ELEKTROMOBILITÄT · 20. JULI 2026
KI-generiertElektroauto-Preise: Vergleichbare Modelle 18 Prozent billiger als 2020
Die Elektroauto-Preise sind bei vergleichbaren Modellen seit 2020 inflationsbereinigt um 18 Prozent gesunken, zeigt eine neue Studie von ICCT und Fraunhofer ISI. Verbrenner wurden im gleichen Zeitraum real 2 Prozent teurer.
Wer ein Elektroauto kauft, zahlt für ein vergleichbares Modell heute weniger als 2020. Das zeigt eine neue Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Bei gleicher oder vergleichbarer Ausstattung sind die Preise inflationsbereinigt um rund 18 Prozent gefallen, während Verbrenner im selben Zeitraum real 2 Prozent teurer wurden.
Nominal ist der mittlere Preis eines Elektroautos im gleichen Zeitraum trotzdem um 42 Prozent auf rund 53.000 Euro gestiegen. Der Grund liegt im Angebot: Hersteller haben mehr größere, teurere Modelle auf den Markt gebracht. Genau diesen Effekt sollte der Modellvergleich der Studie herausrechnen.
Wie die Elektroauto-Preise wirklich verglichen wurden
Für die Studie werteten die Forschenden mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer Datenbank des ADAC aus, aufgeteilt in sechs Segmente vom Kleinwagen bis zur Luxusklasse. Verglichen wurden Listenpreise, weil Transaktionspreise nicht in ausreichender Breite vorliegen. Laut den Studienautoren verzerrt das die Ergebnisse nicht wesentlich.
„Der mittlere Preis ist dadurch gestiegen, es sind aber auch ganz andere Fahrzeuge. Man würde also Kirschen mit Äpfeln vergleichen”, erklärt Patrick Plötz, Professor am Fraunhofer ISI, gegenüber dem Spiegel. Um genau das zu verhindern, haben die Forschenden gleiche oder vergleichbare Fahrzeuge über die Zeit betrachtet statt einfach den Marktdurchschnitt.
| Kennzahl (2020-2025) | Elektroauto | Verbrenner |
|---|---|---|
| Preis vergleichbarer Modelle, real | -18 % | +2 % |
| Median-Preis, nominal | +42 % auf ca. 53.000 € | - |
| Verfügbare Modelle 2025 | 159 | 194 |
Mehr Reichweite, mehr Leistung, mehr Auswahl
Die Zahl der verfügbaren Elektromodelle in Deutschland hat sich seit 2020 mehr als vervierfacht, auf inzwischen 159. Bei Verbrennern ist das Angebot im selben Zeitraum auf 194 Modelle geschrumpft. Wer heute ein Elektroauto kauft, bekommt dabei im Schnitt mehr Reichweite und mehr Motorleistung als noch vor fünf Jahren.
„Die Fahrzeuge bieten heute im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gesunken sind”, sagt Peter Mock, Europa-Geschäftsführer des ICCT. Cleanthinking hat die Kostenfrage rund ums Elektroauto bereits mehrfach eingeordnet, etwa in der Übersicht Was kostet ein Elektroauto?
Wann Elektroautos genauso viel kosten wie Verbrenner
Plötz sieht weiteres Preispotenzial: Die gesunkenen Batteriepreise seien bislang nicht vollständig an die Kundschaft weitergegeben worden. Steigende Stückzahlen und der Druck durch die europäischen CO2-Grenzwerte auf die Hersteller dürften zusätzlich helfen, ein Thema, bei dem Brüssel zuletzt die Vorgaben aufgeweicht hat.
Rechnet man die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre fort, kosten Elektroautos in Europa bis etwa 2030 genauso viel wie vergleichbare Verbrenner. Bei den Gesamtkosten pro Kilometer wären sie dann schon klar günstiger, sagt Plötz. In Märkten, die diese Preisgleichheit bereits erreicht haben, liegt der Marktanteil von Elektroautos nach seinen Angaben bei rund 50 Prozent.
Die Zahlen fallen in eine Debatte, die Cleanthinking bereits in mehreren Stücken zur Marktdynamik zwischen Elektroauto und Verbrenner begleitet hat.
QUELLEN
- ICCT/Fraunhofer ISI Price and market trends of battery electric and internal combustion engine vehicles in Germany, 2020 to 2025
- OTS-Pressemitteilung ICCT/Fraunhofer ISI, Studie zu Elektroauto-Preisen (20.07.2026)
- Spiegel Neue Studie: Elektroautos sind seit 2020 deutlich billiger geworden