KLIMAWANDEL · 15. AUGUST 2026
YouTube/Ronzheimer (BILD)Wie entstehen Waldbrände? Kachelmann trennt Hitze und Dürre
Jörg Kachelmann nimmt im Podcast „Ronzheimer“ den Hitzesommer 2026 auseinander und trennt dabei Hitze und Dürre so konsequent, wie es in der Berichterstattung selten passiert. Hinter seinen Zuspitzungen steckt immer derselbe Befund: Wir behandeln ein physikalisches Problem als Gefühlsfrage. Dabei folgt aus der Physik jedes Mal eine konkrete Handlungsanweisung.
„Es hat nicht zu wenig Wasser, weil es warm ist, sondern es gibt kein Wasser, weil es nicht geregnet hat.“ Der Satz stammt von Jörg Kachelmann, aus rund 50 Minuten Gespräch mit Paul Ronzheimer über den Hitzesommer 2026.
Warum bleibt die Dürre, wenn es abkühlt? Wie entstehen Waldbrände? In der öffentlichen Wahrnehmung folgt beides demselben Denkfehler: Ein Bild ersetzt eine Ursache. Das trockene Flussbett gilt als Beweis der Hitzewelle, der brennende Wald als Werk der Temperatur, die Klimaanlage als Klimasünde.
Jedes dieser Bilder führt in die Irre und versperrt den Blick auf das, was hilft. Die Lösung benennt Kachelmann selbst, auch wenn er sie für politisch unerreichbar hält: Solarstrom, der genau dann fließt, wenn gekühlt werden muss.
Die Dürre bleibt, auch wenn es abkühlt
„Medienhäuser zeigen uns immer irgendwie diese trockenen Flussbetten und behaupten dann, das sei die Hitzewelle“, sagt Kachelmann. Hitze und Dürre sind aber zwei verschiedene Phänomene: Hitze ist eine Frage der Lufttemperatur, Dürre eine Frage des ausgebliebenen Regens.
Der Sommer 2026 führt beide gleichzeitig vor. In Baden-Württemberg blieb die Höchsttemperatur nach Kachelmanns Angaben vielerorts seit dem 1. August an keinem Tag unter 30 Grad, für die Südwesthälfte Deutschlands hält er die Lage für beispiellos seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zugleich fehlt seit Wochen der Regen.
Warum beides im Klimawandel oft zusammen auftritt und trotzdem getrennt gehört, beschreibt das Clausius-Clapeyron-Gesetz: Wärmere Luft nimmt mehr Wasserdampf auf und trocknet Böden schneller aus. Eine Dürre beendet trotzdem nur Regen.
Kachelmann rechnet vor, dass selbst ein Temperatursturz um 15 Grad die Flussbetten nicht füllt: „Solange es nicht regnet, ist alles genauso trocken, brennt der Wald genauso gerne.“
Was Kachelmann zum Klimawandel sagt
„Wir heizen halt die Atmosphäre auf, das wissen wir. Das ist auch physikalisch belegt. Wenn man mehr Treibhausgase in dieses System reinbläst, das kann man berechnen, dann wird das System wärmer. Das muss so sein. Darüber möchte ich auch gar nicht diskutieren“, sagt Kachelmann.
Er geht im selben Gespräch hart mit Medien, Behörden und Politik ins Gericht. Die physikalische Ursache der Erwärmung nimmt er davon aus.
„Es gibt einfach im Internet so viel Schwachsinn, dass es die Sonne sei, die jetzt mehr scheint, dass es El Niño sei, der was damit zu tun hätte. Das ist leider alles nicht der Fall“, sagt er über die verbreiteten Ausweich-Erklärungen. Was El Niño tatsächlich bewirkt und wo seine Reichweite endet, hat Cleanthinking im Grundlagenstück zum ENSO-Phänomen auseinandergenommen.
Die Wucht dieses Sommers führt Kachelmann auf das Mittelmeer zurück. „Das Meer, wenn es kühl ist, kann Luft abkühlen. Das Meer kann aber nicht mehr Luft abkühlen, wenn es warm bis heiß ist. Und das bedeutet, wenn aus Nordafrika Luft zu uns kommt, dann bekommen wir die Dröhnung mehr oder weniger eins zu eins.“ Westlich von Mallorca habe eine Boje 33 Grad Wassertemperatur gemessen.
