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Tesla-Verwaltungsrat: Elon Musk gibt Posten ab – und wird trotzdem gewinnen

Börsenaufsicht zwing Tesla-CEO zum Aufgeben des wichtigen Tesla-Verwaltungsrat-Postens - Deal mit der Börsenaufsicht folgt auf Aktien-Crash in der vergangenen Woche - doch schon Anfang kommender Woche könnte sich das Blatt wenden.

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Selten hat das Gandhi-Zitat: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ besser gepasst, als derzeit auf die Situation von Elon Musk und Tesla. Der Elektroauto- und Energie-Konzern ist an der Schwelle zur Profitabilität und kommt mit der Auslieferung der eigenen Autos kaum noch hinterher. Die Traditionalisten indes beklagen – wie Volkswagen – die hohen Kosten für die Entwicklung von Elektroautos. Doch Musk hat einen Fehler gemacht – und muss nun als Tesla-Verwaltungsrat-Chef zurücktreten.

Es ist ein Endkampf zwischen der immer noch mächtigen und bestens vernetzten alten Auto- und Energieindustrie mit dem Emporkömmling, der einige von ihnen vernichten könnte. Jeder Fehler – selbst ein Zug an einem Joint – wird zu einem Skandal aufgebauscht, um davon abzulenken, dass Elon Musk und Tesla in den kommenden Tagen ein weiteres Rekordquartal hinter sich gebracht haben werden.

Doch nun wurde der Druck der Börsenaufsicht SEC zu stark: Elon Musk muss aufgrund seines voreiligen Tweets zur möglichen Privatisierung von Tesla, als Chef des mächtigen Verwaltungsrats zurücktreten, darf aber CEO bleiben. In den USA ist der Tesla-Verwaltungsrat weit mehr als ein Kontrollgremium, es bestimmt im Wesentlichen die strategische Ausrichtung und gibt diese dem CEO vor. Klar ist also: Elon Musk verliert mehr Macht als ihm lieb sein dürfte – und von seiner Art her, wäre er dort an der Spitze vermutlich besser aufgehoben als weiterhin als CEO.

Aber schon vor Monaten verkündete der Verwaltungsrat öffentlich, eine starke Person neben Musk dazuholen zu wollen. Jetzt braucht Tesla in Kürze einen neuen Chef vom Tesla-Verwaltungsrat und zusätzlich unabhängige Manager, die den Verwaltungsrat ergänzen. Der alte und neue CEO soll stärker kontrolliert werden, insbesondere im Hinblick auf seine Art der Kommunikation.

„Dann bekämpfen sie dich…“ – nachdem die Versuche, Elon Musk unter der Gürtellinie zu attackieren (Drogen-Vorwürfe) nicht fruchteten und auch der aufgebauschte Skandal um einen Whistleblower, der behauptete, Tesla würde fehlerhafte Batterien verbauen, ins Nichts verlief, nun also die stärkste aller Waffen: Die SEC hat Tesla – wahrscheinlich berechtigt – einen Dämpfer verpasst. Just in dem Moment, in dem Tesla mit tollen Verkaufs-, Produktions- und Auslieferungszahlen punkten kann.

Neuer Tesla-Verwaltungsrat mit unabhängigen Managern

Fakt ist: Elon Musk darf drei Jahre lang nicht zum Verwaltungsratschef gewählt werden und sowohl er als auch das Unternehmen müssen jeweils 20 Millionen Euro Strafe zahlen. Das Finden eines neuen Verwaltungsratschefs ist dabei das weit größere Problem. Denn wer möchte Chef von Elon Musk werden, der die Geschicke von Tesla derart dominant leitete? Vorstellbar wäre im Grunde nur ein Manager vom Schlage eines Tim Cook oder Jeff Bezos – aber die Apple- und Amazon-CEOs haben selbst genug um die Ohren.

Diesen Deal mit der SEC hatte Elon Musk am Donnerstag vergangener Woche zunächst ausgeschlagen – daraufhin reichte die Börsenaufsicht die Klage ein, die Musk bekämpfen wollte. Rückhalt bekam er dafür vom Verwaltungsrat von Tesla. Nun, am Wochenende als die Börsen geschlossen sind, kommt die Meldung vom erfolgreichen Deal und Musks bevorstehendem Rücktritt innerhalb von 45 Tagen vom Posten im Tesla-Verwaltungsrat.

Während die berühmten Shortseller am Freitag mit heftigem Kursrutsch reüssierten, könnte kommende Woche der Rücksetzer folgen. Denn die Strafe der SEC ist weit weniger schlimm als eine monatelange Untersuchung auf dem Klageweg. Und: Am Dienstag wird Tesla die Produktionszahlen und kurz darauf die Quartalszahlen bekannt geben. Es ist damit zu rechnen, dass Musk damit wieder zurück in die Offensive kommen wird – und der Börsenkurs einen kräftigen Satz nach oben machen wird.

Kurzum: Es ist ein Endkampf zwischen denjenigen, die die Zukunft verschlafen haben und nun begreifen,welch große Bedrohung Tesla ist. Die Disruption in der Autobranche hat längst begonnen und wurde von niemand anderem als Tesla angeschoben. Es gehört zur Lebensleistung von Elon Musk, dass er dies gewagt und gegen alle Widerstände bis zum heutigen Tag durchgesetzt hat. In Kürze wird Tesla nicht mehr zu stoppen sein. Das Unternehmen und der geniale Unternehmer sind kurz davor, zu siegen. Ganz im Sinne von Ghandi.

Tesla-Chef Elon Musk: Blender oder visionärer Unternehmenslenker – jetzt diskutieren

Wie ist Eure Meinung: Wie wird sich der Aktienskurs am Montag und kommende Woche bewegen? Wird die Tesla-Gemeinde dem Unternehmen das Vertrauen entziehen? Lasst es mich wissen, in den Kommentaren.

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