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Sila Nanotechnologies arbeitet mit BMW an der Batterie-Revolution

Neuartige Zell-Chemie auf Basis von Silizium von Sila Nanotechnologies soll 2023 von BMW in Elektroautos eingesetzt werden / 30 Prozent längere Lebensdauer?

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Es heißt oft, die Lithium-Ionen-Batterietechnologie sei ausgereift und werde keine neuen Innovationen mehr hervorbringen. Eine Kooperation zwischen BMW und dem Cleantech-Unternehmen Sila Nanotechnologies aus San Francisco könnte jetzt das Gegenteil belegen. Jedenfalls kündigt Sila im Wall Street Journal (Artikel hinter Bezahlschranke) an, BMW werde ab 2023 auf die eigenen Batteriematerialien setzen. Und – so WSJ – damit der lange erwartete nächste Technologiesprung in der Batterie-Technologie kurz bevor. Bedeutet etwa für Smartphones: 10 bis 30 Prozent längere Lebensdauer.

Fünf Jahre sind im Zyklus der Automobilbranche keine unüberwindbar lange Distanz. Insofern ist möglich, was Sila Nanotechnologies jetzt als Kooperation mit BMW vermeldete. Sila ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Batteriematerialien. Ein Beispiel dafür sind Anodenmaterialien, die vorwiegend aus Silizium bestehen und bisherige Graphitelektroden ersetzen könnten. Wird daraus eine Batterie-Revolution?

Für schnelleren Fortschritt arbeitet die BMW Group bereits seit längerem zusammen mit Sila Nano an der Entwicklung des Sila Nano-Silizium-Anodenmaterials für den Automobilmarkt. Die beiden Unternehmen arbeiten mit vereinten Kräften daran, die bahnbrechende Technologie von Sila Nano anzuwenden und so die für leistungsstarke Elektrofahrzeuge benötigte Performance und industrielle Nutzung zu erzielen.

Sila Nanotechnologies: Technologie funktioniert schon heute

Schon heute sorgten diese Materialien für hohe Lebensdauer, sehr geringe Größe und hohe Energiedichten in Batteriezellen der nächsten Generation. Die herkömmliche Batteriechemie (Graphitanoden, Lithium-Metalloxid-Kathoden) sei hingegen ausgereizt und stoße an technische Grenzen – diese Aussage deckt sich mit den eingangs erwähnten Grenzen. Daher widme man sich einer neuen Generation von Werkstoffchemie mit höherer Speichereffizienz. Diese soll mit herkömmlichen Zellfertigungs-Prozessen wirtschaftlich sein.

Anfang der nächsten Dekade sollen die ersten Produkte von Sila Nano kommen. Damit werde man einen neuen Leistungsstandard für Elektrofahrzeuge setzen, hieß es. Zu den Investoren des Unternehmens gehören Bessemer Venture Partners, Matrix Partners und Sutter Hill Ventures. In einigen Medienartikeln hat sich auch BMW ähnlich positiv zum Potenzial der Technologie von Sila Nanotechnologies geäußert.

Dennoch: Bis 2023 ist noch ein langer Weg – womöglich hat auch Tesla eine veränderte Batterie-Technologie im Köcher, um die doch eher unrealistischen Zieldaten des Tesla-Semi zu erreichen. Angesichts der rasanten, globalen Aufmerksamkeit für Elektromobilität, bewegt sich scheinbar auch Vieles im Batteriesektor selbst.

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