Nach dem Stromriesen Eon hat nun auch Vattenfall seine Anteile am deutschen Stromnetz an ein Unternehmen verkauft, das nicht aus Deutschland kommt und bisher nicht im deutschen Strommarkt aktiv war. Damit kommt der schwedische Konzern Vattenfall endlich der Forderung nach einer Trennung von Stromübertragung und Stromproduktion nach, die die EU-Kommission bereits sein einiger Zeit fordert.
Konsequenz für die Verbraucher: Verbraucherschützer gehen davon aus, dass dies – zumindest mittelfristig – zu sinkenden Energiepreisen führen könnte.
Konkret hat Vattenfall sein Netz für 810 Millionen Euro an den belgischen Konzern Elia sowie die Investmentgesellschaft Industry Funds Management veräußert. Dabei wird Elia die operative Tätigkeit übernehmen und 60 Prozent am Netz halten. Das Netz hat eine Länge von 9700 Kilometern und versorgt 18 Millionen Verbraucher in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Energie. Den ganzen Beitrag lesen »
Die bewegende und bewegte Geschichte des Solarzellenherstellers Q-Cells SE ist heute um ein Kapitel reicher geworden: Gründer und CEO Anton Milner ist mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausgeschieden. Hintergrund ist, dass es Milner und dessen früherem CFO offenbar nicht gelungen war, durch Restrukturierungen die Wende hin zu einem profitablen Konzern zu schaffen. Im Jahr 2009 machte Q-Cells einen gigantischen Verlust von 1,4 Milliarden Euro.
Wie geht es weiter bei Q-Cells?
Die Pressemitteilung, die Q-Cells nach der heutigen Aufsichtsratssitzung herausgab, klingt mehr nach Pflichtaufgabe als nach ehrlicher Dankbarkeit: Leidglich drei Sätzen wird noch auf Anton Milner eingegangen, offiziell wird ihm “für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre ausdrücklich gedankt”.
Nachfolger von Milner wird Nedim Cen, der erst seit Juni als CFO im Unternehmen tätig ist, und nun beide Funktionen in Personalunion schultern soll. Cen gilt als harter Sanierer und als Kopf hinter dem Restrukturierungsprogramm Q-Cells Reloaded. Dieses bewirkte einerseits den Milliardenverlust, weil beispielsweise schon mehr als 500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, führte andererseits aber zu der von Ex-Chef Milner gebrachten Prognose, das Unternehmen werde schnell wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehren.
Cen zur Seite steht weiterhin Gerhard Rauter, Vorstand für Produktion und Technologie, dessen Vertrag nach Angaben des Unternehmens um drei Jahre verlängert wurde.
Cen soll solange im Amt bleiben, bis die Neuausrichtung von Q-Cells abgeschlossen ist. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Umsetzung aller Maßnahmen bis Ende des Jahres dauern wird.
Hoffen wir, dass es in einigen Monaten wieder positive Schlagzeilen von Q-Cells geben wird!
Am 4. Februar fand in Bonn die erste Venture Lounge des Jahres statt, die traditionell von CatCap Corporate Finance und Neuhaus Partners veranstaltet wird. Teil-Thema war in diesem Fall Cleantech – und prompt gewann mit der GreenPocket GmbH aus Köln auch ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sich in erster Linie an Energieversorger richtet und den EVU dabei helfen soll, mit Smart Metering Geld zu verdienen bzw. “Kundennähe durch Smart Metering” zu erreichen.
Klar ist: Die Energieversorger in Deutschland stehen mit der partiellen Einführung von Smart Metering u.a. bei Neubauten und großen Renovierungen zum 1. Januar 2010 vor zentralen Herausforderungen. Sie müssen plötzlich mit einer steigenden Datenmenge zurecht kommen und wissen nicht, wie sie diese sinnvoll so aufbereiten können, dass gleichzeitig ihr Kunde, der Endverbraucher, dazu motiviert wird, Strom zu sparen und effizienter mit Energie umzugehen.
Genau an diesem Punkt setzt die GreenPocket GmbH mit ihrer Energy Expert Engine sowie den Energy Monitoring Tools wie einem Webportal, einer iPhone-App, einer iPod-App oder Wandgerät und Newsletter an.
“Wir haben die Energy Expert Engine auf Basis der J2EE-Technologie entwickelt, die über unterschiedliche Algorithmen und Heuristiken ermöglicht, Smart-Metering-Daten zu interpretieren und für den Endverbraucher zu visualisieren”, berichtet Dr. Thomas Goette, CEO der GreenPocket GmbH.
