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Christopher Delbrück wechselt von Uniper zu Flugtaxi-Startup

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Nach Frank Stephenson und Oliver Walker-Jones angelt sich Lilium Aviation erneut einen Top-Manager / Delbrück will an Revolution der Branche mitwirken

Die Personalie ist bemerkenswert: Christopher Delbrück, bis heute CFO von Uniper und zuvor jahrelang E.ON-Manager, wechselt als Finanzchef in das Management des Cleantech-Startups Lilium Aviation. Der Reiz, eine Branche mit einem neuen Produkt wie Flugtaxis radikal verändern zu können, mag den Ausschlag gegeben haben.

Lilium Aviation entwickelt sich, wie andere Flugtaxi-Startups auch, zunehmend vom reinen, visionären Konzept zum ernstzunehmenden Unternehmen. Mit Christopher Delbrück von Uniper haben die Münchner nun nach langer, globaler Suche, den aus ihrer Sicht idealen CFO gefunden. Es ist wieder ein Manager, der von einem Vertreter der klassischen, alten Energie- oder Mobilitätswelt in die Startup-Szene wechselt. Lilium erreicht damit die nächste Stufe.

Einzig der Zeitpunkt, wann Christopher Delbrück dem Energieversorger Uniper den Rücken kehrt, steht noch nicht fest. Voraussichtlich noch in diesem Jahr solle es so weit sein. Bei Uniper gelang Delbrück ein erfolgreicher Börsengang 2016 mit anschließendem Aufschwung der Aktie. Und das im schwierigen Umfeld der Endzeitstimmung in der alten Energiewirtschaft.

Bei seiner neuen Rolle könnte ein ähnliches Vorgehen geplant sein: Die hochkarätigen Investoren, die dem Unternehmen bereits 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben, dürften eine Exit-Strategie anstreben. Ein möglicher Börsengang zu einem Zeitpunkt, wenn die rechtlichen Fragen der Flugtaxi-Bewegung in mehreren Kernmärkten geklärt sind, könnte eine logische Konsequenz sein. Denn dann braucht das Unternehmen viel Kapital.

Christopher Delbrück soll Strukturen für ein großes Unternehmen schaffen

Bis 2025 plant Lilium nach eigenen Angaben, in „mehreren Städten“ den Betrieb aufzunehmen. Test. oder Probebetrieb könnte früher starten. Während Konkurrent Volocopter offensichtlich mit dem Frankfurter Flughafen über seine Pläne spricht, war bekannt geworden, dass die Münchner in der Schweiz bei der SBB offenbar offene Türen einrennen.

Eine meiner Aufgaben wird es sein, die internen Strukturen und Prozesse aufzubauen, die ein effizientes Funktionieren großer Unternehmen ermöglichen. Wir müssen sicherstellen, dass wir es auf dem Weg vom Konzept zur Kommerzialisierung ohne Hindernisse schaffen.

Christopher Delbrück, künftiger CEO von Lilium Aviation

Das Cleantech-Unternehmen plant mit der Herstellung und dem Betrieb des eigenen Lilium Jets einen revolutionären On-Demand-Flugtaxi- Service. Auf Knopfdruck sollen die Passagiere mit einer App den nächstgelegenen Landeplatz finden und ihre Reise einfach und komfortabel planen können. Durch ein dichtes Netz an Landeplätzen in Städten und Regionen werden die Fahrgäste so von Flügen profitieren, die im Preis mit einem Taxi vergleichbar sind, aber viermal so schnell.

Der emissionsfreie Jet, der von 36 elektrischen Motoren angetrieben wird, kann mit einer Ladung in einer Stunde bis zu 300 Kilometer zurücklegen. Das Cleantech-Startup rechnet damit, bis 2025 in verschiedenen Städten weltweit voll betriebsfähig zu sein. Der Probebetrieb an mehreren Standorten soll früher beginnen.


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1 Kommentar
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