Zum Vergleich mit früher sagt er: „Früher war der typische Sommer, dass es an einem Tag im Sommer mal über 30 Grad ging.“
Wie entstehen Waldbrände? Erst bei 250 Grad
Mit dem Halbsatz vom brennenden Wald ist Kachelmann beim zweiten Missverständnis. Für einen Waldbrand braucht es zwei Dinge: Trockenheit und eine Zündquelle mit 250 bis 300 Grad. Die zweite Bedingung geht in der Berichterstattung regelmäßig verloren, wenn Waldbrände wie Naturereignisse gemeldet werden, die „ausbrechen“.
„Die Lufttemperatur ist dem Waldbrand schnurzegal, wenn es ums Entzünden geht“, sagt Kachelmann. Selbst im Backofen passiere mit trockenen Ästchen nichts, Ober- und Unterhitze eingeschlossen.
Als Zündquelle bleiben Blitzschlag, in Mitteleuropa selten, und der Mensch. Dessen Anteil beziffert Kachelmann auf „sozusagen 99 Prozent“ der Fälle. So pauschal lässt sich das für Deutschland nicht belegen, die amtliche Statistik ist aufschlussreich: Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zählte für 2025 insgesamt 1.175 Waldbrände, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Bei rund 46 Prozent blieb die Ursache unbekannt, rund 27 Prozent gingen auf Fahrlässigkeit zurück, 19 Prozent gelten als vermutlich vorsätzlich gelegt.
Der Rest von rund acht Prozentpunkten umfasst neben Blitzschlag auch sonstige Ursachen wie Bahnbetrieb, technische Defekte und militärische Übungen, ebenfalls Menschenwerk. Für natürliche Ursachen bleibt damit höchstens ein einstelliger Anteil.
„Unbekannte Ursache“ heißt dabei ungeklärt: Bei diesen Bränden ließ sich nachträglich nicht mehr feststellen, was gezündet hat. Von selbst gezündet hat auch dort nichts, Holz braucht seine 250 Grad. Wo die Ursache geklärt wurde, war in mindestens 85 Prozent der Fälle ein Mensch verantwortlich. Kachelmanns Zahl ist zu rund, seine Richtung stimmt.
Die eigentliche Frage ist damit nicht, ob ein Mensch gezündet hat, sondern ob er es wollte. Kachelmann zieht diese Trennlinie selbst: Auch wer versehentlich zündet, begehe Brandstiftung, „das nennt sich fahrlässige Brandstiftung“.
Wie wenig Absicht es braucht, zeigt der Brand von Saumos westlich von Bordeaux, dessen Vorgeschichte Cleanthinking in der Analyse zum Feuer, das sein eigenes Gewitter macht, recherchiert hat. In Frankreich gehen nach Zahlen des Observatoire des forêts françaises neun von zehn Waldbrandausbrüchen auf den Menschen zurück.
Mutmaßlicher Auslöser in Saumos war eine Freischneidemaschine, eingesetzt von einem Subunternehmen im Auftrag des Netzbetreibers Enedis, bei einer genehmigten Vegetationsräumung an einer Stromleitung. Das Département stand an dem Tag in roter Warnstufe, ein Erlass erlaubte Motorarbeiten bis 13 Uhr, das Feuer brach innerhalb dieses Fensters aus.
Die Ermittler favorisieren die Unfallhypothese, abgeschlossen ist das Verfahren nicht. Bestätigt sie sich, brauchte es nicht einmal Fahrlässigkeit im engen Sinn: Dann hätte eine ordnungsgemäß genehmigte Brandschutzmaßnahme genügt, um einen Großbrand auszulösen.
Wer die fahrlässigen Brände verursacht, hält die Statistik ebenfalls fest: Fast die Hälfte davon ging unter anderem auf Camper, Waldbesucher und Kinder zurück. Daraus folgt für Wochen wie diese etwas sehr Banales: nichts in den Wald oder auf sturztrockene Wiesen mitnehmen, das ein Feuer auslösen kann. Kein Grill, keine Zigarette, kein heißer Auspuff über dürrem Gras, keine Flex und kein Freischneider am Waldrand.
