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Redwood Materials: Wie JB Straubel einen Kreislauf für Nickel oder Kobalt etabliert

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Ehemaliger Tesla-CTO JB Straubel arbeitet mit Redwood Materials an Recycling-Kreislauf für Nickel oder Kobalt.

15 Jahre arbeitete Tesla-Mitgründer JB Straubel an der Seite von Elon Musk an der Tesla-Mission: Den Übergang zu einer Welt mit erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Im Sommer 2019 verließ der damalige CTO das Elektroauto-Unternehmen – und widmete sich ganz einem anderen Cleantech-Startup: Redwood Materials. Das Spezialgebiet von Redwood: Die Rückgewinnung von Lithium, Kobalt oder Nickel aus alten Smartphones, und anderer Elektronik. Neuer Kunde seit September 2022: Der amerikanische Ableger von VW und Audi.

Im Herbst 2020 gab es die ersten Beiträge im Wall Street Journal oder der Financial Times über das, was Redwood Materials genau macht. Davor waren JB Straubel und seine Partner dabei, im Hintergrund an einer Recycling-Technologie zu arbeiten. Im September 2020 gab Amazon bekannt, im Rahmen seines Climate Pledge Funds in Redwood Materials investiert zu haben – das zeigt die Fortschritte der Redwood-Technologie, und grenzt auch ein wenig von den alten Banden mit Tesla ab.

Redwood entstand im Jahr 2017 nachdem Straubel erkannt hatte, das der globale Wandel zu Elektromobilität wahrscheinlich unnötige Umweltschäden durch die Entnahme von Ressourcen im Bergbau verursachen wird. Er entwickelte die Vision in einer Welt mit 100 Prozent Elektroautos, in der die Batterien viele, viele Male recycelt und wiederaufbereitet werden – und so ein weitgehend geschlossener Kreislauf entsteht.

Seitdem hat sich eine ganze Menge getan: Bis zum Herbst 2022 hat JB Straubel für Redwood Materials insgesamt 700 Millionen US-Dollar eingesammelt, mehrere Hundert Mitarbeiter eingestellt. Zu den Investoren zählen unter anderem der Capricorn Investment Group und Breakthrough Energy Ventures von Bill Gates und Jeff Bezos. Straubel etabliert nun eine Technologie zur Verwirklichung seiner Vision von der Kreislaufwirtschaft in der Autoindustrie.

Eine Milliarde Smartphones pro Jahr

Pro Jahr werden etwa eine Milliarde Smartphones weggeschmissen. „Es ist eine riesige, unerschlossene Ressource. Wenn wir 98 oder 99 Prozent dieser Materialien zurückgewinnen und wiederverwenden können, brauchen wir nicht sehr viel neues Material, um den gesamten Prozess am Laufen zu halten“, so Straubel im Gespräch mit der Financial Times.

Batterien, die lange im Einsatz waren, intern zersetzt sind, verfügen immer noch über dieselben Atome wie Lithium, Nickel oder Kobalt. Diese Materialien sind nach einer Aufbereitung wiederverwertbar für neue Produkte.

Für einen Handelsriesen wie Amazon, der einerseits einen gigantischen Fuhrpark betreibt und andererseits Elektronik aus dem Handel zurücknehmen muss, ist ein Recycling-Kreislauf, in dem die Materialien noch wertvoll genutzt werden, ein entscheidender Schritt. Auch deshalb hat Amazon gerade in Redwood Materials investiert.

In 2019 hat Redwood Materials eine Partnerschaft mit Panasonic begonnen, um auch die Überreste, die in der Tesla Gigafactory in Nevada anfallen, zu nutzen. Berichten zufolge besteht bereits ein Vertrag über zwei Tonnen Abfall, aus dem heraus Redwood die Rohstoffe wiederverwertbar machen soll.

Redwood Materials recycelt Batterien für VW und Audi

Redwood Materials, das gab das Unternehmen im September 2022 bekannt, wird direkt mit dem Netz von mehr als 1.000 Händlern der Volkswagen Group of America zusammenarbeiten, um Altbatterien aus Volkswagen- und Audi-Fahrzeugen zurückzugewinnen, sicher zu verpacken, zu transportieren und zu recyceln. In den Redwood-Anlagen im Norden des Bundesstaates Nevada werden nach Unternehmensangaben mehr als 95 Prozent der Metalle wie Nickel, Kobalt, Lithium und Kupfer aus den Batterien zurückgewonnen.

Anstatt diese Metalle nach Übersee zu exportieren, werden sie für die Wiederherstellung von Anoden- und Kathodenkomponenten verwendet, die wieder an US-Batteriezellenhersteller geliefert werden, ohne dass diese Mineralien jemals das Land verlassen.

Pro Jahr kommen 6 Gigawattstunden Lithium-Ionen-Batterien durch die Tore von Redwood Materials – genug um mehr als 60.000 Elektrofahrzeuge zu bauen. Die Partnerschaft mit der Volkswagen Group of America soll die für Redwood Materials zur Verfügung stehende Menge an Recyclingmaterial erhöhen, so dass noch mehr nachhaltige und erschwingliche Batteriematerialien hergestellt werden können. Da immer mehr Elektrofahrzeuge ihr Lebensende erreichen, werden ihre Akkus eine große, unbegrenzt recycelbare Ressource darstellen, die Elektrofahrzeuge immer nachhaltiger und erschwinglicher machen kann.

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