WÄRMEPUMPE · 2. OKTOBER 2026

Wärmepumpe Kosten im Überblick: Was Kauf, Förderung und Betrieb wirklich ausmachen
Die Kosten einer Wärmepumpe liegen beim Kauf deutlich über denen eines Gaskessels. Mit KfW-Zuschuss, passendem Stromtarif und guter Jahresarbeitszahl zahlen Eigentümer über die Jahre aber meist weniger als mit Erdgas.
Beim Stichwort Wärmepumpe Kosten denken viele Eigentümer zuerst an das Angebot des Installateurs. Der ADAC nennt für eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus mit Stand Sommer 2026 meist 20.000 bis 50.000 Euro inklusive Installation. Für eine neue Gaszentralheizung setzt co2online 6.000 bis 9.000 Euro für den Wärmeerzeuger an. Wer nur diese beiden Zahlen vergleicht, rechnet allerdings unvollständig.
Über die Lebensdauer einer Heizung entscheiden vier weitere Größen: der staatliche Zuschuss, der Strompreis, die Effizienz im Alltag und die CO2-Kosten für Erdgas. Wer die grundsätzlichen Stärken und Schwächen der Wärmepumpe schon kennt, braucht vor allem belastbare Zahlen. Im Heizspiegel 2026 bescheinigt co2online der Wärmepumpe die niedrigsten laufenden Kosten aller Heizarten.
Alle Angaben zu Förderung und Recht beziehen sich auf den Stand September 2026. Seit dem 21. Juli 2026 vergibt die KfW ihre Heizungszuschüsse zu neuen Konditionen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt außerdem das neue Gebäudemodernisierungsgesetz.
Inhalt
Wärmepumpe Kosten: Was zahlen Hausbesitzer für Gerät und Einbau?
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau zahlen Hausbesitzer im Einfamilienhaus meist 15.000 bis 31.000 Euro, im Altbau mit Zusatzarbeiten entsprechend mehr. Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe fallen eher 20.000 bis 49.000 Euro an, weil Bohrung oder Kollektorfeld hinzukommen. Diese Spannen ergeben sich aus den Einzelposten, die der ADAC mit Stand Sommer 2026 veröffentlicht.
Für das Gerät selbst nennt der ADAC bei Luft-Wasser-Modellen 8.000 bis 16.000 Euro, bei Sole-Wasser-Modellen 10.000 bis 18.000 Euro. Für Montage, Leitungen, Pumpen und Speicher veranschlagt der ADAC 7.000 bis 15.000 Euro. Für eine Erdsonde kommen 8.000 bis 16.000 Euro hinzu, für einen Flächenkollektor 3.000 bis 10.000 Euro.
Im Altbau fallen für neue Heizkörper, hydraulischen Abgleich und Elektrik laut ADAC weitere 5.000 bis 20.000 Euro an. Für Erdwärmepumpen setzt co2online im Schnitt sogar 46.500 Euro inklusive Bohrung an. Einen Teil davon holen Eigentümer über niedrigere Stromkosten wieder herein, denn das Fraunhofer ISE hat bei Erdwärmepumpen höhere Jahresarbeitszahlen gemessen.
| Kostenblock | Luft-Wasser | Sole-Wasser |
|---|---|---|
| Gerät | 8.000 bis 16.000 | 10.000 bis 18.000 |
| Montage und Material | 7.000 bis 15.000 | 7.000 bis 15.000 |
| Erschließung der Wärmequelle | entfällt | 3.000 bis 16.000 |
| Summe ohne Altbau-Arbeiten | 15.000 bis 31.000 | 20.000 bis 49.000 |
| Zusatzarbeiten im Altbau | 5.000 bis 20.000 | 5.000 bis 20.000 |
| Mittlere Jahresarbeitszahl im Bestand | 3,4 | 4,3 |
Wie viel Förderung gibt es für eine Wärmepumpe im September 2026?
Die KfW erstattet im Programm 458 zwischen 30 und 80 Prozent von höchstens 28.000 Euro förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit. Bei voll ausgeschöpften Kosten sind das 8.400 bis 22.400 Euro, Stand September 2026. So steht es auf der Programmseite der KfW und im Merkblatt, das seit dem 24. September 2026 gilt.
