Windenergie – CleanTech Lexikon

Was ist Energie aus Windkraft? Ein tiefgründiger Erklärungsversuch der CleanThinking.de-Redaktion

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Als Wikinger die reine Windenergie nutzten, um mit ihren Segelbooten neue Territorien zu erkunden, machten sie sich kaum Gedanken über den Wind als eine Quelle für Energiegewinnung, die über eine Fortbewegung auf dem Wasser hinausging. Viele Jahrhunderte später, mit dem Wissen um Elektrizität, des Prinzips des Generators kundig und mit dem Beispiel der klassischen Windmühle vor Augen, war der Weg für die Entwicklung moderner Windanlagen bereitet.

Heute fragen sich Forscher der Harvard Universität, ob der globale Energiebedarf allein durch Onshore-Windenergie sowie Offshore-Windenergie abgedeckt werden kann. Sie kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Die Antwort lautet „ja“.

Inwiefern unterscheiden sich Offshore-Windenergie und Onshore-Windenergie?

Die Kraft und Geschwindigkeit des Windes hängt an Land von verschiedenen Kriterien ab. Das Vorhandensein von Besiedlungen und geologischen Besonderheiten einer Region wirken sich unterschiedlich auf die Windgeschwindigkeit aus. Für Windanlagen an Land werden die Küstenregionen oder ein weitgehend freies Gelände bevorzugt. Eine hohe räumliche Dichte der Windanlagen macht die Einspeisung des gewonnenen Stroms, eine Anbindung ans Netz und die Maintenance der Anlage günstiger als sporadisch platzierte Windanlagen. Der technische Fortschritt und die Leistungskraft der Anlagen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm angestiegen.[wp_campaign_1]

Die Zahl der Onshore-Windparks in Deutschland steigt

Es werden in Deutschland in Zukunft weitere neue Onshore-Windparks dazukommen. Das Angebot an geeigneten Flächen ist noch lange nicht erschöpft – insbesondere seit den Ereignissen von Fukushima werden auch in CDU-geführten Bundesländern zusätzliche Flächen für Onshore-Windenergie freigegeben. Dennoch besteht teilweise eine gewisse Ablehnung gegen die Windturbinen in der Bevölkerung. Hauptargumente sind die Lärmbelästigung für Anwohner und ein möglicher Eingriff in die Natur. Die Stromerzeuger, gerade die große Stromkonzerne RWE, E.ON oder EnBW sowie große Stadtwerke wie Trianel oder die Stadtwerke München wenden sich also vermehrt der Offshore-Energieerzeugung zu.

Die leistungsstärksten Onshore-Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 7,5 Megawatt entstehen derzeit in Österreich im Burgenland und sollen im Dezember 2011 ans Netz gehen. Es handelt sich um Windenergieanlagen E-126 von Enercon. Weitere Details zur Enercon E-126 gibt es hier.

Vorteile der Offshore-Windenergie

Auf dem Meer bläst der Wind beständiger und in höherem Tempo. Die Ausbeute der Offshore-Windenergie liegt prozentual beträchtlich höher als im Onshore-Bereich. Natürlich ist der Bau von Offshore- Anlagen mit einem nicht unbeträchtlichen Mehraufwand an Kosten und technischem Know-How verbunden. Für die Wartung der Offshore-Windparks bedarf es besonders ausgestatteter Schiffe. Die Anforderungen an die Wartungsexperten sind auf dem Meer selbstverständlich auch höher als auf festem Boden. Auch bei Offshore-Projekten gilt es zahlreiche ökologische Richtlinien zu beachten.

Seit 2010 läuft der Offshore-Windpark „alpha ventus“ mit 12 Windkraftanlagen 45 km vor der Insel Borkum.
Ein weitere gigantische Anlage in der Nordsee soll mit „Global Tech I“ 2012 ans Netz gehen und eine neue Ära der Stromerzeugung einleiten.

Was sind eigentlich Kleinwindanlagen für die private Nutzung?

Kleinwindanlagen bringen es normalerweise auf eine Leistung von bis zu 5 Kilowatt. Heute ist es möglich – nach Prüfung und entsprechender Genehmigung durch ein Bauamt – zum Beispiel auf einem Bauernhof seinen eigenen Strom sprichwörtlich anzubauen und zu ernten. Der Einsatz der kleinen Windanlagen wird nur außerhalb dichter Besiedlungszonen gestattet. Im Fachhandel sind heute Bausätze für die Eigenmontage erhältlich.

Genau wie bei den Großanlagen kann Energie, die nicht für den Eigenbedarf gebraucht oder genutzt wird, ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sie wird dann pro Kilowatt-Stunde vergütet. Kleinwindanlagen machen den Betreiber jedoch nicht unabhängig von einem öffentlichen Stromnetz, da Unwägbarkeiten durch das Wetter in Betracht gezogen werden müssen. Eine finanzielle Amortisation einer Kleinwindanlage ist zudem nur über einen längeren Zeitraum zu erreichen.

Passend zur Kleinwindkraft gibt es eine weitere „exotische“ Form der Windenergieanlagen: Vertikale Windkraft. Mehr dazu lesen Sie u.a. auf CleanThinking.de im Beitrag Vertikale Windkraft: Sieht so die Zukunft aus?

Windenergie in Deutschland: Installierte Leistung

Mit dem Stand 31.12.2010 lag die gesamte installierte Leistung durch Windenergie in Deutschland bei 27214 Megawatt. Der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung liegt immer noch bei unter 10 Prozent.

 

http://www.cleanthinking.de/cleantech-lexikon/enercon-e-126-85555/