Nissan steigt in die Elektroauto-Klasse um 20.000 Euro ein

ELEKTROMOBILITÄT · TT. MONAT 2026

Nissan Pixo kommt als Elektroauto für die Stadt nach Europa

Nissan hat den Pixo vorgestellt, einen elektrischen Kleinstwagen mit bis zu 259 Kilometern WLTP-Reichweite. Renault baut ihn in Slowenien, die ersten Kunden bekommen ihn Anfang 2027.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 4 Min. Lesezeit LESEN


Den Preis nennt Nissan erst im Dezember, zusammen mit dem Start der Vorbestellung. Laut ecomento liegt der erwartete Einstieg bei rund 20.000 Euro, heise online rechnet mit etwa 20.000 Euro für das Basismodell und 22.000 Euro für die besser ausgestattete Version. Den Maßstab setzt ein Auto, das schon beim Händler steht: Der Nissan Pixo ist technisch praktisch baugleich mit dem Renault Twingo E-Tech, den Renault in Deutschland ab 19.990 Euro anbietet.

Damit wächst eine Klasse, in der die etablierten Hersteller lange kaum etwas anzubieten hatten. Nach heise-Beobachtung entsteht aus einem anfangs spärlichen Angebot gerade eine nennenswerte Auswahl an E-Autos unter 25.000 Euro Listenpreis. Volkswagen hat ein E-Auto für rund 20.000 Euro ab 2027 angekündigt, Citroën plant die elektrische Ente für unter 15.000 Euro.

Was der Pixo im Stadtverkehr leistet

Der Nissan Pixo misst 3,80 Meter in der Länge und 1,79 Meter in der Breite, der Wendekreis liegt bei 9,9 Metern. Zwischen den Achsen stehen 2,49 Meter zur Verfügung, kaum weniger als im deutlich längeren Opel Corsa. Vier Erwachsene finden Platz, der Kofferraum fasst 356 Liter und mit umgeklappter Rückbank 1.221 Liter. Ein eigenes Fach mit 50 Litern nimmt das Ladekabel auf.

Eine Batterie mit 27,5 Kilowattstunden und Lithium-Eisenphosphat-Zellen versorgt einen Elektromotor an der Vorderachse mit 60 Kilowatt, umgerechnet 82 PS. Am Schnelllader nimmt der Pixo in jeder Ausstattung bis zu 50 Kilowatt auf und kommt so in rund 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent. Zu Hause und am Arbeitsplatz lädt er mit bis zu elf Kilowatt Wechselstrom.

Die WLTP-Reichweite von 259 Kilometern unterschätzt, was der Wagen in seinem eigentlichen Revier schafft. Den kombinierten Wert treibt vor allem die Autobahn nach oben. Beim baugleichen Twingo weist die Norm dort rund 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus, in der Innenstadt und am Stadtrand weniger als neun. Heise erwartet deshalb für den Pixo wie beim Twingo eine innerstädtische Reichweite von knapp 390 Kilometern. Beim Fahren kostet ein Elektroauto ohnehin rund ein Drittel weniger als ein Benziner, bei Stadtverbräuchen unter neun Kilowattstunden fällt der Abstand noch deutlicher aus.

„Wir glauben, dass die Zukunft der Elektromobilität nicht darin liegt, immer größere Fahrzeuge zu bauen", sagt Clíodhna Lyons, bei Nissan Vice President für Produkt, Marke und Marketing. Zur Ausstattung gehören ein Zehn-Zoll-Touchscreen, Google built-in mit dem Sprachassistenten Gemini, Abstandstempomat, Spurhalteassistent und eine Einparkautomatik.

Das Ladegerät kann Strom zurückgeben

Das Wechselstrom-Ladegerät des Nissan Pixo arbeitet laut Nissan-Datenblatt bidirektional. Im Twingo nutzt Renault dieselbe Technik für die Funktion Vehicle-to-Load: Das Auto versorgt darüber 230-Volt-Geräte mit bis zu 3.700 Watt, etwa auf dem Campingplatz oder im Garten. Welche Funktionen Nissan für den Pixo freischaltet, lässt der Hersteller bislang offen.

Für das Rückspeisen ins Netz steht der rechtliche Rahmen inzwischen. Seit Januar 2026 zahlen E-Autos, die Strom zurückspeisen, nur noch einmal Netzentgelte, Volkswagen und Elli starten zum Jahresende das erste Serienangebot in Deutschland. Die Netzbetreiber brauchen allerdings noch Monate, um ihre Abrechnung umzustellen. So fährt auch ein Kleinstwagen mit einer Batterie vor, die das Energiesystem gut gebrauchen könnte, und bislang lädt sie nur.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertet
Nach oben scrollen
0
Ihre Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x