Die Grundförderung von 30 Prozent erhalten alle privaten Eigentümer. Selbstnutzer bekommen 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, wenn sie eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen. Dasselbe gilt für eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung, einen Effizienzbonus gewährt die KfW dagegen nicht mehr.
Neu gestaffelt ist der Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro gibt es 40 Prozent, bis 40.000 Euro 30 Prozent und bis 50.000 Euro zehn Prozent. Mit mindestens einem minderjährigen Kind steigen diese Grenzen einmalig um 10.000 Euro. Die KfW deckelt die Summe bei 70 Prozent, bei Einkommen bis 30.000 Euro oder mit Kind bis 40.000 Euro bei 80 Prozent.
| Konstellation | Fördersatz | Zuschuss in Euro |
|---|---|---|
| Nur Grundförderung, etwa Vermieter | 30 % | 8.400 |
| Selbstnutzer mit Klimageschwindigkeitsbonus | 46 % | 12.880 |
| dazu Einkommen bis 50.000 Euro | 56 % | 15.680 |
| dazu Einkommen bis 40.000 Euro (Deckel) | 70 % | 19.600 |
| dazu Einkommen bis 30.000 Euro (Deckel) | 80 % | 22.400 |
Wer zögert, verliert Geld. Die KfW senkt den Klimageschwindigkeitsbonus ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte, ab August 2028 entfällt er ganz. Im selben Rhythmus sinken die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit um jeweils 750 Euro.
Für das erste Quartal 2027 kündigt die KfW zudem einen Wertschöpfungsbonus an. Für Wärmepumpen aus Produktion außerhalb der EU könnte die Grundförderung dann zum Beispiel auf 15 Prozent sinken. Die Details will das Bundeswirtschaftsministerium im zweiten Halbjahr 2026 bekanntgeben.
Den Antrag stellen Eigentümer vor Beginn der Arbeiten im Portal „Meine KfW“. Vorher brauchen sie eine Bestätigung zum Antrag von einem Energieeffizienz-Experten oder vom Fachbetrieb. Pflicht ist außerdem die Optimierung des gesamten Heizsystems einschließlich hydraulischem Abgleich.
Wärmepumpe Kosten im Betrieb: Welcher Stromtarif lohnt sich?
Im Einfamilienhaus liegen die Stromkosten fürs Heizen mit Wärmepumpe laut ADAC 2026 meist zwischen 750 und 1.600 Euro im Jahr. Wer einen eigenen Zähler und einen Wärmepumpentarif nutzt, zahlt pro Kilowattstunde deutlich weniger als für Haushaltsstrom.
Haushaltsstrom kostet laut BDEW-Strompreisanalyse im Jahr 2026 bisher durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde, Datenstand August 2026. Die Verbraucherzentrale NRW fand bei Wärmepumpentarifen mit separatem Zähler im Schnitt 24 Cent plus 140 Euro Grundpreis im Jahr. Die Spanne reichte in ihrem Marktcheck vom 20. Februar 2026 von 20 bis 29 Cent.
Grundlage des Rabatts ist Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Seit 2024 dürfen Netzbetreiber neu in Betrieb genommene Wärmepumpen bei Engpässen dimmen und senken dafür die Netzentgelte. Ohne eigenen Zähler bleibt nur Modul 1 mit einer Pauschale, laut Verbraucherzentrale im Schnitt 145 Euro im Jahr. Wie sich der Wärmepumpentarif mit Solaranlage und Speicher kombinieren lässt, hängt stark vom Messkonzept ab.
Wie günstig Eigentümer mit Wärmepumpe langfristig heizen, hängt auch vom Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis ab. Der Bundesverband Wärmepumpe beziffert diesen Faktor für Neukunden mit Stand 15. August 2026 auf 2,48 zu eins. Die Internationale Energieagentur hat untersucht, warum dieses Preisverhältnis den Wärmepumpen-Markt in Deutschland bremst.
