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Tesla meldet ersten Jahresgewinn und stellt eine Reihe von Innovationen vor

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Kalifornischer Autobauer zeigt runderneuertes Interieur für Model S und X, will Plaid-Versionen ab Februar ausliefern.

Der kalifornische Elektroauto-Pionier Tesla hat erstmals einen Jahresgewinn vermeldet: Im Jahr 2020 erwirtschaftete das Cleantech-Unternehmen insgesamt 31,5 Milliarden US-Dollar und erreichte einen Gewinn von 0,80 US-Dollar pro Aktie (721 Millionen US-Dollar, Non-GAAP). Bei den Umsätzen übertraf der Autobauer die Erwartungen, beim Gewinn hingegen nicht. Neben dem kontinuierlich um ca. 50 Prozent pro Jahr wachsenden Fahrzeuggeschäft wuchs in 2020 das Geschäft mit Solarmodulen und Batteriespeichern rasch.

Die Tesla-Aktie reagierte negativ auf die Nachrichten aus Kalifornien. Neben dem Gewinn im Gesamtjahr zeigten sich die Investoren auch über den schmalen Gewinn im vierten Quartal 2020 enttäuscht – dieser lag bei 270 Millionen US-Dollar bei einem Rekordumsatz von 10,7 Milliarden US-Dollar. Es war der sechste Quartalsgewinn in Folge.

Allerdings: Auch diesmal trug der Verkauf von Emissionszertifikaten dazu bei, schwarze Zahlen zu schreiben. Im Gesamtjahr 2020 lag dieser von Analysten kritisch beäugte Posten bei 1,6 Milliarden US-Dollar.

Andersherum betrachtet ist Tesla ein stark wachsendes Unternehmen, das sich zunehmend mit Konkurrenz beschäftigen muss – so war das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland im vergangenen Jahr etwa der Nissan Leaf – die Model 3-Verkäufe im vierten Quartal waren enttäuschend. In China oder den Niederlanden hat der Autobauer ebenfalls zunehmend Wettbewerbsdruck.

Als Wachstumsunternehmen investiert Tesla allerdings das meiste Geld in Werte – wie etwa den Ausbau sowie den Bau der Fabriken in Shanghai, Texas und Grünheide. Denn – anders als etwa die allermeisten DAX-Konzerne – steigert der Autobauer den „Shareholder Value“ nicht durch Zahlung einer Dividende, sondern durch die atemberaubende Kursentwicklung.

Im Brief an die Investoren stellte Tesla eine Fülle von Innovationen vor – im Mittelpunkt stehen dabei die runderneuerten Varianten von Model S und Model X sowie die Versionen Plaid und Plaid+ Versionen der Tesla-Fahrzeuge.

Teslas Fahrzeuge werden zur Spielekonsole

Kontroverse Reaktionen löste der Aktionärsbrief das Foto des neuen Innenraums von Model S und Model X aus. Drei Bildschirme zieren den vorderen Bereich. Besonders augenfällig: das in Anlehnung an das englische Wort „Joke“ (Witz) benannte Lenkrad Yoke Steering – dieses erinnert eher an einen Sportwagen oder eine Spielekonsole als an ein Fahrzeug, das über Stunden gelenkt werden muss.

Auch dieses wichtige Detail ist eine gezielte Weiterentwicklung in Richtung Autonomes Fahren – bis zu dem Moment, wo kein Lenkrad mehr benötigt wird. So beschreibt Tesla sein Yoke Steering:

Der ultimative Fokus auf das Fahren: keine Haltegriffe, kein Schalten. Mit einer stiellosen Lenkung können Sie sowohl das beste Auto zum Fahren als auch das beste Auto, in dem Sie gefahren werden, genießen.

Auszug aus dem Investoren-Brief von Tesla zum 4. Quartal und Gesamtjahr 2020
Tesla-Lenkrad Yoke Steering
Kein Witz: das neue Lenkrad in Tesla-Fahrzeugen, genannt Yoke Steering

Ein weiteres Highlight bei den Innovationen aus dem Hause Tesla: Der Monitor hinten lässt sich mit kabellosen Controllern für Spielekonsolen verbinden. Tesla Arcade bedeutet, dass das Model S oder das Model X zur ultraschnellen Spielekonsole werden (10 Teraflops). Und: Das dient nicht nur in den hinteren Sitzreihen für Entertainment, sondern auch vorne. Fahrer und Beifahrer können in atemberaubender Geschwindigkeit zocken – heute vor allem, um langweilige Ladestopps zu überbrücken. In Zukunft auch, um beim autonomen Fahren pures Entertainment zu haben.

