KLIMA-SOZIALFONDS IN SCHWEDEN · 4. OKTOBER 2026

Schweden fördert E-Autos für Haushalte mit kleinem Einkommen auf dem Land
Seit einem halben Jahr zahlt Schweden Haushalten auf dem Land mit kleinem Einkommen drei Jahre lang 1.300 Kronen (rund 115 Euro) im Monat für ein E-Auto, neu oder gebraucht. Drei Viertel des Geldes kommen aus dem EU-Klima-Sozialfonds. Deutschland hat seinen Plan für diesen Fonds noch nicht eingereicht.
Die schwedische Umweltschutzbehörde Naturvårdsverket verwaltet die sogenannte Elbilspremie. Anspruch hat ein Haushalt, dessen Einkommen höchstens 80 Prozent des schwedischen Durchschnitts erreicht. Er muss in einem ländlichen Gebiet gemeldet sein, das die Behörde nach statistischen Kriterien festlegt. Gefördert werden Kauf und Leasing reiner Elektroautos, das Fahrzeug darf beim Kauf zwischen 64.800 und 450.000 Kronen kosten, also rund 5.700 bis 40.000 Euro.
Über 36 Monate summiert sich die Prämie auf 46.800 Kronen, das sind rund 4.100 Euro. Wer die Prämie bezieht, muss das Auto drei Jahre lang auf seinen Namen zugelassen halten.
Ein halbes Jahr nach dem Start waren mehr als 20.000 Anträge eingegangen, berichtet Euronews. Fast neun von zehn geförderten Autos seien Gebrauchtwagen, sagte die Behörde dem Sender. Erreichen wolle Schweden rund 115.000 Haushalte. Ein Sozialarbeiter fahre im Jahr 65.000 Kilometer. Statt rund 800 Euro für Benzin zahle er nach eigenen Angaben nun etwa 150 Euro im Monat für Strom.
Schweden fördert E-Autos, bevor der CO2-Preis für Sprit kommt
Ab 2028 bekommen Benzin, Diesel und Heizöl in der EU einen gemeinsamen CO2-Preis, über den zweiten Emissionshandel ETS2. Die EU verteilt über den Klima-Sozialfonds einen Teil der Einnahmen an die Mitgliedstaaten. Mit dem Geld sollen sie Haushalte entlasten, die der höhere Spritpreis am stärksten trifft. Schweden richtet die Prämie an Haushalte in Gebieten mit wenig Bus- und Bahnverkehr.
Nach Angaben der schwedischen Regierung bekam das Land im November 2025 als erster EU-Staat seinen Klima-Sozialplan genehmigt. Für die Elbilspremie stehen bis 2032 rund 5,6 Milliarden Kronen (rund 500 Millionen Euro) bereit, davon 400 Millionen Kronen (rund 35 Millionen Euro) im Jahr 2026. Drei Viertel zahlt die EU aus dem Fonds, ein Viertel der schwedische Staat. „Wir müssen dafür sorgen, dass alle Haushalte dabei sein können“, sagte der amtierende Klimaminister Johan Britz zum Start.
Deutschland hat seinen Klima-Sozialplan noch nicht eingereicht
In Deutschland fördert das BAFA seit Januar 2026 E-Autos mit bis zu 6.000 Euro, gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl, aber unabhängig vom Wohnort. Wer wie viel bekommt, steht in unserem Überblick zur E-Auto-Förderung 2026. Ihren Klima-Sozialplan hätte die Bundesregierung bis zum 30. Juni 2025 in Brüssel einreichen müssen. Über ein Jahr später lag der Kommission noch immer kein Entwurf vor, heißt es in einer Kleinen Anfrage der Grünen von Anfang September. Aus dem Fonds stehen Deutschland bis 2032 rund 5,3 Milliarden Euro zu, so das Bundesumweltministerium.
Beim Fahren ist ein Elektroauto schon heute rund ein Drittel günstiger als ein Benziner. Den größeren Vorteil, das Auto als Stromspeicher für Haus und Netz, lassen Netzbetreiber und Energiewirtschaft bislang weitgehend brachliegen (mehr dazu: bidirektionales Laden).
QUELLEN
- Deutscher Bundestag: Kleine Anfrage „Nutzung der Mittel des EU-Klimasozialfonds im Verkehrsbereich“, Drucksache 21/8257, 29.09.2026.
- Naturvårdsverket: Om elbilspremien, abgerufen 03.10.2026.