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Organic-Flow-Batterie: Data Becker-Gründer investieren 30 Millionen Euro in CMblu

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Cleantech-Startup aus Alzenau entwickelt erneuerbare, organische Flusszellenbatterie auf Basis von Lignin.

Die CMBlu Energy AG hat mit der Düsseldorfer Investtodate einen neuen Investor an Bord geholt und im Gegenzug rund 30 Millionen Euro frisches Kapital erhalten. Investtodate ist eine nach Außen hin kaum auftretende Investmentgesellschaft, die überwiegend in VC-Gesellschaften wie Capnamic, Fly Ventures, Atlantic Labs, Cherry Ventures oder La Famiglia investiert. CMBlu möchte seine Organic-Flow-Batterie in den kommenden zwei Jahren kommerzialisieren.

Die Erwartungen an die Redow-Flow-Technologie sind seit mindestens einem Jahrzehnt gewaltig. Immer wieder gilt die Technik als mögliche Ablösung der Lithium-Ionen-Batterie. Aber: Immer wieder sind Startups und Forscherteams an den Tücken der Technologie gescheitert. CMBlu geht einen anderen Weg und könnte damit einen nahezu idealen Speicher für Quartiere, Industrieanlagen, Windparks und andere Anwendungen produzieren.

Am 14. August hat eine außerordentliche Hauptversammlung die Ausgabe von 37.454 Aktien zu je 801 Euro an den neuen, starken Investor Investtodate beschlossen wie aus der Niederschrift zur Versammlung hervorgeht, die Cleanthinking-Partner startupdetector.de vorliegt. Das bedeutet ein finanzielles Engagement von 30 Millionen Euro bei einer Unternehmensbewertung von 300 Millionen Euro. Dahinter stecken die Data Becker-Gründer Dr. Achim Becker und Harald Becker, die u.a. auch in Smava investiert waren. Bekannt ist auch das Engagement von Investtodate in andere VC-Gesellschaften.

Organic-Flow-Batterie als Quartier- oder Industriespeicher

Mehr zu den Grundlagen der CMBlu-Technologie kann hier in einem früheren Beitrag nachgelesen werden. Entscheidend ist: CMBlu setzt auf Lignin als Abfallstoff aus der Papierindustrie anstatt auf Vanadium. Seit fünf Jahren tüftelt da Team um Gründer Dr. Peter Geigle daran. Die Flussbatterie der Alzenauer nutzt also organische Moleküle und orientiert sich dabei an den Stärken der Natur. Seltene Erden und Schwermetalle: Nicht notwendig.

Einen Haken der Vanadium-Redox-Flow-Technologie, den auch die Lignin-Organic-Flow-Batterie aus Bayern nicht ausräumt, ist der Platzbedarf, den der Speicher hat. Zwar ist die Technik nach oben hin problemlos skalierbar, weil wie in einem Hochregallager gestapelt werden kann. Ganz klein ist die Flusszellenbatterie aber nicht – und mit für Elektroautos oder den Hausgebrauch ungeeignet. Auch wenn nanoFlowcell etwas anderes behauptet.

Angesichts der voranschreitenden Energiewende liegt der größte Speicherbedarf für eine Technologie wie die von CMBlu auch ganz woanders: Dort, wo Lithium-Ionen-Batterien klare Nachteile haben und deren Ressourcenbedarf überbordend wird. Die Organic-Flow-Batterie kann als Quartierspeicher den Eigenverbrauch in einem Wohnquartier maximieren und damit die Netze entlasten. Sie kann Lastspitzen in Industriebetrieben abfedern und vermeiden, dass Windparks wegen verstopfter Netze abgeregelt werden müssen.

Derzeit entwickelt die CMBlu Energy AG Prototypen seiner Batterietechnologie. In zwei Jahren soll die Serienfertigung soweit sein. Mit dem starken Geldgeber Investtodate und Partnern wie Schaeffler oder Mann + Hummel an der Seite.

Übrigens: Derzeit repräsentiert Stefan von Westberg, Leiter Sales und Marketing, das Cleantech-Startup beim 24. World Energy Congress (WEC) in Abu Dhabi.Möglich gemacht hat das die Top100-Wahl der Start Up Energy Transition (SET100).

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