Elektroautos legen bei den Auto-Neuzulassungen um 79,5 Prozent zu

ELEKTROMOBILITÄT · 4. NOVEMBER 2026

Elektroautos legen bei den Auto-Neuzulassungen im Oktober um 79,5 Prozent zu

254.492 Pkw wurden im Oktober 2026 neu zugelassen, nur 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Auto-Neuzulassungen kamen 94.086 reine Elektroautos hinzu, 79,5 Prozent mehr als im Oktober 2025, ihr Anteil stieg auf 37,0 Prozent.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 4 MIN LESEN


Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg meldet für Oktober 2026 insgesamt 254.492 neu zugelassene Personenkraftwagen. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 0,9 Prozent weniger als im September. Private Halter meldeten 20,6 Prozent mehr Fahrzeuge an, ihr Anteil lag bei 40,7 Prozent. Die gewerblichen Neuzulassungen sanken um 8,2 Prozent.

Von Januar bis Oktober kamen damit 2.476.290 Pkw auf die Straße, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im September hatte das Plus noch bei 9,0 Prozent gelegen.

Die Auto-Neuzulassungen im Oktober 2026 in 45 Sekunden. Daten: Kraftfahrt-Bundesamt

Elektro-Pkw erreichen 37 Prozent aller Auto-Neuzulassungen

94.086 Neuwagen fuhren im Oktober rein elektrisch (BEV). Im Oktober 2025 waren es 52.425 gewesen, das ist ein Plus von 79,5 Prozent. Der Anteil stieg von 34,5 Prozent im September auf 37,0 Prozent. Seit Jahresbeginn kommen die BEV auf 698.230 Fahrzeuge, 60,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Markt wuchs gegenüber dem Vorjahresmonat um 4.359 Fahrzeuge, die reinen Elektroautos um 41.661. Ohne sie wäre der Pkw-Markt im Oktober von 197.708 auf 160.406 Neuzulassungen geschrumpft, ein Minus von 18,9 Prozent.

95.931 Pkw hatten einen Hybridantrieb, 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 28.499 Plug-in-Hybride (minus 7,9 Prozent, Anteil 11,2 Prozent). BEV und Plug-in-Hybride kamen zusammen auf rund 48 Prozent aller Neuzulassungen.

Balkendiagramm des KBA: Pkw-Neuzulassungen im Jahresverlauf 2024 bis 2026
Pkw-Neuzulassungen im Jahresverlauf. QUELLE: KRAFTFAHRT-BUNDESAMT

Die Verbrenner verloren deutlich. 38.516 Pkw fuhren mit Benzin, 40,5 Prozent weniger als im Oktober 2025, der Anteil sank auf 15,1 Prozent. Diesel kam auf 23.882 Fahrzeuge (minus 21,6 Prozent, Anteil 9,4 Prozent). Benziner und Diesel kamen zusammen auf 62.398 Fahrzeuge, die Elektroautos lagen mit 94.086 deutlich darüber. Flüssiggas legte um 121,6 Prozent auf 2.065 Fahrzeuge zu. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagen fiel um 21,1 Prozent auf 79,4 Gramm pro Kilometer.

Tesla, Leapmotor und Xpeng fast vervierfacht, BYD überholt Tesla im Jahresverlauf

Tesla kam im Oktober auf 2.932 Neuzulassungen, 290,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, bei einem Anteil von 1,2 Prozent. Im September waren es 12.552 gewesen. Seit Jahresbeginn summiert sich Tesla auf 47.742 Fahrzeuge (plus 206,1 Prozent).

BYD verbuchte 5.173 Neuzulassungen, 54,3 Prozent mehr als im Oktober 2025, bei einem Anteil von 2,0 Prozent. Unter den Importmarken mit mindestens 1,5 Prozent Anteil war das das stärkste Plus. In den ersten zehn Monaten kommt der chinesische Hersteller auf 47.961 Fahrzeuge (plus 216,1 Prozent) und liegt damit knapp vor Tesla. BYD plant bereits eine zweite Fabrik in Europa.

Leapmotor erreichte 3.661 Neuzulassungen (plus 288,6 Prozent, Anteil 1,4 Prozent) und 19.705 seit Jahresbeginn (plus 266,1 Prozent). Xpeng wuchs um 284,4 Prozent auf 1.380 Fahrzeuge, seit Januar sind es 8.403 (plus 279,5 Prozent). MG Roewe legte um 48,5 Prozent auf 4.140 Fahrzeuge zu, Lynk & Co um 270,2 Prozent auf 174. Polestar verlor 48,0 Prozent und kam auf 292 Fahrzeuge.

Unter den deutschen Marken verzeichnete Smart mit plus 59,5 Prozent die stärkste Steigerung bei einem Anteil von 0,3 Prozent. Mini wuchs um 25,0 Prozent (Anteil 1,7 Prozent), Mercedes um 8,5 Prozent (10,3 Prozent), BMW um 0,1 Prozent (9,3 Prozent). Opel verlor 24,1 Prozent, Ford 9,8 Prozent, Audi 8,4 Prozent, Porsche 5,7 Prozent. VW sank um 4,0 Prozent, blieb mit 18,2 Prozent aber die anteilsstärkste Marke. Seit Jahresbeginn liegt VW mit 442.775 Fahrzeugen 5,6 Prozent im Minus.

Skoda blieb mit einem Anteil von 7,7 Prozent die stärkste Importmarke und verlor im Oktober 12,1 Prozent. Seit Januar steht Skoda mit 206.508 Fahrzeugen dennoch 9,9 Prozent im Plus. Kia (plus 19,4 Prozent), Dacia (plus 15,4 Prozent) und Mazda (plus 23,5 Prozent) legten zu, Hyundai verlor 15,3 Prozent und Toyota 7,5 Prozent. Toyota liegt seit Jahresbeginn mit 56.787 Fahrzeugen 18,0 Prozent unter dem Vorjahr.

SUVs bleiben mit 37,8 Prozent das stärkste Segment

Die SUVs erreichten einen Anteil von 37,8 Prozent und wuchsen um 13,3 Prozent. Die Kleinwagen legten um 9,1 Prozent zu (Anteil 13,7 Prozent), die Minis um 20,6 Prozent (2,8 Prozent). Die Kompaktklasse verlor 15,3 Prozent bei einem Anteil von 13,6 Prozent. Das KBA weist darauf hin, dass Vorjahresvergleiche bei den Segmenten wegen der Segmentwechsel von der Kompaktklasse zu den Kleinwagen seit Januar 2026 nur eingeschränkt sinnvoll sind.

Auch am Nutzfahrzeugmarkt ging es nach oben: Insgesamt wurden 304.375 Kraftfahrzeuge neu zugelassen (plus 3,6 Prozent), die Krafträder legten um 25,4 Prozent zu. Am Gebrauchtmarkt wechselten 619.460 Kraftfahrzeuge den Halter, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Wie die Politik den Hochlauf begleiten soll, bleibt Thema der Debatte um die E-Auto-Kaufprämie. Zahlen zum globalen Markt der Elektromobilität 2026 liefern den Rahmen dazu.

QUELLEN

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  1. Kraftfahrt-Bundesamt: Fahrzeugzulassungen im Oktober 2026, 4. November 2026.
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