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Ausbau der Solarenergie beschleunigen: Studie warnt vor Stromlücke ab 2023

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Eine neue Untersuchung rechnet mit einer Stromlücke von 46 Terawattstunden in 2023 – BSW Solar fordert Anpassung der Ausbauziele.

Die Bundesregierung muss die Ausbauziele für Erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik und Windenergie an Land, schnell nach oben korrigieren. Geschieht dies nicht, droht einer neuen Studie von EuPD Research zufolge eine Stromlücke, die heute schon für 2023 bei 46 Terwattstunden liegt. Der BSW Solar fordert daher, die Ausbauziele nach oben anzupassen und weitere Batterien des Solarmarktes zu entfernen.

Die deutsche Stromversorgung steht nach Ansicht der Bonner Forscher vor einer Lücke, und zwar schon ab dem Jahr 2023. Daher muss die Geschwindigkeit des Photovoltaikausbaus ab 2021 mindestens verdoppelt und ab 2022 verdreifacht werden. Nur dann könne die Versorgungssicherheit erhalten bleiben und die Klimaziele erreicht werden.

Im aktuellen Jahr könnte die Stromnachfrage (Netto) aufgrund der Corona-Krise sinken – Schätzungen zufolge um vier Prozent auf ca. 500 Terawattstunden. Schon 2021 ist mit einem Aufschwung, wirtschaftlicher Erholung und steigenden Stromverbräuchen der Wirtschaft zu rechnen.

Infolge des Atom- und Kohleausstiegs und aufgrund eines nur schwachen Netto-Windenergieausbaus an Land werde die Stromerzeugung nach den Prognosen der Marktforscher spätestens in drei Jahren mit der anziehenden Stromnachfrage nicht mehr mithalten können. Trotz des stärkeren Zubaus von Windrädern in Nord- und Ostsee auf 20 Gigawatt in den kommenden zehn Jahren entstehe bereits im Jahr 2023 eine Stromerzeugungslücke in Höhe von 46 Terawattstunden. Diese wachse bis 2030 auf 77 Terawattstunden, was 12 Prozent des zu diesem Zeitpunkt erwarteten Strombedarfs entspricht. 

Es ist an der Zeit, die Ausbauziele im Erneuerbare-Energien-Gesetz entsprechend zu erhöhen. Gleichzeitig müssen alle Marktbarrieren für die Solartechnik endlich weg. Wer A sagt und zu Recht aus Atom- und Kohlekraft aussteigt und zugleich mehr Strom oder grünen Wasserstoff unter anderem in der Mobilität sehen möchte, der muss jetzt auch B sagen und den Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigen. 

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft

Vor dem Hintergrund der jüngsten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen hat EuPD Research die in Kooperation mit dem Bundesverband Solarwirtschaft und der Innovationsplattform The smarter E im letzten Herbst erstellte Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040″ im Juni 2020 aktualisiert. 

Ziel der Studie war es, ein realistisches Zukunftsbild des deutschen Strommarktes zu entwerfen. Neben der Modellierung des deutschen Strommarktes werden volkswirtschaftliche Dimensionen des Umbaus sowie die Auswirkungen auf den Strompreis untersucht. Als Darstellungsebene fungieren Lastgänge und Erzeugungsprofile auf 15-Minuten-Basis. Der Modellansatz folgt dem sogenannten Zieldreieck der Energiepolitik aus Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit.

Das Update steht hier zum Download zur Verfügung. Sie wird am 16.06.2020 um 11:00 Uhr der interessierten Fachöffentlichkeit von den Autoren in einem Webinar vorgestellt. Die Anmeldung ist kostenfrei hier möglich.

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