CleanThinking.de - Wirtschaftsmagazin rund um Cleantech und die Technologien der Energiewende

Spezial: Finnland

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Im Rahmen einer 3-tägigen Pressetour besuchte Alexander Trompke von Cleanthinking.de im Dezember 2009 gemeinsam mit US-Bloggern verschiedene Cleantech-Unternehmen in Finnland. Die Reise wurde von der Media-Agentur finnfacts organisiert und ermöglichte interessante Einblicke in die finnische Wirtschaft. Schon heute werden in Finnland  rund 36 Prozent des gesamten Strombedarfs mit Erneuerbaren Energien gedeckt, der CO2-Ausstoß soll bis 2020 um 16 Prozent gesenkt werden.

Eine Reihe von Unternehmen aus dem finnischen CleanTech-Sektor arbeitet an der Entwicklung nachhaltiger Technologien (Picodeon), hilft den Material- und Energieverbrauch zu senken (Eniram, Vacon, Beneq) oder produziert nachhaltige Produkte für Industrie- und Privatkunden (Suntrica, Durat, StoraEnso).

Ausgaben FuEMit rund 5,3 Mio Einwohnern gehört Finnland zu den am geringsten besiedelten Ländern Europas, steht bei staatlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung aber an weltweit dritter Stelle und setzte dafür bereits 2007 rund 1,6 Milliarden Euro (ca. 3,5 Prozent des BIP) ein.

Die Gelder stammen aus Steuereinnahmen und werden von Tekes, einer staatlichen Agentur für Technologie und Innovation, verwaltet. Tekes finanziert damit bis 2015 vor allem Projekte aus den Bereichen erneuerbare Energien (309 Mio. Euro), umweltfreundliche Energieerzeugung (214 Mio. Euro) sowie Entwicklung energieeffizienter Technologien und Materialien (92 Mio Euro). Weitere Projekte befinden sich in der Vorbereitung (Quelle: Tekes).

SHOK: Innovation auf Finnisch

Ein wichtiger Bestandteil des lokalen Innovationssystems  sind so genannte „SHOKs“. Diese Entwicklungs-Cluster beschäftigen sich unter Anderem mit den Themen Energieeffizienz, Energieelektronik, Windkraft, Smart Grid und Biomasse. Shareholder sind namhafte Forschungsinstitute, Unternehmen und Kapitalgeber, die durch interdisziplinäre Zusammenarbeit die Entwicklung von sauberen Technologien unterstützen und zur Marktreife bringen sollen. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen sowie eine Stärkung der finnischen Wirtschaft.

Finnland: Cleantech und Greenwashing

Mehr als ein Drittel des finnischen Energiebedarfs wird bereits durch Erneuerbare Energien gedeckt – Tendenz steigend. Glaubt man den Schätzungen des Finnischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, soll – trotz wirtschaftlicher Weiterentwicklung – der Strombedarf des Landes auf nur auf rund 91 TWh (87 TWh in 2008) ansteigen.

Unternehmen wie Picodeon und Beneq entwickeln deshalb eine Reihe neuartiger Verfahren, mit denen industrielle Herstellungsprozesse stromsparend, nachhaltig und umweltschonend erfolgen können, verwenden Recycling-Material in Produkten und Verpackungen (DURAT) oder senken den Energieverbrauch von Elektromotoren (Vacon) und Schiffsantrieben (Eniram).

Dennoch stehen auch für finnische Unternehmen nicht nur Umweltaspekte im Vordergrund. Die Entwicklung nachhaltiger Produkte und sparsamer Technologien verfolgt – wie auch in anderen Ländern – ganz klar wirtschaftliche Ziele. So ist es nicht erstaunlich, dass sich weltweit agierende Konzerne wie Metso (Industrieanlagen, Heizkessel) und StoraEnso (Papierindustrie) sich mit dem Thema “Nachhaltigkeit” auseinandersetzen und Ihr Portfolio entsprechend anpassen.

Neben diesem Überblicksartikel stellen wir Ihnen bis Ende des Jahres die interessanten finnischen Cleantech Startups in einzelnen Blogbeiträgen vor. Seien Sie gespannt!