In den USA wirbt die Forstbehörde seit Jahrzehnten mit der Figur Smokey Bear dafür, dass nur Menschen Waldbrände verhindern können. Eine deutsche Kampagne, die vermittelt, dass praktisch alle Waldbrände menschengemacht sind, „wäre eine sehr, sehr wichtige Kampagne“, sagt Kachelmann.
Der Klimawandel wirkt an anderer Stelle: bei der Ausbreitung. Wind und hohe Temperaturen machen ein Feuer aggressiver, extreme Feuerwetterlagen lassen Brände wachsen, bis sie ihr eigenes Gewitter erzeugen.
Wie sauber Kachelmann Zündung und Ausbreitung trennt, zeigt sein äußerstes Beispiel: Waldbrände gebe es „genauso gut und gerne im Winter bei minus 5 Grad“, solange es trocken ist. Im Winter seien nur weniger Leute im Wald unterwegs, die ein Feuerchen machen. Auch in die eigene Richtung relativiert er: Nicht jeder Waldbrand auf Korfu oder Kreta lasse sich dem Klimawandel zuordnen, dort sei seit 1.000 Jahren jeder Sommer komplett trocken.
Lüften, sobald es draußen kühler ist
Die nächste Formel, die Kachelmann angreift, heißt „Hitze aussperren“: Fenster zu und den ganzen Tag geschlossen halten. Dieses Aussperren sei „das, was tödlich ist“, weil der verkürzte Rat Menschen in aufgeheizten Wohnungen ausharren lässt.
Als Gegenbild erinnert er an Zugfahrten ohne Klimatechnik: offene Fenster, Windstärke 10 im Abteil, flatternde Vorhänge. Bewegte Luft machte die Hitze erträglich.
An diesem Punkt lässt sich Kachelmanns Kritik zur Regel schärfen. Belastbar ist das Temperaturgefälle: lüften, sobald es draußen kühler ist als drinnen, also nachts und am frühen Morgen. Tagsüber helfen geschlossene Fenster und Verschattung.
Den Ventilator empfiehlt Kachelmann ausdrücklich, groß und nachts einen halben bis ganzen Meter vor dem Gesicht. Der Luftstrom kühlt, solange der Körper schwitzt und die bewegte Luft die Feuchtigkeit von der Haut abtransportiert.
Eine Grenze sollte kennen, wer Angehörige pflegt: Liegt die Lufttemperatur über der Hauttemperatur von etwa 35 Grad und lässt die Schweißbildung nach, wie bei vielen älteren Menschen, bläst der Ventilator warme Luft auf die Haut und heizt den Körper auf, statt ihn zu kühlen. Die WHO empfiehlt dann kühle Umschläge, das Kühlen von Unterarmen und Beinen mit Wasser und den Aufenthalt in einem gekühlten Raum.
Was jenseits von Fenster und Ventilator wirkt, von Verschattung bis Splitgerät, steht im Cleanthinking-Überblick zum Hitzeschutz mit Klimaanlagen.
Der Strom für die Kühlung ist schon da
„In Köln wird jetzt wieder eine Schule ohne Kühlung geplant“, sagt Kachelmann. Seine Frage dazu ist die unbequemste des Gesprächs: „Warum habt ihr keinen Plan für diese Situation?“
Gekühlt werden müssten zuerst Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen und Kitas, dort sitzt der verletzlichste Teil der Bevölkerung. Wie ein Sofortprogramm für Klimaanlagen und Solar in Schulen und Kitas aussehen kann, hat Cleanthinking bereits beschrieben.
Die Antwort auf die Kostenfrage liefert Kachelmann gleich mit. Solarmodule auf Balkonen und Dächern seien auch deshalb sinnvoll, „weil wir dann genau den Strom haben, dort und wenn wir ihn brauchen“: bei hohen Temperaturen und viel Sonnenschein.
Viele Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen, was in der deutschen Debatte kaum vorkommt. Wie Photovoltaik die Klimaanlage an Hitzetagen praktisch kostenlos betreibt, hat Cleanthinking vorgerechnet.