So beschreibt Tesla die neuen, hochauflösenden Displays:

Mit einer Auflösung von 2200×1300, ultrahellen Farben mit außergewöhnlicher Reaktionsfähigkeit und Links-Rechts-Neigung ist das neue Center-Display ein idealer Touchscreen für Unterhaltung und Spiele an jedem Ort. Ein zweites Display vor dem Fahrer zeigt wichtige Fahrinformationen an, und ein drittes Display bietet Unterhaltung und Bedienelemente für die Fondpassagiere.

Das Interieur der neuen S- und X-Fahrzeuge überzeugt zudem mit 22 Lautsprechern – auch Filme können entsprechend genossen werden. Der Blick durch das ebenfalls neue Glasdach der Fahrzeuge zeigt, wie die hintere Mittelkonsole integriert wurde:

Blick durch das Glasdach in das neue Model S
Blick durch das Glasdach in das neue Model S

Alle Neuheiten sind bereits im Konfigurator auf der Tesla-Webseite integriert – der Verkaufsstart somit schon erfolgt.

Runderneuert: Model S bekommt den Refresh

Elektro-Limousine mit neuen optischen Facetten: Model S

Äußerlich ist der Refresh sowohl beim Model S als auch beim Model X überschaubar. Die Hauptneuerungen liegen im Innenraum, wo sich die beiden Fahrzeuge in vielen Details unterscheiden, grundlegend aber doch recht ähnlich geraten sind. Das auffällige Lenkrad ist beispielsweise in allen Varianten erhältlich. Das Model X ist mit einer dritten Sitzbank zu bekommen.

Elon Musk bezeichnete das neue Model S im Analysten-Call als „wahrscheinlich bestes Auto zu beliebigem Preis in der Welt.“ Alle neuen Versionen seinen in vielerlei Hinsicht besser als die früheren Varianten.

Zwei Model S Plaid-Versionen, eine Plaid-Variante des Model X

Diese kleinen Unterschiede in den neuen aufgehübschten Versionen der bekannten Fahrzeuge sind auch bei den neuen Plaid-Varianten sichtbar. Hier liegen die Unterschiede weder im Interieur noch im Exterieur, sondern vielmehr in der atemberaubenden Performance.

Die Plaid-Versionen sind zeitnah erhältlich, deutlich teurer als die anderen Varianten von Model S und X. Beim Top-Modell Model S ist zwischen den Varianten Plaid und Plaid+ zu unterscheiden. Das Model S Plaid+ wird dabei aller Voraussicht nach das erste Fahrzeug sein, dass die im Rahmen des Tesla Battery Day 2020 vorgestellten neuen Zellen erhält. Im europäischen Konfigurator ist bislang aber nur die Plaid-Version verfügbar – diese beschleunigt in 2,6 Sekunden von 0 auf 100, kostet 116.990 Euro und wird mit einer Reichweite von 547 Kilometern beworben.

Ausblick auf das Jahr 2021

Angesichts der Corona-Pandemie gibt der Autobauer keinen Ausblick auf das Jahr 2021, was die Verkaufszahlen betrifft. Bei den Kapazitäten sieht es anders aus: In Fremont liegen diese bei 600.000 Fahrzeuge für alle vier Produkte. In Shanghai für Model 3 und Model Y bei 350.000. Allein mit diesen Fabriken kann Tesla also eine Verdopplung der Produktionszahlen des abgelaufenen Jahres erreichen.

Das Unternehmen geht von einem über Jahre kontinuierlichen Wachstum von etwa 50 Prozent aus. Wie viele Model Y-Fahrzeuge ab Sommer die Gigafactory 4 in Grünheide verlassen werden, teilt der Autobauer nicht mit – hier ist man offenbar vorsichtig zurückhaltend. Dennoch: Bekommt Tesla die Nachfrage durch Preissenkungen und Erfolge mit der deutschen Fabrik in den Griff, ist auch durchaus der Verkauf von 1,1 oder 1,2 Millionen Fahrzeuge möglich.

Ein spannendes Detail: Bei der Übersicht der Produktpalette taucht erstmals ein „Future Car“ auf – dabei dürfte es sich um das Model 2 genannte kleinere Modell handeln, das speziell für den chinesischen Markt entwickelt wird.

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