Wie stark bestimmt die Jahresarbeitszahl die Betriebskosten?
Die Jahresarbeitszahl bestimmt direkt, wie viel Strom eine Wärmepumpe für dieselbe Wärmemenge braucht. Zwischen einer mittleren Luft-Wasser-Anlage und einer mittleren Erdwärmepumpe liegen gut 20 Prozent Stromverbrauch.
Das Fraunhofer ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Mittel auf eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erdgekoppelte Anlagen auf 4,3. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr des Hauses und Effizienz fanden die Forschenden laut Mitteilung vom 3. November 2025 nicht.
Für ein Rechenbeispiel der Redaktion ist ein Wärmebedarf von 16.000 Kilowattstunden im Jahr angenommen. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 sind dafür rund 4.700 Kilowattstunden Strom nötig, bei 4,3 rund 3.720 Kilowattstunden. Mit dem durchschnittlichen Wärmepumpentarif der Verbraucherzentrale ergeben sich daraus etwa 1.270 beziehungsweise 1.030 Euro im Jahr.
Über den Haushaltsstromzähler zu 37 Cent wären es bei der Luft-Wasser-Anlage rund 1.740 Euro. Eigentümer fahren mit einem eigenen Zähler deshalb fast immer günstiger. Für die Wartung kalkuliert co2online im Einfamilienhaus 100 bis 400 Euro im Jahr, für eine Gasheizung 80 bis 180 Euro plus Schornsteinfeger.
Wärmepumpe Kosten gegen Gasheizung: Wer heizt auf Dauer günstiger?
Im laufenden Betrieb heizen Eigentümer mit Wärmepumpe schon heute günstiger als mit Erdgas. Im 130 Quadratmeter großen Einfamilienhaus erwartet co2online für 2026 rund 1.300 Euro Heizkosten mit Wärmepumpe und 1.930 Euro mit Erdgas.
| Heizart | 2025 | 2026 (Prognose) |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 1.260 | 1.300 |
| Holzpellets | 1.415 | 1.740 |
| Erdgas | 2.040 | 1.930 |
| Fernwärme | 2.040 | 2.055 |
| Heizöl | 2.145 | 2.745 |
Für die Amortisation hat die Redaktion 30.000 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe angenommen, dazu einen Selbstnutzer mit 20 Jahre alter Gasheizung und 46 Prozent Zuschuss. Nach 12.880 Euro Förderung bleiben 17.120 Euro Eigenanteil. Das sind gut 7.000 Euro mehr als die rund 10.000 Euro, die co2online für eine komplett eingebaute Gas-Brennwertheizung ansetzt. Bei 630 Euro Ersparnis pro Jahr laut Heizspiegel ist die Differenz ohne Preisänderungen nach gut elf Jahren eingespielt.
Bei der Gasheizung kommen CO2-Kosten hinzu, denn die Deutsche Emissionshandelsstelle versteigert die Zertifikate 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Jede Kilowattstunde Erdgas setzt rund 201 Gramm CO2 frei. Bei 20.000 Kilowattstunden Verbrauch fallen laut Verbraucherzentrale 2026 etwa 260 bis 310 Euro CO2-Kosten im Jahr an.
Für 2027 hat die Bundesregierung laut Bundestag denselben Korridor vorgeschlagen, beschlossen ist er Stand September 2026 noch nicht. Ab 2028 regelt die EU den CO2-Preis für Gebäude und Verkehr über ihren neuen Emissionshandel ETS2. Mit welchen Heizkosten im europäischen Emissionshandel Gaskunden danach rechnen müssen, ist offen.
Bundestag und Bundesrat haben im Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet, die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Wärme ist gestrichen. Eigentümer dürfen weiter neue Gasheizungen einbauen, müssen laut Bundestag ab 2029 aber mindestens zehn Prozent Biobrennstoffe nutzen. Bis 2040 steigt der Pflichtanteil dieser Bio-Treppe auf 60 Prozent.