Letztlich biete, so Dr. Goette weiter, die GreenPocket-Technologie drei ganz entscheidende Vorteile:
- Intelligenz: Damit sind Aufarbeitung, Analyse und die Interpretation der Daten gemeint
- Mehrwert für den Verbraucher: Die hohe Anmutungsqualität des Designs und dessen Benutzerfreundlichkeit führt zu wichtigen Steuerungsimpulsen bei den Verbrauchern, die letztlich dazu beitragen, Energie effizienter einzusetzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass sowohl Push- als auch Pull-Medien eingesetzt werden, die den Verbraucher aktiv oder passiv über Neuigkeiten, Tipps usw. informieren.
- Flexibilität des Gesamtsystems: Die Technologie und deren Implementierung ist einfach und über alle gängigen Schnittstellen möglich. Außerdem erhält der Energieversorger genau die Bausteine, die er aus seinem individuellen Bedarf heraus benötigt.
Die Abbildung veranschaulicht einerseits, welche Daten sich über “Heuristiken und Algorithmen” visualisieren lassen Den ganzen Beitrag lesen »
Bloom Energy, das von namhaften Investoren und Partnern unterstütze Cleantech Startup aus dem Silicon Valley, hat in der vergangenen Woche seinen jahrelangen Stealth Mode verlassen und der Welt gezeigt, was es zu bieten hat. Dabei sparte Bloom Energy nicht mit großen Namen: Einer der wichtigsten Investoren und Fürsprecher ist John Doerr von Kleiner Perkins, der bei Startups wie Amazon, Google oder Netscape bereits ein gutes Näschen für spätere Global Player hatte.
Im Aufsichtsrat sitzt kein geringerer als Ex-Außenminister Colin Powell. Und: Die ersten Kunden von Bloom Energy sind Giganten wie Google, eBay, FedEx oder Wal-Mart.
Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Unternehmen, das von einem Ex-NASA-Mann gegründet wurde, 400 Millionen Dollar Venture Capital einsammelte und schließlich nach fast einem Jahrzehnt Stealth Mode eine PR-Kampagne startet, die seinesgleichen sucht? Ist die Technologie wirklich so weit entwickelt, dass Bloom Energy den Markt für Brennstoffzellen revolutionieren und damit den Weg in eine dezentrale Energieversorgung der Zukunft ebnen kann? Cleanthinking.de hat die wichtigsten Infos zu Bloom Energy zusammengetragen und gleichzeitig deutsche Unternehmer und Experten befragt.
Bloom Energy: Gigantische Brennstoffzelle für autarke Energieversorgung
Der so genannte Energy Server ES-5000 ist ein Minikraftwerk, das aus vielen kleinen Brennstoffzellen der SOFC-Generation besteht. Vision von Bloom Energy: In fünf bis zehn Jahren soll eine handvoll dieser kleinen Brennstoffzellen für unter 3.000 Dollar zu haben sein – und damit soll ein ganzes Einfamilienhaus mit Energie versorgt werden können.
Dabei handelt es sich um eine Brennstoffzelle der SOFC-Generation, der so genannten Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Für weitere, teils kritische, teils euphorische Einblicke sei die CBS-Sendung 60 minutes empohlen: Watch CBS News Videos Online
Der Bloom Energy Server wurde gemeinsam mit Underwriters Laboratories entwickelt. Zum Betrieb benötigt die 10-Tonnen-Brennstoffzelle Erdgas oder Biogas oder ähnliche Brennstoffe. Der Wirkungsgrad liegt nach Angaben des Unternehmens bei 50 bis 70 Prozent und kann noch gesteigert werden, falls die Abwärme, die durch den Verbrennungsvorgang entsteht, ebenfalls zur Energieerzeugung genutzt wird (KWK). Zum Vergleich: Ein deutsches Kohlekraftwerk der modernsten Generation weist einen Wirkungsgrad von 38 Prozent aus, ein Kernkraftwerk 30 bis 40 Prozent. Den ganzen Beitrag lesen »
Noch in der vergangenen Saison hat er an den schnellsten Rennboliden der Welt gearbeitet und bei dem Honda Nachfolgerennstall „Brawn GP Formula One Team“ unter anderem die Konstruktion des Formel 1-Renners von Weltmeister Jenson Button verantwortet. Jetzt stellt der ehemalige technische Direktor im Formel 1-Zirkus, Jörg Zander, sein technisches Know How in den Dienst der automobilen Zukunftsindustrie, sprich: des Elektroautos.
