibt es, seit das EEG 2023 in Kraft ist. Bis 2022 gab es keine Einspeisevergütung für Garten-Photovoltaik-Lösungen. Die einzige Möglichkeit zur Amortisation bestand im Eigenverbrauch. Überschüssiger Ökostrom aus dem eigenen Garten ging ins Stromnetz – im Zweifel zum Normalpreis für Strom zum Nachbarn.

Seit der EEG-Reform 2023 ist das anders: Mit dem §48 „Solare Strahlungsenergie“ wird eine Vergütung für Solarpanels von 7 Cent je Kilowattstunde benannt:

„Für Strom aus Solaranlagen, deren anzulegender Wert gesetzlich bestimmt wird, beträgt dieser vorbehaltlich der nachfolgenden Absätze 7,0 Cent pro Kilowattstunde, wenn die Anlage auf einem Grundstück innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils im Sinn des § 34 des Baugesetzbuchs errichtet worden ist, auf diesem Grundstück zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ein Wohngebäude besteht, das nach Maßgabe der Verordnung nach § 95 Nummer 3 nicht dazu geeignet ist, dass auf, an oder in ihm eine Solaranlage errichtet werden kann, die Grundfläche der Anlage die Grundfläche dieses Wohngebäudes nicht überschreitet und die Anlage eine installierte Leistung von nicht mehr als 20 Kilowatt hat.“

Welche Vorteile bietet Photovoltaik auf Rasen oder Gartenhaus?

Eine PV-Anlage für den Garten (Rasen oder Gartenhaus) ist ideal für alle, die sich unabhängig von Stromversorgern machen und ihren eigenen Strom erzeugen möchten. Gerade in Gegenden mit häufigen Stromausfällen kann eine solche Anlage ein wahrer Segen sein. Vorteil ist, dass bifaziale Module sehr gut eingesetzt werden können. Sie versprechen höhere Erträge von bis zu 30 Prozent.

Eine Garten Solaranlage kann dazu beitragen, Ihre Stromkosten zu reduzieren. Wenn Sie beispielsweise eine Inselanlage, die nicht ans Stromnetz angeschlossen ist, nutzen, können Sie Ihre Stromkosten auf Null reduzieren. Wenn Sie eine Photovoltaikanlage mit Netzanbindung haben, können Sie Ihren Stromverbrauch reduzieren und somit auch Ihre Stromrechnung.

Eine PV-Anlage für den Garten ist umweltfreundlich und nachhaltig. Sie erzeugen Ihren eigenen Strom, ohne fossile Brennstoffe zu verbrauchen oder Kohlendioxid auszustoßen. Durch die Nutzung von Solarenergie können Sie dazu beitragen, die Umwelt zu schonen und den Klimawandel zu bekämpfen.

Eine Garten Solaranlage kann auch den Wert Ihrer Immobilie steigern. Eine PV-Anlage ist eine Investition, die sich langfristig lohnt und dazu beitragen kann, den Wert Ihrer Immobilie zu erhöhen.

Garten Solaranlage mit Speicher

Garten Solaranlage mit Speicher von EET

Genau wie beim klassischen Balkonkraftwerk stellt sich auch bei der Garten Solaranlage die Frage, ob der erzeugte Solarstrom möglichst vollumfänglich auch wirklich im Haushalt verwendet werden kann. Wer das mit einem „Nein“ beantwortet, sollte über einen Speicher nachdenken.

Ein interessantes Angebot dazu hat der Hersteller EET Energy im Sortiment. „Lightmate Garten“ kombiniert zwei Solarmodule mit dem Batteriespeicher. Mehr dazu gibt es hier auf der Webseite des Unternehmens.

Fazit von Cleanthinking-Gründer Martin Jendrischik

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Thema Photovoltaik im Garten sehr positiv entwickelt – der Boom hat mehrere Gründe. Einerseits die Einspeisevergütung, die es seit vergangenem Jahr gibt. Andererseits die Befreiung auch solcher Anlagen von der Mehrwertsteuer. Daneben steigt der Strombedarf durch Wärmepumpen und Elektroautos, was mehr Menschen dazu bewegt, möglichst viele Chancen zum Gegenwirken zu ergreifen.

Und: Die technischen Möglichkeiten verbessern sich. Speicher werden schnell billiger und bifaziale Solarmodule erhöhen den Ertrag deutlich. Wer also bereit ist, ein Stück Garten mit seiner Photovoltaik zu „teilen“, kann sich hier eine Ergänzung oder Alternative zur klassischen Photovoltaikanlage auf dem Dach schaffen.

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% S Kommentare
  1. Tom sagt

    Hallo zusammen,
    leider muss ich, zumindest in meinem LK, dazu sagen, dass die Theorie zum flachen Winkel und somit mehreren möglichen Reihen übereinander nicht zieht beim Bauamt.
    Die Neun Meter Länge werden, zumindest hier, aufaddiert aus allen Breiten jedes Moduls.
    Habe ich also 24 Module, so wird deren Breite genommen mal 24. Das überschreitet in jedem Fall die Neun Meter.

    Ich hatte mir da nämlich ein wunderbares Konstrukt entworfen, 18 kWp mit 40 Modulen und unterer Kante von knapp 8,5 Meter. War nicht möglich ohne Genehmigung. Höhe hatte ich mit knapp 2,25 Meter auch eingehalten.

    Aber so sind se, die Ämter 😉

    1. Martin Jendrischik sagt

      Hallo Tom,

      vielen Dank für diesen Hinweis aus der Praxis!

      Martin

  2. Alexander sagt

    Ihr habt absolut keine Ahnung wovon ihr redet […] „Garten“ ist für die meisten ein Pachtgarten, der zur Erholung dient. Oft in einem Verein.

    Wenn ihr von „Garten-PV“ redet, solltet ihr erwähnen, das man das uU nicht darf, weil Erholungsgärten minimalistisch sein müssen. Die 28m² Häuschen sind als Unterstände, Aufbewahrung, Wetterschutz gedacht. Da sind aufwändige Solaranlagen sehr wahrscheinlich nicht erlaubt.

    Des weiteren gibt es Probleme mit dem Brandschutz (nicht wirklich, aber wenn man einen Gartenverein fragt, sagt der „wer weiß“, genau wie die Feuerwehr). Außerdem habt ihr vergessen, dass bei gewollter Vergütung ein 2-Richtungszähler her muss und dieser extra kostet, so viel, dass sich das bei 600W-Anlagen nicht rentiert.

    1. Martin Jendrischik sagt

      Hallo Alexander,

      vielen Dank für Deine Ausführungen. Die Passagen, in denen Du Holger Laudeley beleidigst, habe ich entfernt. Ich empfinde diese Aussagen als bodenlose Frechheit, womöglich justiziabel. Muss das sein?

      Wenn für Dich ein Garten eben nur ein kleiner Erholungsgarten ist, dann hast Du ein anderes Bild von einem Garten als ich es habe. Okay – vielleicht würde sich ein Artikel „Kleingarten-PV“ dafür besser eignen. Das ist aber kein Grund für derart überhebliche Aussagen.

      Die Rechtslage wird im Artikel besprochen, sogar zitiert.

      Viele Grüße,
      Martin Jendrischik, Gründer von Cleanthinking.de

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