Biomethan und Wasserstoff verteuern das Heizen mit Gas laut co2online zusätzlich. In seiner Heizkostenprognose vom 3. Juni 2026 kommt co2online für 2026 bis 2045 auf rund 24.500 Euro mit Luft-Wasser-Wärmepumpe. Für eine Gasheizung fallen im selben Zeitraum rund 55.600 Euro an, mit Biomethan 65.100 Euro. Warum die Gasheizung zur Kostenfalle werden kann, zeigt diese Differenz deutlich.
„Zu oft liegt bei der Heizungswahl der Fokus auf den Anschaffungskosten“, sagt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. Der ADAC nennt für Wärmepumpen je nach Förderung und Typ Amortisationszeiten von meist sieben bis 15 Jahren.
Was bedeuten die Kosten einer Wärmepumpe für die Wärmewende?
Weil Eigentümer mit Wärmepumpe schon heute günstiger heizen als mit Erdgas, entscheiden vor allem Anschaffungskosten und Strompreis über das Tempo der Wärmewende. Der Bundesverband Wärmepumpe fordert deshalb ein Verhältnis von Strom- zu Gaspreis von zwei zu eins oder weniger.
Die Käufer reagieren bereits. Laut Heizungsindustrieverband BDH wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 194.500 Heizungs-Wärmepumpen abgesetzt, 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei gasbasierten Wärmeerzeugern zählte der Verband 134.000 Stück. Zugleich sind laut BDH rund vier Millionen Heizungen in Deutschland älter als 30 Jahre.
Für das Klima zählt jede getauschte Gasheizung. Das Fraunhofer ISE errechnete für die vermessenen Wärmepumpen im Jahr 2024 einen um 64 Prozent geringeren CO2-Ausstoß als bei Gasheizungen. Mit jedem zusätzlichen Windrad und Solarpark sinken die Emissionen je Kilowattstunde Strom weiter.
Auch die Forschenden des Kopernikus-Projekts Ariadne halten Wärmepumpen im bestehenden Einfamilienhaus für ökonomisch sinnvoll. Sie rechnen mit Kostendaten von 2023 und sehen den künftigen CO2-Preis als entscheidende Größe für fossile Heizungen. In dicht bebauten Quartieren nennen die Forschenden Fernwärme als wichtige Alternative, deshalb sollten Eigentümer prüfen, ob die Kommune eher Fernwärme oder Wärmepumpe plant.
QUELLEN
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen - Wohngebäude (458), abgerufen am 26. September 2026.
- KfW: Merkblatt Zuschuss Nr. 458, gültig ab 24. September 2026.
- ADAC: Wärmepumpe kaufen: Alles zu Kosten und Stromverbrauch, Stand Sommer 2026.
- co2online: Wärmepumpe: Kosten, Funktion und Förderung, abgerufen am 26. September 2026.
- co2online: Kosten und Preise von Gasheizungen, 21. Mai 2026.
- co2online: Heizen wird teurer: neuer Heizspiegel zeigt Sparpotenziale, 22. September 2026.
- co2online: Heizkostenprognose: Fossile Heizungen werden auch mit Bio-Treppe zur Kostenfalle, 3. Juni 2026.
- Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck: Stromtarife für Wärmepumpen, 20. Februar 2026.
- Verbraucherzentrale: So viel teurer macht der CO2-Preis Ihre Heizkosten, Stand 6. Januar 2026.
- BDEW: BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Datenstand August 2026.
- Bundesverband Wärmepumpe: BWP Energiepreis-Monitor 2026, 1. September 2026.
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich, 3. November 2025.
- Deutsche Emissionshandelsstelle: Was bedeutet die neue Versteigerungsphase im nationalen Emissionshandel ab 2026 für Verbraucherpreise?, 19. Dezember 2025.
- Deutscher Bundestag: BEHG-Änderung: CO2-Preis soll 2027 stabil bleiben, hib 692/2026, 8. September 2026.
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Heizungsgesetz-Novelle, 10. Juli 2026.
- Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz, 29. Juli 2026.
- BDH: Heizungsmarkt legt zu: Wärmepumpen setzen positive Impulse, 11. August 2026.
- Kopernikus-Projekt Ariadne: Analyse: Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden, 23. Januar 2024, aktualisiert 28. November 2025.