Solaranlagen liefern im Oktober 44 Prozent mehr Strom als vor einem Jahr

WETTER UND STROMMIX IM OKTOBER · 3. NOVEMBER 2026

Der Oktober 2026 bringt mehr Regen, mehr Sonne und weniger Wind

Mit 10,6 Grad lag der Oktober 2026 um 1,6 Grad über dem Mittel von 1961 bis 1990. Erstmals seit Februar fiel mehr Regen als im Klimamittel, und die Sonne schien den achten Monat in Folge überdurchschnittlich lang.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 3 Min. LESEN


Solaranlagen in Deutschland erzeugten im Oktober gut 5,1 Terawattstunden Strom für das öffentliche Netz. Das sind 44 Prozent mehr als im Oktober 2025. Windräder an Land und auf See lieferten mit rund 14,5 Terawattstunden dagegen zwölf Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das zeigen vorläufige Daten der Plattform Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Die Wetterdaten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Er wertete rund 2.000 Messstationen aus, alle Werte sind vorläufig.

Nordrhein-Westfalen erlebt den zehnten zu warmen Monat in Folge

Gegenüber dem jüngeren Vergleichszeitraum 1991 bis 2020 lag der Oktober 1,2 Grad über dem Mittel von 9,4 Grad. Zu Monatsbeginn stiegen die Temperaturen an mehreren Tagen über 20 Grad. Den Höchstwert meldete Mehringen in Sachsen-Anhalt am 1. Oktober mit 27,5 Grad. Am kältesten war es voraussichtlich am 20. Oktober in Dippoldiswalde-Reinberg in Sachsen mit minus 3,1 Grad.

Am mildesten war es im Norden und Westen, Bremen kam auf 11,8 Grad. Im Südosten kühlte es nachts unter klarem Himmel stärker ab, Thüringen blieb mit 9,8 Grad das kühlste Land. In Nordrhein-Westfalen war damit jeder Monat des Jahres 2026 wärmer als das Klimamittel. Brandenburg verbuchte den neunten zu warmen Monat in Folge.

Der Regen im Oktober 2026 gleicht das Defizit nicht aus

Mit rund 76 Litern pro Quadratmeter fiel 36 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel von 1961 bis 1990. Gegenüber 1991 bis 2020 waren es rund 20 Prozent mehr. Der Regen verteilte sich ungleich. Schleswig-Holstein meldete 129 Liter pro Quadratmeter, Berlin knapp 31 Liter. Im Norden und Westen fiel teils dreimal so viel wie im Osten.

Seit Jahresbeginn fehlen nach Angaben des DWD weiterhin rund 120 Liter pro Quadratmeter. Die Böden im Süden und Osten sind trockener als üblich und haben sich vielerorts nicht nachhaltig erholt. Die großen Flüsse führen weiterhin sehr wenig Wasser. Was niedrige Pegel die Binnenschifffahrt kosten, hat Cleanthinking am Beispiel des Rheins beschrieben. Schon im September hatte der DWD auf dem Extremwetterkongress vor Wasserknappheit im Sommer gewarnt.

Solaranlagen erzeugen mehr Strom, Windräder weniger

Die Sonne schien im Oktober rund 122 Stunden und damit etwa zwölf Prozent länger als im Mittel von 1961 bis 1990. Rund 80 dieser Stunden fielen in die erste Monatshälfte. Der Solarstrom folgte diesem Muster. Nach den Energy-Charts-Daten stammten rund drei der gut fünf Terawattstunden aus den ersten 15 Tagen. Am sonnigsten war Nordrhein-Westfalen mit 141 Stunden, Schleswig-Holstein kam auf rund 100 Stunden.

Die Windstromerzeugung sank vor allem an Land, von 13,6 auf 11,5 Terawattstunden. Auf See blieb sie mit knapp drei Terawattstunden fast gleich. Wind und Sonne zusammen deckten 49 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung von rund 40 Terawattstunden, nach knapp 52 Prozent im Oktober 2025. Fossile Kraftwerke erzeugten 17 Prozent mehr Strom als vor einem Jahr, vor allem Braunkohle- und Gaskraftwerke. Wie stark der Solarzubau die Bilanz in diesem Jahr prägt, zeigt die Solarbilanz bis September.

Bundesland Temperatur (°C) Niederschlag (l/m²) Sonne (Stunden)
Baden-Württemberg10,886132
Bayern9,964133
Berlin11,131112
Brandenburg10,835111
Bremen11,872112
Hamburg11,6107107
Hessen10,372129
Mecklenburg-Vorpommern11,268103
Niedersachsen11,294113
Nordrhein-Westfalen11,3108141
Rheinland-Pfalz10,886136
Saarland11,2100125
Sachsen9,943110
Sachsen-Anhalt10,750110
Schleswig-Holstein11,6129100
Thüringen9,859107
Deutschland10,676122

Quelle: Deutscher Wetterdienst, vorläufige Werte, teils gerundet.

QUELLEN

  1. Deutscher Wetterdienst: Deutschlandwetter im Oktober 2026, 30. Oktober 2026.
  2. Fraunhofer ISE, Energy-Charts: Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland, Oktober 2026, abgerufen am 1. November 2026.
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