„Wir tun so, als ob der Verbrauch von Strom an sich etwas Böses ist“, sagt Kachelmann, dabei rette genau dieser Verbrauch Menschenleben. Solarstrom ist zur Mittagszeit im Überfluss vorhanden, die Kühllast fällt weitgehend zeitgleich an; was der späte Nachmittag zusätzlich braucht, überbrücken Vorkühlen am Mittag oder ein Speicher. Unter diesen Bedingungen ist die Klimaanlage kein Klimaproblem mehr.
Auch beim Wasser denkt Kachelmann in Umsetzung. Deutschland werde übers Jahr kaum weniger Niederschlag bekommen, nur zur falschen Zeit. Er würde als Landrat nach Griechenland, Spanien und Portugal reisen und fragen, wie man dort Winterwasser über drei regenlose Monate bringt: Zisternen und Speicherbecken, ein Thema, das er in deutschen Rathäusern nirgends diskutiert sieht.
Ganz so leer ist die deutsche Debatte nicht, Schwammstadt-Konzepte und Regenwasserbewirtschaftung gibt es. Sie kommen nur selten dort an, wo es akut wird. Welche Rezepte die Verbände in dieser Dürre stattdessen vorschlagen, hat Cleanthinking in der Analyse zur Krisenhilfe per Dieselpumpe auseinandergenommen.
„Ich habe null Hoffnung, dass irgendwas passiert auf der langfristigen Ebene“, sagt Kachelmann am Ende und zitiert Dantes Höllentor: Lasst alle Hoffnung fahren.
Diese Hoffnungslosigkeit ist eine politische Einschätzung. Die Werkzeuge, die Kachelmann selbst benennt, existieren und arbeiten bereits: Sensoren von Dryad Networks melden Schwelbrände, bevor sie sich ausbreiten, OroraTech überwacht Waldgebiete mit Nano-Satelliten, Solartechnik und Wärmepumpen sind Massenware.
Was Kachelmann für politisch unmöglich hält, ist damit vor allem eine Frage von Prioritäten und Tempo. Übrig bleibt die Arbeit, die er selbst skizziert: Kühlung in Schulen, Kliniken und Pflegeheime bringen und sie mit Solarstrom vom eigenen Dach betreiben. Anfangen ließe sich in Köln, bei der Schule, die gerade ohne Kühlung geplant wird.
Häufige Fragen zu Hitze, Dürre und Waldbränden
Wie entstehen Waldbrände?
Holz braucht 250 bis 300 Grad, um zu zünden. Lufttemperaturen reichen dafür nie aus, auch nicht bei 40 Grad Hitze. Als Zündquelle kommen Blitzschlag, in Mitteleuropa selten, oder der Mensch infrage, absichtlich oder fahrlässig.
Wie viele Waldbrände verursachen Menschen?
Die Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zählt für 2025 in Deutschland 1.175 Waldbrände: rund 27 Prozent Fahrlässigkeit, 19 Prozent vermutlich Vorsatz, rund 46 Prozent ungeklärte Ursache. Der Rest umfasst neben Blitzschlag auch technische Ursachen wie Bahnbetrieb, für natürliche Ursachen bleibt höchstens ein einstelliger Anteil. In mindestens 85 Prozent der geklärten Fälle war ein Mensch die Zündquelle.
Wann sollte man bei Hitze lüften?
Sobald die Außenluft kühler ist als die Raumluft, meist nachts und am frühen Morgen. Tagsüber Fenster schließen und verschatten. Die pauschale Regel, Fenster ganztags geschlossen zu halten, ist falsch und kann in aufgeheizten Wohnungen gefährlich werden.
Hilft ein Ventilator gegen Hitze?
Ja, bewegte Luft verstärkt die Verdunstungskühlung der Haut und verbessert den Schlaf. Liegt die Lufttemperatur über der Hauttemperatur von etwa 35 Grad und lässt die Schweißbildung nach, etwa bei älteren Menschen, bläst der Ventilator warme Luft auf die Haut und heizt den Körper zusätzlich auf. Dann empfiehlt die WHO kühle Umschläge, das Kühlen von Unterarmen und Beinen sowie den Aufenthalt in einem gekühlten Raum.
QUELLEN
- Podcast „Ronzheimer” (BILD): Wetter-Experte enthüllt Klima-Irrtümer. Mit Jörg Kachelmann, 14. August 2026.
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: 2025: Doppelt so viele Waldbrände wie im Vorjahr, Waldbrandstatistik 2025, 30. Juni 2026.
