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eCitaro G: Elektrobus kommt mit Festkörperbatterie

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Mercedes-Benz setzt neben NMC-Akkus auch auf die Feststoffbatterie für seinen wichtigen Gelenkbus eCitaro G.

Lange wurde in der Batterie-Industrie von der Feskörperbatterie erzählt – mittlerweile ist die Technologie reif für Anwendungsgebiete, in denen die Nachteile der Technik nicht ins Gewicht fallen. Ein Beispiel ist der neue Gelenkbus eCitaro G von Daimler. Der Nutzfahrzeughersteller bietet hierfür auch eine Variante mit einer Festkörperbatterie des französischen Cleantech-Unternehmens Blue Solutions. Deren großer Platzbedarf kann im Dach des Busses problemlos abgedeckt werden.

Daimler ist mit Blue Solutions nicht der einzige Nutzfahrzeughersteller, der auf die Festkörper- oder Feststoff-Batterie setzt. So investierte Ford beispielsweise im Oktober 2019 in das Unternehmen Solid Power, mit dem auch BMW verbandelt ist. Technologisch unterscheiden sich die Festkörper-Batterien vom Lithium-Ionen-Akku deutlich. Im Kern handelt es sich um eine Lithium-Polymer-Batterie, die keinen flüssigen, sondern einen festen Elektrolyt hat.

Dank dieser Technologieänderung können Festkörperbatterien auf Rohstoffe wie Kobalt, Nickel oder Mangan verzichten. Das durchaus ebenfalls nicht unproblematische weiße Gold Lithium, bleibt aber vorerst erhalten. Vorteil der neuen Batterien: Sie haben eine hohe Energiedichte und zeichnen sich durch längere Lebensdauern aus. Außerdem ist die Sicherheit höher bzw. es muss weniger Aufwand betrieben werden, um Sicherheit zu garantieren.

Cleantech-Unternehmen Blue Solutions über seine Batterietechnologie.

Der größte Nachteil ist: Festkörperbatterien brauchen heute noch reichlich Platz – so dass die Technologie nicht 1:1 im PKW einsetzbar ist. Der eCitaro G hat eine Batteriekapazität von 441 Kilowattstunden und schafft so Reichweiten im stadtbustypischen Einsatz. Das muss er auch, denn es gibt einen zweiten Nachteil: die Ladezeit ist länger – mal eben an der Haltestelle zwischendurch nachladen, funktioniert nicht. Stattdessen muss die Reichweite über Nacht geladen werden und für den Tageseinsatz ausreichen.

Der eCitaro der Marke Mercedes-Benz wird seit seiner Markteinführung vor zwei Jahren in Mannheim hergestellt. In seiner „kurzen“ Variante ist er bereits in vielen europäischen Städten im Einsatz – laut Daimler in „dreistelliger Stückzahl“. Für die Gelenkbus-Variante liegen mehr als 60 Reservierungen vor.

Neben Festkörperbatterie: eCitaro G mit NMC-Akku und Brennstoffzelle

Neben der Ausstattung mit Festkörperbatterien ist der eCitaro auch mit den bewährten Akkus von Akasol aus Darmstadt zu bekommen. Dabei wächst die Batteriekapazität im selben Bauraum mit den NMC-Akkus kontinuierlich mit. Wahrscheinlich noch dieses Jahr wird die Kapazität von 292 Kilowattstunden auf 396 Kilowattstunden aufgestockt. Für Anwendungen, die eine Schnellladung in Fahrtpausen oder auf der Strecke einplanen, sind diese Akkus die passende Lösung.

Gelenkiger Elektrobus: eCitaro G von Mercedes-Benz
Gelenkiger Elektrobus: eCitaro G

Doch Daimler geht ab 2022 noch einen weiteren Schritt: Beide Varianten des eCitaro G erhalten dann auch noch eine Brennstoffzelle als Range Extender, um die Reichweite dann für alle Anforderungen zu erhöhen. Mit dieser Technologie sind Zwischenladungen und die dafür notwendige aufwändige Infrastruktur in nahezu allen Fällen überflüssig.


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