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Wer gewinnt den Clean Tech Media Award 2010: 15 Nominees stehen fest

22/07/2010 17:01 0 Kommentare

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Clean Tech Media Award LogoAm 16. September 2010 wird zum insgesamt dritten Mal der Clean Tech Media Award an Pioniere der Umwelttechnik vergeben. In diesem Jahr wird der Preis in fünf Kategorien vergeben – und durch den neuen Rahmen, der Ausstellung Clean Tech World, erheblich aufgewertet. Im vergangenen Jahr hatten u.a. die juwi Holding, die Enertrag AG und die Desertec Foundation den Clean Tech Media Award gewonnen (Cleanthinking.de berichtete). Jetzt hat die 13-köpfige Jury des Clean Tech Media Award die Nominierungen für 2010 bekannt gegeben, die wir von www.cleanthinking.de gerne dokumentieren möchten.

In der Kategorie Energie werden 2010 die gewürdigt, die Energie schadstoffrei oder Ressourcen schonend erzeugen, verteilen, speichern und einsetzen und somit die Umwelt entlasten. Im zentrum stehen Solar-, Wind-, Wasser- und Erdenergie ebenso wie Energieeffizienztechnologien. Eines dieser drei Unternehmen wird den Preis gewinnen:

  • Heliocentris Fuel Cells AG: Heliocentris kümmert sich um die saubere Elektrifizierung der Welt über dezentrale Lösung mit Hilfe intelligenter Energiespeicher. Im Heliocentris-Konzept wird elektrische Energie über eine Windkraftanlage und/oder eine Solaranlage erzeugt und in einem hybriden Energiespeicher zwischengelagert. Dieser kann überschüssige Energie auch in Form von Wasserstoff speichern und bei Bedarf wieder als Elektrizität zur Verfügung stellen. Die Anlage wird vom Energiemanagementsystem von Heliocentris gesteuert, das in Abhängigkeit von Erzeugung und Verbrauch sämtliche Energieflüsse und auch den Energiespeicher regelt.
  • jouleX: JouleX bietet Software-Lösungen für Großunternehmen, die dazu
    beitragen, die Energieeffizienz drastisch zu verbessern und die Stromkosten signifikant zu senken. Der JouleX Energy Manager integriert sich transparent ins unternehmensweite Netzwerk, ermittelt den Stromverbrauch der einzelnen Geräte wie PCs, Telefone, Drucker oder Switches und schaltet diese ab, wenn sie nicht gebraucht werden. Darüber hinaus bietet die Lösung umfangreiche Reporting- und Analysemöglichkeiten für das gesamte Energiemanagement der Unternehmen. Insgesamt können Großunternehmen mit der JouleX-Software die eigenen Stromkosten um 30 bis 60 Prozent reduzieren – und damit Millioneneinsparungen realisieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu den CO2-Reduktionszielen leisten.
  • Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW): Das ZSW hat jetzt in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und
    Energiesystemtechnik (IWES) sowie der österreichischen Firma SolarFuel GmbH ein Verfahren entwickelt, das überschüssigen Ökostrom zur synthetischen Erzeugung von Methan einsetzt. Dieses ist nichts anderes als Erdgas und für diesen Energieträger gibt es in Deutschland eine bewährte Infrastruktur mit großen Speichern und einem leistungsfähigen Verteilnetz. Das Erdgassubstitut könne wie herkömmliches Erdgas in Versorgungsnetz, Pipelines und Speicher eingespeist werden, um dann Erdgasautos anzutreiben oder Erdgasheizungen anzufeuern.