- Observatoire des forêts françaises: L'historique des feux de forêt en France métropolitaine, Waldbrandursachen in Frankreich.
- Europe 1/AFP: Incendie en Gironde: un débroussaillage pour le compte d'Enedis possible déclencheur, Juli 2026.
- WHO: Fact Sheet „Heat and Health“, laufend aktualisiert.
[…] erläutert, kontinuierlich verbessert, was effektivere Präventionsstrategien ermöglicht Kachelmann und der Denkfehler des Sommers. Wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie das vorübergehende Einfrieren des CO2-Preises, werden […]
Es ist eine Peinlichkeit sondergleichen, dass sie hier den Stuss von Kachelmann auch noch wiederholen!
Trockenheit ist das Ergebnis der Gegenrechnung von Niederschlagsmenge und Verdunstungsrate. Und die Verdunstung hängt maßgeblich von der Temperatur ab – oder stellen sie sich zum Trocknen nach dem Baden immer in den kühlen Schatten? Und bei wieviel Grad läuft ihr WäscheTROCKNER? Bei Minustemperaturen vermutlich!
Vielleicht doch besser ECHTEN Wissenschaftlern (Kachelmann ist KEIN Meteorologe, er hat keine wissenschaftliche Qualifikation und nicht einmal sein Studium geschafft) der ETH Zürich zuhören:
„Das Ergebnis dieser kaskadierenden Prozesse, wie Michael Kunz es nennt, sind die ausgedörrten Landschaften West- und Mitteleuropas. Sie sind ein Werk ausbleibender Regenfälle und zunehmender Verdunstung. Fünf Liter können an einem sonnigen Hochsommertag aus einem Quadratmeter feuchtem Boden verdunsten. Dieser unsichtbare Prozess wird von Meteorologen oft vernachlässigt, dabei ist er in Europa oftmals der wichtigste Treiber von Dürre. Und das Problem verschärft sich in Zukunft: Je wärmer und sonniger es wird, desto stärker steigt die Verdunstung an. Das Ergebnis: Die Wasserbilanz ist stark negativ.“
Ich bin einfach fassungslos, dass es Leute gibt, die Kachelmann glauben und ihn verteidigen. Da stimmt irgendwas in der Verdrahtung nicht!
Hallo Corni,
in der Sache liegen wir kaum auseinander. Dass die Wasserbilanz aus Niederschlag minus Verdunstung besteht und die Verdunstung mit Temperatur und Strahlung steigt, bestreitet der Beitrag an keiner Stelle. Wir haben genau das ausführlich beschrieben:
– https://www.cleanthinking.de/clausius-clapeyron-gesetz-duerre-starkregen/
– https://www.cleanthinking.de/copernicus-juli-2026-hitze-duerre/
Im zweiten Text steht wörtlich der Mechanismus, den Kunz beschreibt: Ausgetrocknete Böden heizen die Hitze zusätzlich an, weil ihnen die Verdunstungskühlung fehlt. Auch im Kachelmann-Beitrag steht der Satz, dass wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnimmt und Böden schneller austrocknet.
Der Text trennt zwei Fragen, die in der Berichterstattung dauernd zusammenlaufen:
Was beendet eine Dürre? Nur Regen. Ein Temperatursturz um 15 Grad füllt kein Flussbett und macht den Wald nicht nass.
Was zündet einen Waldbrand? Nicht die Lufttemperatur. Holz braucht 250 bis 300 Grad. In Deutschland ist die Zündquelle fast immer ein Mensch.
Der Klimawandel taucht im Beitrag an drei Stellen auf: häufigere Hitzewellen, schnellere Austrocknung der Böden über Clausius-Clapeyron, aggressivere Ausbreitung der Feuer. Das ist keine Verharmlosung, sondern eine sauberere Zuordnung von Ursachen. Wer das trennt, kann sagen, was hilft: Zündquellen vermeiden, Wasser speichern, Kühlung mit Solarstrom.
Zu Kachelmanns Qualifikation: Er hat sein Meteorologie-Studium tatsächlich nicht abgeschlossen, stand aber kurz vor dem Examen. „Nicht geschafft“ geht über das hinaus, was belegt ist. Für uns zählt ohnehin die Aussage, nicht das Zeugnis. Und wo er zu grob wird, schreiben wir das hin: Seine „99 Prozent“ menschlicher Brandursachen korrigieren wir im Text an der amtlichen Waldbrandstatistik der BLE.
