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EMPOWER: Electreon integriert kabellose Ladetechnik in erste deutsche Autobahn

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Electric Road System soll dynamisches, drahtloses Laden auf Autobahn im Projekt EMPOWER demonstrieren.

Wie können die Verkehrswende und vor allem der Gütertransport rein mit elektrifizierten Fahrzeugen gelingen? Eine Überlegung ist es, Fahrzeuge mit kleineren Batterien auszustatten – und stattdessen die Lademöglichkeiten etwa auf Autobahnen während der Fahrt anzubieten. Genau ein solches System zur kabellosen, induktiven und dynamischen Ladung hat das israelische Cleantech-Unternehmen Electreon mittlerweile zur kommerziellen Marktreife gebracht. In vielen Regionen entstehen nun großflächige Testprojekte – so auch mit EMPOWER in Bayern.

Im August 2020 berichtete Cleanthinking in diesem Beitrag über Electreon und das Electric Road System. Dieses wurde einem ersten erfolgreichen Test in Deutschland auf einem Gelände des Energieversorgers EnBW unterzogen.

Nun, im November 2022, geht das Cleantech-Unternehmen mit dem Projekt EMPOWER in Bayern einen der nächsten Schritte. Während die Israelis im Juni 2022 die kommerzielle Marktreife seiner Electric Road Systems-Technologie bekanntgab, soll nun eine einen Kilometer Lange Teststrecke auf einer Autobahn in Bayern den großflächigen Einsatz der induktiven Ladetechnik unter Beweis stellen.

Für das Projekt EMPOWER hat sich Electreon unter anderem mit Euravia verbündet, einem Infrastruktur-Spezialisten. Die beiden Partner hatten schon vor zwei Jahren eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das Projekt EMPOWER wird von der Bundesregierung gefördert.

Bei Electric Road System oder kurz ERS handelt es such um die Basistechnologie, die die Israelis entwickelt haben. Ziel ist es, E-Autos, die eine entsprechende Platte am Unterboden ihres Fahrzeugs installiert haben, während der Fahrt dynamisch per Induktion aufzuladen. Vorbild für das Projekt in Bayern ist eine Teststrecke in Italien, auf der E-Busse und E-Autos geladen werden.

Das bisherige Handicap für den großflächigen Einsatz der Technologie ist einerseits die Wirtschaftlichkeit und andererseits der Wille, die Hersteller vom System zu überzeugen. So richtig Sinn macht das induktive Laden während der Fahrt erst dann, wenn es wirklich großflächig im ganzen Land angewendet wird – denn dann können die Batterien der Fahrzeuge wirklich verkleinert werden.

Noch sinnvoller erscheint das Ausrollen der Technologie etwa auf Parkplätzen von Autobahnraststätten, die heute in der Nacht voll mit LKWs sind. Während ein nächtliches Aufladen an klassischen Säulen unrealistisch erscheint, kann ein entsprechend ausgestatteter Parkplatz durchaus sinnvoll sein. Fragt sich nur, ob die Ladeleistung ausreichen wird, um den LKW in acht Stunden aufzuladen.

Um einige Herausforderungen rund um die Technologie zu lösen, hat sich Electreon für das EMPOWER-Projekt als Konsortium etwa mit der Uni Erlangen, der TH Nürnberg, dem Unternehmen Risomat und der VIA IMC GmbH zusammengeschlossen.

„Das Projekt E|MPOWER ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Verkehrs in Deutschland und letztlich der Welt“, sagt Andreas Wendt, Geschäftsführer der Electreon Germany GmbH. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Konsortialpartnern und darauf, unsere Kräfte mit unseren Partnern von Eurovia nach unseren vergangenen erfolgreichen Projekten zu bündeln. Gemeinsam mit dem Konsortium treiben wir den Weg zur Massenproduktion und Einsatzfähigkeit voran.“

Das 7,5 Millionen Euro teure EMPOWER-Projekt begann im Juli 2022 und umfasst die Integration der kabellosen Electric Road System (ERS)-Technologie auf einem einen Kilometer langen Autobahnabschnitt in Nordbayern.

Eurovia, eine Tochtergesellschaft von VINCI Construction, ist eines der weltweit größten Unternehmen im Bereich Verkehrsinfrastrukturbau und Stadtentwicklung. Eurovia baut Verkehrsinfrastrukturen – Straßen, Autobahnen, Eisenbahnen, Flughäfen und Stadtbahnsysteme – und beteiligt sich an der Entwicklung von Industrie-, Einzelhandels- und Stadtentwicklungsgebieten.

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