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Redwood Materials: Wie JB Straubel einen Kreislauf für Nickel oder Kobalt etabliert

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Ehemaliger Tesla-CTO JB Straubel arbeitet mit Redwood Materials an einem Recycling-Kreislauf für Rohstoffe wie Nickel oder Kobalt – etwa für Elektroauto-Batterien.

15 Jahre arbeitete Tesla-Mitgründer JB Straubel an der Seite von Elon Musk an der Tesla-Mission: Den Übergang zu einer Welt mit erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Im Sommer 2019 verließ der damalige CTO das Elektroauto-Unternehmen – und widmete sich ganz einem anderen Cleantech-Startup: Redwood Materials. Das Spezialgebiet von Redwood: Die Rückgewinnung von Lithium, Kobalt oder Nickel aus alten Smartphones, und anderer Elektronik.

Zuletzt gab es die ersten Beiträge im Wall Street Journal oder der Financial Times über das, was Redwood Materials genau macht. Davor waren JB Straubel und seine Partner dabei, im Hintergrund an einer Recycling-Technologie zu arbeiten. Im September schließlich gab Amazon bekannt, im Rahmen seines Climate Pledge Funds in Redwood Materials investiert zu haben – das zeigt die Fortschritte der Redwood-Technologie, und grenzt auch ein wenig von den alten Banden mit Tesla ab.

Redwood entstand im Jahr 2017 nachdem Straubel erkannt hatte, das der globale Wandel zu Elektromobilität wahrscheinlich unnötige Umweltschäden durch die Entnahme von Ressourcen im Bergbau verursachen wird. Er entwickelte die Vision in einer Welt mit 100 Prozent Elektroautos, in der die Batterien viele, viele Male recycelt und wiederaufbereitet werden – und so ein weitgehend geschlossener Kreislauf entsteht.

Mit mehr als 100 Mitarbeitern und ausgestattet mit 40 Millionen Dollar Venture Capital der Capricorn Investment Group und Breakthrough Energy Ventures von Bill Gates und Jeff Bezos, arbeitet Straubel an der Verwirklichung seiner Vision.

Eine Milliarde Smartphones pro Jahr

Pro Jahr werden etwa eine Milliarde Smartphones weggeschmissen. „Es ist eine riesige, unerschlossene Ressource. Wenn wir 98 oder 99 Prozent dieser Materialien zurückgewinnen und wiederverwenden können, brauchen wir nicht sehr viel neues Material, um den gesamten Prozess am Laufen zu halten“, so Straubel im Gespräch mit der Financial Times.

Batterien, die lange im Einsatz waren, intern zersetzt sind, verfügen immer noch über dieselben Atome wie Lithium, Nickel oder Kobalt. Diese Materialien sind nach einer Aufbereitung wiederverwertbar für neue Produkte.

Für einen Handelsriesen wie Amazon, der einerseits einen gigantischen Fuhrpark betreibt und andererseits Elektronik aus dem Handel zurücknehmen muss, ist ein Recycling-Kreislauf, in dem die Materialien noch wertvoll genutzt werden, ein entscheidender Schritt. Auch deshalb hat Amazon gerade in Redwood Materials investiert.

In 2019 hat Redwood Materials eine Partnerschaft mit Panasonic begonnen, um auch die Überreste, die in der Tesla Gigafactory in Nevada anfallen, zu nutzen. Berichten zufolge besteht bereits ein Vertrag über zwei Tonnen Abfall, aus dem heraus Redwood die Rohstoffe wiederverwertbar machen soll.

Infos zur Kooperation von Panasonic mit Redwood Materials beim Battery Day?

Zwar möchte Redwood angesichts des unglaublichen Potenzials seines Geschäftsmodells weltweit nicht zu sehr mit Tesla in Verbindung gebracht werden – aber womöglich wird es am 22. September beim Tesla Battery Day dennoch Aussagen von Elon Musk zur Kooperation geben.

Die an der Wiederverwertung beteiligten Öfen laufen bei Temperaturen von 1.500 Grad Celsius, um Materialien zu hell gefärbten Pulvern zu reduzieren. Viel mehr ist über das genaue Verfahren von Redwood Materials bislang nicht bekannt – ein gut behütetes Geschäftsgeheimnis.

Duesenfeld recycelt ohne Einschmelzen

Lithium-Ionen-Zellen neigen dazu, Feuer zu fangen, wenn sie unsachgemäß transportiert werden. Beim deutschen Cleantech-Unternehmen Duesenfeld, das einen größtenteils automatisierten Prozess entwickelt hat, um mehr als 90 Prozent der Altbatterien wiederverwertbar zu machen, gab es Anfang des Jahres einen Vorfall. Das eigene Verfahren will Duesenfeld soweit verkleinern, dass es als mobile Anlage etwa direkt an Werken der Autobauer genutzt werden kann. Ein Vorteil dieses Verfahrens: Ein Einschmelzen ist nicht nötig.

Für Elon Musk ist die Arbeit von Redwood Materials ein ganz wichtiger Baustein auf dem Weg, die Kosten für Elektroautos zu senken. Denn mindestens 50, vielleicht hoch bis 75 Prozent der Kosten stecken in Rohstoffen. JB Straubel hofft, innerhalb von zehn Jahren sein Recycling-Geschäft soweit skaliert und optimiert zu haben, dass recycelte Rohstoffe nur noch halb so teuer sind, wie solche direkt aus der Mine.

Gelingt dieses Ziel, wird Redwood Materials nicht nur zur eigenen Mission aber auch zu Teslas Mission einen entscheidenden Beitrag leisten. Und Elon Musk und JB Straubel über Jahrzehnte wieder vereinen.

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