Beste Grüße
Martin Jendrischik
Hi Martin, zunächst mal vielen Dank für deine Mühe einer ausführlichen Antwort, das weiß ich zu schätzen.
Inhaltlich möchte ich aber weiter dagegenhalten (und mich dabei bemühen, die unsägliche Persönlichkeit Jörg Kachelmanns auszublenden. Nichts desto trotz könntest du dir mal sein Bluesky-Profil anschauen und überlegen, ob du einem Menschen, der sich so geriert, Aufmerksamkeit schenken möchtest.)
Ihr schreibt in anderen (!) Artikel zutreffend die Zusammenhänge von Temperatur, Niederschlag, Verdunstung usw. – das ist gut! In diesem (!) Artikel sind folgende Punkt nicht gut:
1. „Es hat nicht zu wenig Wasser, weil es warm ist, sondern es gibt kein Wasser, weil es nicht geregnet hat.“
Damit fangt ihr den Artikel an – und diese Aussage ist so schlicht FALSCH! Die Verdunstung wird hier einfach komplett ignoriert – und genau das ist ein „Markenzeichen“ von Kachelmann und schlicht höchst unseriös.
2. Wieso sollte ein trockenes Flussbett in die Irre führen, wenn damit eine Hitzewelle dargestellt wird? Es ist doch eben genau ein Ergebnis (auch) der großen Hitze und der damit verbundenen hohen Verdunstung, wie es Kunz erläutert! Findest du ein Bild der Sahara stellvertretend für hohe Temperaturen auch irreführend?
3. „Medienhäuser zeigen uns immer irgendwie diese trockenen Flussbetten und behaupten dann, das sei die Hitzewelle“, sagt Kachelmann. Hitze und Dürre sind aber zwei verschiedene Phänomene: Hitze ist eine Frage der Lufttemperatur, Dürre eine Frage des ausgebliebenen Regens.
DAS IST FALSCH Dürre ist eine Frage der Verdungstungsrate und diese wird MAßGEBLICH von der Lufttemperatur mitbestimmt. Es ist also nicht nur ausbleibender Regen, der zu Dürre führt, auch dies wird durch Kunz verständlich erläutert!
4. Zu „Smokey Bear“ empfehle ich beispielsweise folgenden Arikel:
https://sutherlandinstitute.org/smokey-bear-hes-got-wrong/
5. Kachelmanns „Berechnungen“ zum Kohlendioxidgehalt und zur Luftfeuchtigkeit in Räumen sind frei erfunden/gefälscht. Das könntest du schnell und leicht mit einem der vielen im Internet verfügbaren Modellrechner nachvollziehen. Kachelmanns Behauptung, er würde regelmäßig von Rettern hören, die in Wohnungen mit „klatschnassen Wänden“ tote Menschen finden würden, entbehrt JEDER Grundlage und ist an Absurdität kaum zu übertreffen!
Ich halte dich wirklich für einen guten/cleveren Menschen, und genau deshalb bin ich zuversichtlich, dass du – sofern du die Muße dazu aufbringen möchtest – bei der genaueren Analyse sowohl der Person Kachelmann als auch seiner inhaltlichen Positionen zu dem Ergebnis gelangen würdest, dass man diesem Menschen wirklich keine Plattform bieten sollte und ihn vor allem nicht als seriösen Wissenschaftler „adeln“ sollte.
Kachelmann ist KEIN Wissenschaftler und auch kein seriöser Mensch. Er ist ein Lügner und Pöbler der unangenehmsten Art.
Und solltest du diesen schon sieben Jahre alten Artikel von Stefan Rahmstorf (den kennst du vermutlich …) noch nicht kennen, dann empfehle ich dir, ihn zu lesen:
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/hitze-braende-kachelmann/
Noch ein (letzter?) Nachtrag: https://web.de/magazine/panorama/wetter/dwd-meteorologe-ordnet-kachelmann-aussagen-42625872
Das also sagt ein ECHTER Meteorologe zu dem Scharlatan/Hochstapler …