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Climeworks und Northern Lights wollen atmosphärisches CO2 unter der Nordsee speichern

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Schweizer Cleantech-Unternehmen Climeworks und norwegisches Equinor-Projekt Northern Lights prüfen gemeinsames Vorhaben, atmosphärisches CO2 unter der Nordsee zu speichern.

Das von Equinor geleitete Projekt Northern Lights und das Schweizer Cleantech-Unternehmen Climeworks haben sich zusammengeschlossen, um die Möglichkeit zur vollständigen Entfernung von atmosphärischem CO2 in Norwegen zu prüfen. Hierfür bietet das skandinavische Land ideale Voraussetzungen. Der Zusammenschluss zeigt auch, wieso Norwegen ein Schlüssel zur europäischen Energiewende ist. Während Climeworks CO2 aus der Luft filtert, ist Northern Lights auf die unterirdische Speicherung des Treibhausgases spezialisiert.

Northern Lights ist Teil mehrere Großprojekte zur Emissionsreduzierung, die von der norwegischen Regierung unter dem Namen Longship unterstützt werden. So sollen beispielsweise Industriegebiete in Großbritannien mit Wasserstoff dekarbonisiert werden.

Das übergroße Ziel ist klar: Laut IPCC müssen ab 2050 pro Jahr 10 bis 15 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr der Atmosphäre entzogen, und dauerhaft gespeichert werden. Dafür sind sämtliche Optionen notwendig, die in dieser Folie übersichtlich dargestellt werden, die Climeworks-CEO Dr. Christoph Gebald während der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kooperation zeigte:

Climeworks Grafik CDR-Optionen
Quelle: Climeworks

Technologien zur CO2-Entfernung sind unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. Kernziel ist es, die Erderwärmung auf zirka 1,5 Grad Celsius zu begrenzen – mindestens aber deutlich unter zwei Grad. Die Direct Air Capture-Technologie von Climeworks ermöglicht die direkte Abscheidung aus der Luft – kombiniert mit weiteren Technologien wie in Island, kann das CO2 anschließend mineralisiert und somit dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden.

In Island entsteht gerade die weltgrößte Direct Air Capture-Anlage, wie dieses Bild zeigt:

Direct Air Capture-Anlage des Cleantech-Unternehmens Climeworks auf Island (Bauphase)

Norweger und Schweizer arbeiten nun Hand in Hand

Bei dem gemeinsamen Projekt der Norweger von Northern Light mit den Schweizern von Climeworks soll nun Hand in Hand eine andere Lösung evaluiert werden: Die direkte Abscheidung von Kohlendioxid aus der Luft, kombiniert mit einer dauerhaften Speicherung. Das Northern Lights-Projekt mit der Speicherung Offshore unter der Nordsee bietet nach Ansicht von Christoph Gebald ideale Voraussetzungen für die sichere und dauerhafte Lagerung von CO2, sozusagen die geologische CO2-Tiefenspeicherung.

„Es gibt ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit, Kapazitäten zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre aufzubauen, um bis 2050 eine Netto-Null-Emission zu erreichen. Wir sind begeistert von dieser Zusammenarbeit mit Climeworks. In Kombination mit einer sicheren und dauerhaften Speicherung hat die direkte Abscheidung aus der Luft das Potenzial, den Kohlenstoffkreislauf wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, so Borre Jacobsen, Geschäftsführer von Northern Lights.

Die Northern Lights-Anlage soll ab 2024 bis zu 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr speichern können, sagt die norwegische Öl- und Energieministerin Tina Bru. Kernziel ist es, im ersten Schritt unvermeidbare Emissionen etwa aus der Landwirtschaft mit dieser Technologie auszugleichen, so Gebald.

Northern Lights bietet den Transport und die Speicherung von CO2 als Dienstleistung an, um die Dekarbonisierung von industriellen Prozessemissionen zu ermöglichen und die Entfernung von CO2 aus der Luft zu erleichtern. Das Projekt nimmt das abgeschiedene CO2 aus industriellen Punktquellen in der Region Oslo-Fjord entgegen, das dann zu einem Onshore-Terminal an der norwegischen Westküste transportiert wird. Von dort wird das verflüssigte CO2 per Pipeline zu einem Offshore-Speicherort 2.600 Meter unter dem Meeresboden in der Nordsee transportiert und dort sicher und dauerhaft gelagert.

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