In der Kategorie Kommunikation werden 2010 Persönlichkeiten oder Einrichtungen prämiert, die sich dafür einsetzen, Clean Tech und Umweltschutz populär zu machen. Nominiert sind:

  • Heliocentris Fuel Cells AG: Für Ausbildungszwecke bietet Heliocentris eine Reihe von erfolgreichen Lernsystemen für das Thema Solar-Wasserstofftechnik an, mit dem Ziel durch die Ausbildung in Umweltthemen, Klimaschutz und erneuerbare Energien Veränderungen im Bewusstsein und im Verhalten junger Menschen herbeizuführen. Heliocentris hat mehr als 60.000 Produkte in mehr als 60 Ländern auf den Markt gebracht, angefangen von  einfachen Schülerübungskästen für die 7. Klasse bis hin zu komplexen Laboranlagen für Studenten.
  • Morgenwelt GmbH: Morgenwelt ist eine multimediale Plattform, die sich der größten Herausforderung unserer Generation widmet: Der Umstellung unserer Energieversorgung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien. Ein konkretes Ziel besteht darin Elmshorn, eine Stadt mit 50.000 Einwohnern, zu einer Modellregion für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit bundesweiter Geltung zu machen. Dazu werden alle Möglichkeiten moderner Kommunikation genutzt und verschiedene Events organisiert, die sich spielerisch mit dem Thema Energie auseinandersetzen. Hierbei werden den Verbrauchern Lösungsansätze aufgezeigt, wie sie Energie sparen können und selbst zum Energieversorger werden.
  • Triad Berlin Projektgesellschaft mbH: Auf einer Gesamtfläche von 12.000 qm gestaltete Triad Berlin im Auftrag des chinesischen Organisationskomitees der Shanghai World Expo 2010, einen der zentralen Themenpavillons zur Zukunft der Städte: den „Urban Planet“. Dieser zeigt in verschiedenen Kapiteln auf, wie sich der unkontrollierte und unreflektierte Umgang mit begrenzten Ressourcen auf unseren Planeten auswirkt.
    Durch die Präsentation und Inszenierung innovativer Lösungsansätze verdeutlicht der Pavillon, welche die Leitlinien der zukünftigen Stadtplanung sein müssen, damit die Megastädte von morgen ökologischer und lebenswerter werden.

In der Kategorie Mobilität werden 2010 bahnbrechende Entwicklungen im Bereich der klimaschonenden Fortbewegung zu Lande, zu Wasser und in der Luft geehrt. Nominiert sind:

  • Clean Mobile AG: Die 2006 gegründete Clean Mobile AG bietet hocheffiziente elektrische Antriebe sowohl für den Cargo- als auch den High-End-Freizeitbereich (z.B. E-Bikes, E-Scooter). Sie verfügt über umfangreiches Know How beim Design elektronischer Antriebssteuerungen und mechanischer Lösungen zur optimalen Übertragung von Motorleistungen auf die Straße. Durch das Konzept der „Energiemaximierung“ hat die Clean Mobile AG im Bereich elektrische Antriebssysteme ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich Wirkungsgrad, Drehmoment und Batterielebensdauer. Elektrofahrzeuge mit Clean Mobile Hochleistungsantrieben bieten ein ausgezeichnetes Fahrerlebnis – sie sind CO2-frei, erlauben extrem hohe Reichweiten, sehr hohe Geschwindigkeiten, eine ausgezeichnete Beschleunigung und hohe Zuladung.
  • Clean Energy Partnership: Clean Energy Partnership (CEP) ist das erste branchenübergreifende Projekt zur strategischen Neuausrichtung des Verkehrssektors zur Erreichung einer emissionsfreien und klimafreundlicheren Mobilität. CEP wurde im Jahr 2002 mit dem Ziel gegründet, die Alltagstauglichkeit des Energieträgers Wasserstoff als Kraftstoff in Fahrzeugen zu demonstrieren und die Infrastruktur zur Betankung der Fahrzeuge zu erproben. CEP vereint führende Technologie-, Mineralöl- und Energiekonzerne sowie Automobilhersteller und zwei führende Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs zur Beschleunigung der Technologieentwicklung und -einführung im Sinne einer gemeinschaftlich gesellschaftlichen Verantwortung. Momentan zählen zu den CEP-Mitgliedern die Unternehmen BMW Group, Berliner Verkehrsbetriebe BVG, Daimler, Ford, GM/Opel, Hamburger Hochbahn, Linde, Shell, Statoil, TOTAL, TOYOTA, Vattenfall Europe sowie Volkswagen.
  • car2go GmbH: Im Vergleich zum herkömmlichen Carsharing, das die frühzeitige Angabe des Mietzeitpunkts und der Autonutzungsdauer verlangt, geht car2go neue Wege. Bei car2go geht es um die spontane, effiziente und flexible Kurzzeitmiete von Autos in innerstädtischen Gebieten. Das Mobilitätskonzept ist dabei denkbar einfach: Wann immer ein Auto benötigt wird, kann es rund um die Uhr spontan auf der Straße gemietet werden. Das Fahrzeug kann dann beliebig lange genutzt und auf jedem freien öffentlichen Parkplatz im Stadtgebiet wieder abgestellt werden. Die Kostenstruktur ist übersichtlich: In den 19 Cent, die pro Minute anfallen, sind Steuern, Versicherung, zurück gelegte Kilometer und sogar der Kraftstoff enthalten. Das erste Pilotprojekt in Ulm startete im März 2009.

