Was ist Smart Grid? – CleanTech Lexikon

Intelligentes Stromnetz hilft Windenergie und Photovoltaik einzuspeisen

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Innerhalb der Technologie-, Energie- oder Cleantech-Branche ist in den letzten Jahren der Begriff Smart Grids entstanden. Was verbirgt sich hinter diesem Modewort Smart Grid eigentlich? Lesen Sie hierzu auch die kostenlose Smart Grids Marktstudie von Greentech Media.

Smart Grids: Das Internet der Energie

Das Smart Grid wird so etwas wie das „Internet der Energie“ – d.h. intelligente Stromnetze sollen künftig für eine sinnvolle Lastenverteilung des Stromverbrauchs sorgen, der stärker im Einklang mit der Erzeugung von Strom steht. Nur so können die Erneuerbaren Energien wie Windenergie und Solarenergie tatsächlich ins Stromnetz integriert werden. Denn: Der Wind pustet eben dann, wenn er pustet und nicht dann, wenn 20 Millionen Deutsche in der Halbzeitpause des WM-Endspiels zum Kühlschrank gehen und dort das Licht angehen muss.

In den USA ist das Smart Grid noch wesentlich bedeutender als in Deutschland – dort ist die zuverlässige Stromversorgung aufgrund jahrelang fehlender Investitionen in die Infrastruktur ein echtes Problem. In Europa oder zumindest in Deutschland haben wir dagegen kaum oder praktisch nie mit Stromausfällen zu kämpfen.

Smart Grid: Milliarden-Investitionen weltweit

Smart Grid

Regierungen und Energieunternehmen weltweit investieren derzeit Milliarden, um neue Leitungen zu legen und neue Smart Grids wie das Internet zu betreiben. Künftig soll es nicht mehr die einseitige Kommunikation vom Kraftwerk zum Energieverbraucher geben, sondern eine zweidimensionale Kommunikation, wo der Kühlschrank oder der Smart Meter mit dem Kraftwerk kommuniziert.

Vorteil für den Verbraucher: Variable Strompreise

Dank des Smart Grids werden künftig die Strompreise variieren, je nach dem wie viel Strom gerade im Netz vorhanden ist – bläst der Wind kräftig und wird damit viel Strom eingespeist, so wird der aktuelle Strompreis sinken. Intelligente Haushaltsgeräte werden dies erkennen und beispielsweise den Geschirrspüler dann laufen lassen, wenn der Strompreis gerade günstig ist. So kann die Last verteilt und Kraftwerke wie etwa Gaskraftwerke, die lediglich dazu dienen eine mögliche Spitzenlast sicherzustellen, können abgeschaltet werden.

Smart Meter: Einblick in den eigenen Stromverbrauch

Bislang bekommen wir kaum mit, wie viel Strom wir eigentlich verbrauchen und welche Geräte im Haushalt oder im Unternehmen eigentlich die zentralen Stromverbraucher sind – mit den intelligenten Stromzählern sowie den intelligenten Haushaltsgeräten beispielsweise wird sich dies in Zukunft ändern. Unterschiedliche Software-Anbieter entwickeln derzeit Lösungen, die uns knallhart aufzeigen, an welchen Stellen im Haushalt massiv Energie gespart werden kann.

Smart Meter: Zwei-Wege-Kommunikation

Die Einführung von Smart Meter (intelligente Stromzähler) wird in Europa ab 2010 teilweise zur Pflicht – zumindest bei Neubauten und umfangreicheren Renovierungen. Diese Smart Meter sind der Verbindungspfad zwischen dem Haushalt und dem Smart Grid. Kennzeichnend ist, dass diese die Zwei-Wege-Kommunikation ermöglichen. Letztlich entstehen Effizienzanreize, die wir alle künftig nutzen werden, um Geld zu sparen.

Beispielsweise kann das Elektroauto, das im heimischen Carport geladen wird, über Nacht und nicht tagsüber aufgeladen werden und somit weniger kosten – gleichzeitig kann das Elektroauto auch als eine Art Zwischenspeicher dienen

Start-Ups und Konzerne buhlen um Smart Grid Milliarden

Großkonzerne wie Cisco, Siemens oder General Electric bringen sich derzeit für den Milliardenmarkt Smart Grid in Stellung. Aber auch viele junge Start-Ups, die teilweise mit staatlichen Fördermillionen unterstützt werden, wollen einen Teil vom Kuchen abbekommen. Dazu zählen etwa Tendril, SmartSynch, Econitor, Echelon oder die Power Plus Communication. Interessant ist, dass die früheren IT-Riesen wie Microsoft, Cisco oder Google jetzt einen neuen Markt erkannt haben.

Smart Grid Gefahr: Datenschutz

Kritik gibt es auch am Smart Grid und den intelligenten Stromzählern im Haushalt bzw. den Verfahren, die den Energieverbrauch transparent machen. Missbrauch scheint möglich, weshalb extrem hohe Anforderungen an die Datenübertragung gestellt werden müssen.

Ein wichtiger Teilbereich des Smart Grids ist das so genannte Demand Side Management – lesen Sie hierzu unsere Seite „Hintergrund: Demand Response„.