TRUMPS NIEDERLAGE BEI DEN MIDTERMS · 5. NOVEMBER 2026
U.S. House of RepresentativesNach den Midterms reisen 19 US-Abgeordnete zur COP31 in Antalya
Eine Delegation des US-Kongresses fliegt zur Weltklimakonferenz in die Türkei. Am Verhandlungstisch sitzen die USA dort nicht, seit Präsident Donald Trump das Land zum zweiten Mal aus dem Pariser Abkommen geführt hat.
Angekündigt hat die Reise Sean Casten, demokratischer Abgeordneter aus Illinois. Das war am Mittwoch, einen Tag nach dem Erdrutschsieg seiner Partei bei den Kongresswahlen. Auch ohne Platz am Verhandlungstisch erfülle die Delegation eine wichtige diplomatische Aufgabe, sagte Casten vor Journalist*innen. Die COP31 in Antalya läuft vom 9. bis 20. November.
Während der Konferenz stellten die Demokraten noch nicht die Mehrheit im Kongress, räumte Casten ein. Empfangen werde man aber im Wissen um das Wahlergebnis. Naiv dürfe die Delegation dabei nicht sein. Die USA haben das Kyoto-Protokoll von 1997 nie ratifiziert und sind unter Trump zweimal aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen.
Casten nennt Klimaflucht und Finanzrisiken als gemeinsame Probleme
„Amerika hat gesprochen", soll die erste Botschaft der Delegation an die Welt lauten, sagte Casten. Die zweite: Viele Probleme seien diesseits und jenseits der US-Grenzen dieselben. Casten nannte Klimaflüchtlinge, finanzielle Schwankungen durch den Klimawandel und die Dekarbonisierung der Volkswirtschaften. Gerade der Iran-Krieg mache den Umbau dringlich.
Eine überparteiliche Denkfabrik führt die Delegation
Die Reise organisiert das Sustainable Energy and Environment Coalition Institute, kurz SEEC Institute, eine überparteiliche Denkfabrik. Ihre Mitglieder wollen auf der COP31 in Antalya Politiker*innen, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft treffen. Ausloten wollen sie, wo die USA in Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitik wieder einsteigen können.
Unter dem Dach der Koalition „America Is All In" reisen außerdem Vertreter*innen von Bundesstaaten und Kommunen in die Türkei. Die türkische Präsidentschaft will in Antalya ein weltweites Ziel für die Elektrifizierung durchsetzen (mehr dazu: 35 Prozent Strom bis 2035).
Casten sieht Trumps Zölle und den Iran-Krieg als Preistreiber
Zu Hause droht Trump mit seinem Veto. Offen bleibt deshalb, wie viel die Demokraten beim Klimaschutz erreichen, selbst wenn sie Repräsentantenhaus und Senat kontrollieren. Casten verweist auf zwei Preistreiber: Trumps Zölle verteuern Solarmodule und Elektroautos, der Iran-Krieg treibt den Benzinpreis. Beides seien derzeit die größten Treiber der Inflation (mehr dazu: Habeck nennt Trump den größten Promoter der Erneuerbaren).
Die Republikaner haben in der Vergangenheit selbst Umweltpolitik mitgetragen, etwa den Emissionshandel und den Schutz der Ozonschicht. Casten zeigte sich deshalb vorsichtig optimistisch, dass sich Spielräume für Klimapolitik öffnen.
QUELLEN
- Euronews (mit AFP): 'Cautious optimism' for renewed US engagement on climate as delegation heads to COP31, 5. November 2026.