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Northvolt Ett: European Investment Bank bewilligt 350 Mio. Euro für schwedische Gigafactory

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Mit IKEA und Volkswagen stehen weitere Investoren für 1,5-Milliarden-Gigafactory Northvolt Ett bereit – VW-Tochter Scania kauft Batterien bei Northvolt.

Der Aufbau von Batteriezell-Fabriken ist kostspielig und riskant. Das schwedische Cleantech-Startup Northvolt ist auf dem besten Wege, die Finanzierung des ersten Teils seiner Gigafactory Northvolt Ett abzuschließen. Neben dem VW-Konzern, der direkt oder über Scania investieren könnte, strebt offenbar auch die Ingka Group, Inhaber der meisten IKEA-Stores weltweit, eine Beteiligung an.

Die herausragenden Nachrichten rund um Europas erste Batteriezell-Gigafactory Northvolt Ett reißen nicht ab. Jetzt hat die Europäische Investitionsbank die grundsätzliche Vereinbarung zur Unterstützung der Finanzierung der ersten europäischen Gigafactory für Lithium-Ionen-Batteriezellen des Cleantech-Startups Northvolt unterzeichnet. Damit erhält das schwedische Vorhaben ein Darlehen über 350 Millionen Euro. Außerdem wird die Finanzierung durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen unterstützt.

Die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und umweltfreundlichen Batterie-Wertschöpfungskette innerhalb Europas kann nicht nur die Treibhausgasemissionen durch Dekarbonisierung der Stromerzeugung und des Verkehrs senken, sondern auch dazu beitragen, Millionen gut bezahlter Arbeitsplätze in der europäischen Industrie angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs zu schützen. Das heute vom Verwaltungsrat grundsätzlich genehmigte Darlehen von 350 Mio EUR an Northvolt ist die bisher größte direkte Finanzierungsgenehmigung der EIB für Batterietechnologie, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Northvolt in den kommenden Monaten, um Verträge abzuschließen

EIB-Vizepräsident Andrew McDowell

Northvolt Ett soll künftig als primärer Produktionsstandort des Cleantech-Unternehmens dienen und eine aktive Materialaufbereitung, Zellenmontage, Recycling und Hilfsstoffe beinhalten. Der Bau des ersten Abschnitts der Fabrik wird im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Northvolt Ett wird zunächst eine jährliche Kapazität von 16 Gigawattstunden produzieren. Dafür sind 1,5 Milliarden Euro Investitionen notwendig. Im zweiten Schritt soll die Produktionskapazität verdoppelt werden.

Diese grundsätzliche Genehmigung der EIB ist ein wichtiger Moment im Prozess der Fertigstellung unserer Kapitalerhöhung zur Unterstützung der Gründung von Northvolt Ett. Heute sind wir unserem Ziel, die umweltfreundlichsten Batterien der Welt zu bauen und den europäischen Übergang in eine dekarbonisierte Zukunft zu ermöglichen, einen Schritt näher gekommen.

Peter Carlsson, Mitbegründer und CEO von Northvolt

Northvolt Ett: Beteiligt sich IKEA an der Finanzierungsrunde?

Das Ziel des Unternehmens, den ersten Abschnitt von Northvolt Ett möglichst zeitnah finanziert zu bekommen, scheint ebenfalls in greifbare Nähe gerückt zu sein. Heute wurde bekannt, dass die Ingka Group, die die meisten IKEA-Filialen weltweit besitzt, Interesse an einem Investment hat. Das Projekt sei sehr, sehr interessant, man sei in der finalen Phase der Gespräche, so eine Sprecherin der Ingka Group gegenüber Reuters.

Bislang hat Northvolt offiziell zwischen 80 und 100 Millionen Euro Venture Capital erhalten – teilweise in Forschungskooperationen, teilweise zur Finanzierung der Gigfactory Northvolt Ett. Die Investoren schließen Siemens, BMW, Scania, ABB, Vestas und Vattenfall mit ein.

Northvolt Ett: Charge der Batteriezellen verkauft?

Während Northvolt Ett erst bis 2020 die Produktion aufnehmen soll, ist das Unternehmen schon kräftig dabei, die Batteriezellen zu verkaufen. Dem Vernehmen nach laufen Verhandlungen mit Atlas Copco, Husqvarna, Verstas, Volvo Cars, Jaguar Land Rover, Daimler und BMW über signifikante Volumina.

Northvolt Ett Batteriepacks
So könnten Batteriepacks aus Northvolt Ett aussehen.

Bestätigt ist bereits, dass die Volkswagen-Tochter Scania Batteriezllen aus Schweden einkaufen wird. Ziel ist es, gemeinsam Zellen zu entwickeln, die speziell für den Bedarf von Nutzfahrzeugen ausgerichtet sind. Das könnte dazu führen, dass sich Scania ebenfalls als Investor am Aufbau der Northvolt Ett-Gigafactory beteiligt.

Ist Northvolt der Volkswagen-Batteriepartner für Salzgitter?

Unterdessen hat sich der Volkswagen-Konzern, der gestern verkündete, eine Milliarde in eine eigene Batteriezell-Fertigung in Salzgitter investieren zu wollen – falls einige Rahmenbedingungen dies zulassen – für Northvolt als Partner dieser Fabrik entschieden. Das berichten mehrere Medien wie das Handelsblatt übereinstimmend. Die Nachricht überrascht, weil bislang immer SK Innovation als bevorzugter Batteriezell-Partner von Volkswagen galt.

Wobei es nicht unbedingt ein „entweder oder“ sein muss: Schließlich braucht alleine Volkswagen eine Batteriekapazität von 300 Gigawattstunden, wenn in den kommenden zehn Jahren fast 70 Elektroauto-Modelle auf den Markt kommen sollen und der Boom wie geplant stattfindet.

Damm braucht Volkswagen alleine die Northvolt Ett-Kapazität, die eigene Fabrik und zusätzlich ein Werk mit dem Cleantech-Startup Quantumscape, das an Feststoffbatterien forscht, um – zumindest partiell – Lithium-Ionen-Batterien abzulösen. Und natürlich kommen dann mit Sicherheit auch weitere Anteile von den klassischen Herstellern aus Südkorea und China, die inzwischen alle Fabriken in Osteuropa aufbauen oder bereits betreiben.

Northvolt selbst rechnet in fünf bis sechs Jahren mit erheblicher Knappheit in Sachen Batteriezellen, weil der Aufbau von Fertigungskapazitäten mit dem erwarteten Bedarf nicht Schritt hält. Northvolt-Chef Carlsson kann daher auch nicht beziffern, wie viele Batterien beispielsweise Scania abnehmen wird: Weil das entscheidend davon abhängt, wie schnell die grünen Batterien aus Schwedens Gigafactory Northvolt Ett zuverlässig in Masse produziert werden können.

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