In der Kategorie Lebensstil werden 2010 Technologien gewürdigt, die es den Menschen ermöglichen, einen ökologisch geprägten Konsum- und Lebensstil zu führen, der nicht gleichbedeutend mit Verzicht ist. Nominiert sind:

  • checkitmobile GmbH: Die kostenlose App barcoo macht Mobiltelefone zum Barcode-Scanner. Damit können Verbraucher im Geschäft über den Barcode auf der Verpackung Informationen zum Produkt abrufen. Via  Barcode-Scan wird dem Verbraucher direkt beim Einkauf auch gezeigt, welche soziale Verantwortung der Hersteller des gescannten
    Produktes übernimmt. Dafür werden ausgewählte Informationsquellen gebündelt und mit der Nachhaltigkeitsampel leicht verständlich dargestellt. Mit ihrer Entwicklung wollen die Gründer von barcoo die vorhandenen Produktinformationen allen Verbrauchern bequem zugänglich machen und für Transparenz beim Einkauf sorgen.
  • Heinrich Schäfer: Mit seiner Marke „Marella Shrimps“ betreibt Heinrich Schäfer, ein Bauer aus Affinghausen, seit Anfang 2010 Deutschlands erste Garnelenzucht. Ohne jede öffentliche Förderung – ganz auf eigenes Risiko – hat Schäfer den Mut, in die Aufzucht einzusteigen und frische Garnelen aus Deutschland herzustellen. Ziel ist es, pro Jahr 14 bis 16 Tonnen zu produzieren – ohne Einsatz von Medikamenten oder anderen chemischen Zusätzen. Die Produktion wird nach umweltschonenden Ansätzen aufgebaut.
  • juwi Holding AG: Die juwi-Gruppe aus dem rheinhessischen Wörrstadt hat
    als führendes Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien das Ziel, in den nächsten Jahren ihren Firmen-Fuhrpark aus derzeit über 120 Autos auf elektrisch betriebene sowie auf Hybrid-Fahrzeuge umzustellen. Mit dem Förderprojekt MOREMA zeigt sie, wie es gehen kann. Im Mittelpunkt steht der Umgang der juwi-Mitarbeiter mit verschiedensten Elektrofahrzeugen im beruflichen Alltag. Das Ziel: möglichst schnell, möglichst viele dieser Fahrzeuge in den juwi-Fuhrpark zu integrieren. Bis Juni 2011 testen mehr als 50 juwi-Mitarbeiter Pedelecs (E-Fahrräder), Roller und Elektro-Autos, die allesamt mit speziellen Messtechniken ausgestattet werden. Einige Mitarbeiter fahren bereits täglich mit Elektrorollern (Scootern) zur Arbeit. Parallel nutzt das „Team Facility Management“ der juwi-Zentrale elektrisch betriebene Transportfahrzeuge wie das Modell „Ecocraft Carrier“. Außerdem fahren juwi-Mitarbeiter auch mit Teslas oder Twikes zu öffentlichen Veranstaltungen, um Menschen von der Technik und der Notwendigkeit zu überzeugen, ihre Mobilität auf Dauer umzustellen.