Der Technik-Fachmann tritt mit seiner JZ Engineering GmbH in Zukunft gemeinsam mit Stefan Klostermann und Matthias Schmid, den Gründern und Geschäftsführern der in München ansässigen trive GmbH, an, das automobile Stadtbild gründlich zu verändern. Gemeinsam will das erfahrene Team ein elektrobetriebenes Stadtfahrzeug auf den Markt bringen, das sowohl unter Umweltgesichtspunkten, aber auch im Hinblick auf Styling, Technik und Preis höchste Ansprüche erfüllt. „Noch in diesem Jahr werden wir der Öffentlichkeit einen seriennahen Prototypen präsentieren, bis dahin werden wir das Fahrzeug aber noch geheim halten“, verrät Matthias Schmid. Den ganzen Beitrag lesen »
Auf dem Weg zur Sunfilm AG in Großröhrsdorf bei Dresden fällt dessen architektonisch herausragendes Gebäude schon von weitem ins Auge: Rot-Töne und ungewöhnliche Formen sind zum Markenzeichen eines sächsischen Produzenten von Dünnschicht-Solarmodulen geworden. Auch das Logo des jungen Unternehmens passt in dieses Bild.
Die Sunfilm AG ging im Mai 2009 aus dem Zusammenschluss mit der Sontor GmbH in Bitterfeld-Wolfen hervor. Beide Unternehmen wurden 2006 gegründet – Sunfilm damals unter anderem vom zentralen Investor Good Energies und die Sontor GmbH als Tochtergesellschaft der Q-Cells. Durch die Fusion der beiden Unternehmen entstand im Mai 2009 der Technologieführer bei Silizium-Tandem-Dünnschicht-Modulen.
Um den Lesern von Cleanthinking.de einen Einblick in das Unternehmen und dessen Technologie zu geben, haben wir mit Dr. Sicco Westra, dem Chief Business Development Officer von Sunfilm, ein Interview geführt.
Cleanthinking.de: Herr Westra, bitte stellen Sie uns die Technologie der Sunfilm AG vor – was genau verbirgt sich hinter der Tandem Junction Thin Film Technologie?
Sicco W. T. Westra: Unsere Technologie verzichtet auf den Einsatz von Wafern, um den photovoltaischen Effekt zu bewirken. Stattdessen erzeugen wir diesen Effekt mit zwei ultradünnen Siliziumschichten; basierend auf einer amorphen und einer mikrokristallinen Schicht. Diese Tandem-Struktur absorbiert das komplette Lichtspektrum: Ein Layer absorbiert vor allem die blauen und grünen Töne (kurze Wellenlängen), der zweite die roten und infraroten Lichtstrahlen. So können wir das Lichtspektrum sehr effektiv nutzen, um Elektrizität zu erzeugen …
Cleanthinking.de: … und welche Vorteile bringt diese Technologie?
Sicco W. T. Westra: Neben der effektiven Nutzung des Lichtspektrums stellt auch die Skalierbarkeit unserer Technologie einen zentralen Vorteil dar. Dieser zeigt sich unter anderem in der Größe der Module von bis zu 220 x 260 cm. Diese Größe ist für die Photovoltaik-Branche quasi einmalig – aus der Sicht der Baubranche sind sie jedoch verhältnismäßig klein. Die Module wirken schwarz und sind sehr ästhetisch. Letztlich ist auch die Materialersparnis absolut signifikant: Wir brauchen ein Hundertstel des Siliziums, das bei gleicher Leistung mit Wafern benötigt würde.
Cleanthinking.de: Wie umweltfreundlich ist Silizium?
Sicco W. T. Westra: Silizium ist ein absolut umweltverträglicher Rohstoff. Silizium wird aus Sand gewonnen und ist überall auf der ganzen Welt verfügbar.
Cleanthinking.de: Wir haben gelernt, dass Ihre Module besonders groß sind und gut skalierbar – welche Kernmärkte haben Sie im Blick?
Sicco W. T. Westra: Ein schon sehr wichtiges Feld sind große Dächer, etwa von Firmen oder öffentlichen Gebäuden. Los geht es bei einer Leistung von einem halben Megawatt.
Ein weiterer wichtiger Markt sind Solarparks, insofern richten wir uns an Projektierer. Außerdem setzen wir aufgrund der Ästhetik unserer Module auf die gebäudeintegrierte Photovoltaik, die jedoch noch am Anfang steht.
Cleanthinking.de: Wie steht es mit der Effizienz der Module?
Sicco W. T. Westra: Effizienz muss unbedingt differenziert betrachtet werden: Generell spielt dieses Maß als Teil der Performance eines Solarmoduls gerade in der Dünnschicht-Technologie eine geringere Rolle als bei herkömmlichen Modulen mit Wafern.
Denn: Effizienz misst man immer unter Laborsituationen, die es in der realen Welt praktisch nie gibt. So wird der Effizienzwert immer bei direkter Sonneneinstrahlung im rechten Winkel zum Modul ermittelt. Unsere Produkte haben etwa für den deutschen Markt den ganz wichtigen Vorteil, dass sie schon bei diffusem Licht eine hohe Leistung bringen – denn mal ehrlich: wie viele Sonnentage, die mit den Laborbedingungen auch nur ansatzweise vergleichbar sind, haben wir in Deutschland wirklich? Den ganzen Beitrag lesen »