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Wie Tesla als Gambit Energy Storage das texanische Stromnetz stabilisieren will

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Laut Bloomberg hat Tesla ein Projekt des Speicher-Projektierers Plus Power in Texas gekauft – und errichtet in Angleton einen 100-Megawatt-Batteriespeicher.

Das Geschäft mit stationären Batteriespeichern zur Netzstabilisierung gewinnt bei Tesla zunehmend an Bedeutung. Jetzt wurde bekannt, dass der Technologiekonzern über seine Tochter Gambit Energy Storage im Herzen der einst fossilen Energieversorgung, in Texas, aktiv geworden ist. Bloomberg hat die Arbeit am ‚geheimen‘ Gambit Energy Storage Park in Angleton enthüllt – es soll ab Juni helfen, das gerade durch Winterstürme dezimierte Stromnetz zu stabilisieren.

Ursprünglich handelte es sich beim Gambit Energy Storage Park um ein Projekt des Energiespeicher-Projektierers Plus Power, bei dem zahlreiche, frühere Tesla-Mitarbeiter wie Molly Emerson oder Bob Rudd beschäftigt sind. Aus Unterlagen der Stadt Angleton geht hervor, dass Plus Power Speichersysteme von Tesla einsetzen wollte, um einen 100-Megawatt-Speicher zu errichten.

Auf den Bildern, die Bloomberg vom Geheimprojekt gemacht hat, sind 20 Batteriespeicher zu erkennen – dabei könnte es sich um die Megapacks von Tesla handeln. Drumherum ist noch jede Menge Equipment zu erkennen – allerdings erscheint das Projekt schon sehr weit fortgeschritten zu sein.

Der große Batteriespeicher wird bis 1. Juni an das Netz des Übertragunsnetzbetreibers ERCOT angeschlossen – das selbe Stromnetz, das stark durch die Winterprobleme zuletzt beeinträchtigt wurde. ERCOT ist einer von neun unabhängigen Übertragungsnetzbetreibern in Nordamerika. Verantwortlich ist das Electric Reliability Council of Texas (Non-Profit) für eines der drei Verbundnetze der USA, Texas Interconnection.

Das Batteriesystem bringt eine wichtige Funktion mit: Die Schwarzstartfähigkeit – fällt das Stromnetz aus, kann es dabei behilflich sein, dass es schneller wieder anläuft. Generell reicht die dort gespeicherte Energie ungefähr, um 20.000 Haushalte mit Strom zu versorgen – Hauptziel dürfte aber sein, Netzschwankungen auszugleichen, und damit auch für die Stadt Einnahmen zu generieren – über die Grundsteuer sollen es, so versprach es Plus Power, innerhalb von zehn Jahre eine Million Dollar sein.

Teslas Weg in die Herzkammer der amerikanischen Energieversorgung

Teslas erste Schritte in die Herzkammer der amerikanischen Energieversorgung dürften nicht die Letzten sein. Mit der Software Autobidder und immer mehr bekannten Speicherprojekten, entwickelt sich Tesla Energy immer mehr zu einem relevanten Geschäftsfeld für Tesla. CEO Elon Musk ist der Überzeugung, dass langfristig das Versorger-Geschäft ungefähr die Größe des Automobil-Geschäfts erreichen dürfte.

Autobidder ist nach Aussage von Tesla ein „autonomes System zur Teilnahme am Energiemarkt, das Hochfrequenzhandel betreibt“.

Im Februar sorgten Winterstürme in Texas dafür, dass Millionen Menschen tagelang ohne Strom auskommen mussten. Darüber beschwerte sich Elon Musk auch öffentlich via Twitter bei ERCOT. Der Netzbetreiber ist für die Energieversorgung von 26 Millionen Menschen zuständig. Musk hat eine zunehmend engere Beziehung zu Texas: Dort werden die Raketen seines Unternehmens SpaceX gebaut, es entsteht eine Gigafactory von Tesla – und auch privat hat er seinen Wohnsitz in den Bundesstaat verlegt.

Texas verändert sich gerade insbesondere durch den rasanten Ausbau der Windenergie deutlich. Früher geprägt von der Öl- uns Gasindustrie sowie dezentraler Kraftwerksversorgung. Doch die Leitungen sind anfällig, das haben die Winterstürme gezeigt. Keine guten Voraussetzungen in Zeiten des Klimawandels. Mit den großen Batteriespeichern der Gambit Energy Storage könnte das Stromnetz auf dezentralere Strukturen umgestellt werden: So sinkt das Risiko flächendeckender Blackouts, wenn es an einer Stelle hakt.

Dabei ist der Tesla-Energiespeicher nur ein Zehntel dessen, was passiert: Laut Bloomberg stehen 2.100 Megawatt Batteriespeicher und 37.000 Megawatt Solar- und Windenergie kurz vor der Anbindung an das Netz von ERCOT.

Das Energy-Geschäft von Tesla könnte nach Analysten-Einschätzungen in etwa zehn Jahren bis zu 30 Prozent der Gesamteinnahmen des Unternehmens ausmachen – heute liegt der Anteil bei überschaubaren sechs Prozent. Neben dem Umsatz mit den Powerpack oder Megapack genannten Batteriespeichern, zählen dann aber auch die Umsätze über die klassischen PV-Produkte und die Powerwall als Heimspeicher dazu.

Wie Tesla als Gambit Energy Storage das texanische Stromnetz stabilisieren will – es ist mächtig etwas in Bewegung geraten in Texas, was die Struktur der Energieversorgung betrifft. Wir werden diese spannende Entwicklung weiter verfolgen.

% S Kommentare
  1. […] Bislang segelte das Unternehmen bei B2B-Produkten im Energiesektor eher unter dem Radar und stufte manches Projekt gar als geheim ein. Bekannter sind die Consumer-Produkte: Der Heimspeicher Powerwall, die Hausdächer Solar Glass, […]

  2. […] Grid | Bloomberg Wie Tesla als Gambit Energy Storage das texanische Stromnetz stabilisieren will | Cleanthinking Bildquelle: Wikipedia – John Cummings, CC BY-SA […]

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