LEAG stellt 17 Windräder in den alten Tagebau Jänschwalde

ENERGIEWENDE · 21. SEPTEMBER 2026

LEAG baut Batteriespeicher in Jänschwalde, wo 2028 die Kohle endet

Die LEAG hat in der Lausitz einen Windpark mit 105 Megawatt und einen Solarpark auf 130 Hektar in Betrieb genommen. Am Kraftwerk Jänschwalde beginnt zugleich der Bau eines Speichers mit 4.000 Megawattstunden.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 4 Min. Lesezeit LESEN


Mit dem Windpark Forst-Briesnig 2, dem Energiepark Bohrau und dem Batteriespeicher in Jänschwalde setzt die LEAG erstmals Erzeugung und Speicherung ihrer GigawattFactory nebeneinander. Unter diesem Namen bündelt der Cottbuser Energiekonzern seit 2022 seine Pläne für Wind- und Solarparks, Großspeicher und neue Kraftwerke auf den Flächen der Braunkohle. Über eine Milliarde Euro sei bisher in die Projekte geflossen, teilte die LEAG mit. Zum Start am Wochenende kam Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Die 17 Windenergieanlagen von Forst-Briesnig 2 stehen auf Flächen des ehemaligen Tagebaus Jänschwalde nahe der Stadt Forst. Zwei Kilometer entfernt liegt der erste Bauabschnitt des Energieparks Bohrau mit rund 230.000 Photovoltaikmodulen auf etwa 130 Hektar. Er solle jährlich rund 130 Gigawattstunden Strom erzeugen. Beide Parks kommen nach Angaben von Dominique Guillou, Chef der Tochter LEAG Renewables, zusammen auf 230 Megawatt.

LEAG plant den Batteriespeicher in Jänschwalde für 2028

Fünf Kilometer nördlich, am Kraftwerksstandort Jänschwalde, hat die Tochter LEAG Clean Power mit dem Bau der GigaBattery Jänschwalde 1000 begonnen. Der Speicher solle 1.000 Megawatt Leistung und 4.000 Megawattstunden Kapazität erreichen. Bei voller Leistung ist er nach vier Stunden leer. Die Inbetriebnahme sei für 2028 vorgesehen, Technologiepartner ist der Speicherintegrator Fluence.

Rund 230.000 Photovoltaikmodule im ersten Bauabschnitt des Energieparks Bohrau
Rund 230.000 Module liegen im ersten Bauabschnitt des Energieparks Bohrau. Foto: LEAG/Andreas Friese

Die LEAG bezeichnet den Batteriespeicher in Jänschwalde als das aktuell größte Batteriespeicherprojekt Deutschlands. In Klostermansfeld in Sachsen-Anhalt baut BW ESS seit Juli einen Speicher mit ebenfalls 1.000 Megawatt Leistung, aber 5.700 Megawattstunden Kapazität. Auch dort ist die Inbetriebnahme für 2028 geplant.

Jänschwalde verliert Ende 2028 seine letzten Kohleblöcke

Auf demselben Gelände läuft noch das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Nach Angaben der LEAG hat es derzeit 1.500 Megawatt installierte Leistung in drei Blöcken. Der Konzern muss es nach dem Kohleausstiegsgesetz bis Ende 2028 vollständig stilllegen, also im selben Jahr, für das er den Speicher plant.

„Die nächste Phase der Energiewende ist eine Systemaufgabe”, sagt LEAG-Chef Adi Roesch. Große Mengen wetterabhängiger Erzeugung müssten mit Speichern, Netzen, flexiblen Verbrauchern und steuerbaren Kraftwerken vernetzt werden. Binnen zehn Jahren wolle die LEAG die größten Batteriespeicherparks des Landes, neue Kraftwerke und weitere Wind- und Solarparks bauen.

Für die neuen Kraftwerke hat die LEAG Anfang September in der ersten Runde der Ausschreibung nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz geboten. Die Gebote für Gaskraftwerke betreffen die Standorte Jänschwalde, Boxberg, Schwarze Pumpe und Lippendorf. Die Bundesnetzagentur will die Zuschläge bis Anfang November veröffentlichen. Im Vorfeld hatte die LEAG Änderungen am Südbonus verlangt, der Standorte im Süden bevorzugt (mehr dazu: Gaskraftwerke-Ausschreibung: Geht der Osten leer aus?).

Sieben Gigawatt bis 2030 hatte die LEAG 2022 angekündigt

Beim Ostdeutschen Energieforum 2022 hatte die LEAG angekündigt, bis 2030 Solar- und Windparks mit sieben Gigawatt in der Lausitz zu errichten. Bis 2040 sollten es 14 Gigawatt werden. Für einen zweiten Bauabschnitt in Bohrau mit bis zu 120 Megawatt liegt inzwischen ein Bauantrag vor. Weitere Windparks plant der Konzern am Cottbuser Ostsee und in der Bergbaufolgelandschaft Jänschwalde.

Beim Speicher begann die LEAG 2019 in Schwarze Pumpe mit dem Bau der BigBattery Lausitz mit 53 Megawattstunden nutzbarer Kapazität. Der Speicher in Jänschwalde fasst mehr als 75-mal so viel. In Boxberg baut die LEAG parallel einen zweiten Großspeicher mit 400 Megawatt und 1.600 Megawattstunden, die Inbetriebnahme ist bis Anfang 2028 geplant.

Den Standortkommunen bringen Wind- und Solarpark nach LEAG-Angaben zusammen rund 1,2 Millionen Euro Kommunalbeteiligung im Jahr. Wie stark die Akzeptanz solcher Anlagen an dem Geld hängt, das vor Ort bleibt, beschreiben die Bürgermeister von Klostermansfeld und Quaal. Woidke sieht in der Lausitz Platz für neue Anlagen, leistungsfähige Netzanbindungen und das Wissen aus Jahrzehnten der Energiegewinnung.

QUELLEN

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  1. LEAG: Auf dem Weg zum intelligenten Energiesystem der Zukunft: Erste GigawattFactory der LEAG wird Realität, 20.09.2026.
  2. LEAG: LEAG beteiligt sich mit mehreren Projekten und Standorten an der Ausschreibung für Zukunftskraftwerke, 09.09.2026.
  3. LEAG: Kraftwerk Jänschwalde, abgerufen am 21.09.2026.
  4. LEAG: GigaBatteries in Lusatia, abgerufen am 21.09.2026.
  5. Windbranche.de: LEAG und EPNE bringen Ausbau der Gigawatt-Factory mit Solar- und Windparks voran, 20.02.2024.
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