In der Kategorie Nachwuchs schließlich werden Nachwuchswissenschaftler geehrt, die mit ihren innovativen Forschungsarbeiten technologische Lösungen für den Umweltschutz entwickeln und gleichzeitig zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen. Nominiert sind:

  • TU Berlin / zedx.de: „zero emission drive 2010“ („zedX“) ist ein studentisches Projekt der TU Berlin, bei dem ein elektrisch angetriebener Formelrennwagen
    entwickelt und gebaut wird, um am Konstruktionswettbewerb Formula Student Electric (FSE) im August 2010 teilzunehmen. Ein Team aus 18 Studenten verschiedener Fachrichtungen und Semestern hat ein größeres Ziel, als nur den Sieg: Sie wollen das Thema Nachhaltigkeit an jeder Stelle des Projekts umsetzen und damit beweisen, dass
    nachhaltiger Motorsport möglich, bezahlbar und vor allem wettbewerbsfähig und innovativ sein kann. So wird zum Beispiel die Karosserie aus nachwachsendem Naturfaserverbundwerkstoff hergestellt – was eine absolute Innovation in der Geschichte des Wettbewerbs darstellt.
  • Ridha Azaiz / solarbrush.de: Der Berliner Maschinenbaustudent Ridha Azaiz, 25 Jahre alt, hat einen Putzroboter „Solarbrush“ entwickelt, der Solarkollektoren problemlos von Sand und Staub befreit. Diese Erfindung kann die Energieerzeugung um 13 Prozent steigern und auch Wasser sparen. Letzteres ist gerade für die sonnigen Wüstenregionen von Interesse, da dort Wasser sehr rar ist, gleichzeitig aber auch die Mehrheit der Sonnenkollektoren steht. Außerdem ist Leitungswasser für diese Zwecke nicht optimal, da es Kalk und Salze enthält, die die empfindliche Oberfläche der Zellen angreifen. Der mit einem Elektromotor betriebene Putzroboter besteht aus einer Kiste aus Polycarbonat, an deren Unterseite eine Walzenbürste angebracht ist. Setzt man ihn auf eine Solarzelle, säubert die Bürste die Oberfläche und verwendet nur entmineralisiertes Wasser. Momentan präsentiert der Erfinder seinen Roboter auf Messen und Wettbewerben. Einen Investor hat Azaiz inzwischen auch schon gefunden.
  • Christian Förg: Speedway heißt das Projekt, welches der Designer Christian Förg im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelt hat. Speedway löst Reichweitenprobleme von Elektroautos und bietet ein zukunftsweisendes Verkehrssystem an. Die Prüfer an der FH München bewerteten die Arbeit mit der Note 1.0, deren Idee bestechend einfach ist: Auf Kurzstrecken bewegen sich Autos aus eigener Kraft, angetrieben von einem kleinen Elektromotor, der völlig ausreichend für den Stadtverkehr ist. Mit einer Batterieladung könnte so ein Fahrzeug etwa 150 Kilometer weit kommen – was für die allermeisten Fahrten vollauf genügt. Wird ein weiter entferntes Ziel angesteuert, fährt das Elektroauto bis zum nächsten Speedway – einer durch einen Linearantrieb aufgerüsteten Autobahn – klinkt sich berührungslos in das elektromagnetische Feld der Fahrbahn ein und braust bis zur passenden Abfahrt. Von dort aus kann es wieder aus eigener Kraft zum  Bestimmungsort rollen. Mit diesem System können erstmals auch Lkws mit regenerativen Energien angetrieben werden.

Die Nominierungen zeigen, wie vielfätig und innvativ Clean Tech sein kann. Haben Sie nach den kurzen Beschreibungen einen Favoriten oder eine Technologie, die gar nicht gefällt? Diskutieren Sie mit uns über die möglichen Gewinner!

Mehr Hintergründe zum Clean Tech Media Award gibt es unter www.cleantech-award.de.

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