Grüne Katastrophe? Ein Wutbürger gegen Harms, Fichtner und die Physik

KLIMAPOLITIK · 4. SEPTEMBER 2026

Grüne Katastrophe? Warum die Pseudorechnungen eines Wutbürgers an der Realität scheitern

Ein Leser schickt mehr als 400 Redaktionen ein Pamphlet gegen die Transformation und gegen T-Online-Chefredakteur Florian Harms. Vor fünf Monaten prophezeite derselbe Absender das Ende des Elektroautos. Zeit für eine Gegenrechnung.


VON MARTIN JENDRISCHIK · 14 Min. Lesezeit LESEN


Als Chefredakteur von CleanThinking.de, einem kleinen, fachlich orientierten Online-Medium, kann ich nur ahnen, wie viel Wut, Empörung und sogar Drohungen Redakteure von Süddeutsche Zeitung, DIE WELT oder DER SPIEGEL jede Woche bekommen. Denn seit Jahren untergraben (rechts-)extreme Akteure die Institutionen des Staates, zu denen auch die Medien im weiteren Sinne gehören. Persönliche Anfeindungen, Morddrohungen, wütende Meinungsäußerungen sind dabei an der Tagesordnung.

Manchmal, so etwa einmal pro Woche, erreicht auch uns als CleanThinking.de ein solches Schreiben, das wir dann gelegentlich über einen Faktencheck analysieren, wie wir es beispielsweise beim Thema Klimaschwindel getan haben.

Jetzt, Anfang September, hat ein wütender Bürger ein sechsseitiges Schreiben an einen Verteiler aus mehr als 400 Redaktionsadressen geschickt, in dem er im Grunde dazu aufruft, die gesamte ökologische, grüne oder große Transformation zu beenden. „Die Grünen haben den Staat zombifiziert“, so der Bürger. Die Transformation - er zählt sie als 'Wenden' von Klima über Energie bis Wärme auf - entspringe grüner Ideologie, sei nicht finanzierbar und bringe außerdem gar nichts im Hinblick auf die Bekämpfung des Klimawandels.

Er behauptet, die Grünen hätten mit dieser politischen Ideologie das Land in Richtung Zerstörung geführt. Konkret könne man das am kommenden Sonntag, 6. September, ab 18 Uhr im Fernsehen beobachten. Was er meint: Der Erfolg der AfD - die der Protagonist als 'dümmste Partei' bezeichnet - in Sachsen-Anhalt, sei der Beginn der Zerstörung des Landes. Seine These: Man könne die AfD nur wieder klein machen, wenn man zuvor die Grünen kleinmache.

Erste Runde: Das Elektroauto ist ein Flop

Dieses Schreiben ist besonders interessant, weil es eine Vorgeschichte hat. Gut fünf Monate zuvor, am 9. April 2026, schrieb der gleiche Protagonist an den mutmaßlich gleichen E-Mail-Verteiler aus 400 Redaktionsadressen, also etwa Redakteure von WirtschaftsWoche, Handelsblatt, NZZ oder dem Stern, und behauptete, das Elektroauto werde sich nicht durchsetzen. Um das zu untermauern, hängte er insgesamt drei Artikel aus seiner Feder an.

Der berühmte Kodak-Effekt, also das Versäumnis von Weltmarktführern, disruptive Umwälzungen rechtzeitig zu erkennen, trete bei der Elektromobilität nicht auf, so der Bürger in seiner E-Mail. Vielmehr sei die einzige Möglichkeit, von fossilen Brennstoffen wegzukommen, auf synthetische Kraftstoffe zu setzen.

Prof. Christian Kammlott beschreibt im Podcast von Prof. Henrik te Heesen den Kodak-Moment.

In einem seiner Anhänge attackiert der Bürger einen der renommiertesten Batterie-Forscher Deutschlands, Prof. Maximilian Fichtner, und dessen Aussagen zum Hochlauf der Elektromobilität. Die fachliche Expertise zeigt der Forscher Fichtner unter anderem in dieser TerraX-Folge mit Professoren-Kollege Harald Lesch eindrücklich. Trotzdem argumentiert der Leser, der Markt für Elektroautos werde im Jahr 2026 einbrechen, weil China die Förderprogramme gekürzt habe.

Ein Blick auf die Zahlen fünf Monate später verrät: Das ist nicht eingetreten. Global stieg der Anteil der Autos mit Stecker, also batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride zusammengerechnet, an den Neuwagenverkäufen laut Internationaler Energieagentur von rund fünf Prozent im Jahr 2020 auf 25 Prozent im Jahr 2025, mehr als 20 Millionen verkaufte Elektroautos in einem Jahr - getrieben insbesondere von der Nachfrage nach New Energy Vehicles in China.

Es ist auch logisch, denn es ist eine disruptive Innovation, die - wie es auch Tony Seba vor zehn Jahren bereits dokumentiert hat - entlang einer S-Kurve im Kern exponentiell wächst. Man spricht auch von logistischem Wachstum. Bedeutet also: in etwa 5 oder 6 Jahren wird es bei den Neufahrzeugen zum Beispiel in Deutschland kaum noch Verbrenner geben. Das zeigt: das Elektroauto setzt sich ganz offensichtlich entgegen der Meinung unseres wütenden Bürgers durch.

Die Produktionskapazitäten, die in China durch die technologische Disruption bzw. die Lernkurve und den finanziellen Anschub des Staates entstanden sind, nutzt China nun gezielt als Industriepolitik. Einer der Hauptabnehmer? Europa und Deutschland, wie diese Zahlen für BYD oder Leapmotor zeigen.

Passend zu dieser Debatte gab es diese Woche den Streit um das TUM-Whitepaper, das durch den Präsident der TU München sowie Ministerpräsident Markus Söder und Peter Tiede als Redakteur für die Bild am Sonntag umgedeutet wurde. Söder befand, es brauche jetzt in Brüssel das „echte Aus vom Verbrenner-Aus“. Dabei zeigt das Whitepaper vor allem eines: Autos mit Elektromotor sind gegenüber ihren Pendants mit Verbrennungsmotor deutlich überlegen.

Selbst unter Einbeziehung älterer Studien liegt der Emissionsvorteil bei 41 Prozent - die lokale Emissionsfreiheit der Elektroautos hat darüber hinaus positive Gesundheitseffekte. Und: Nur das E-Auto ist prädestiniert für bidirektionales Laden und autonomes Fahren - und somit die direkte Kopplung mit dem Stromnetz, wenn es nur herumsteht. So können aus Stehzeugen endlich Fahrzeuge oder besser Nutzzeuge werden, die immer systemdienlich sind.

Es gibt also gute Gründe, weshalb kein Redakteur auf die Ansätze des wütenden Bürgers reagiert hat, obwohl seine Texte durchaus sachbezogen waren. Wir hatten ihm zwei Mal geantwortet mit einigen Gegenargumenten und ihm geschrieben, dass es in Deutschland Gesetze gibt, gegen die man verstößt, wenn man mehr als 400 Adressen in das CC-Feld einer E-Mail packt. Ergebnis? Fünf Monate später hat er es wieder getan.

Zweite Runde: Die grüne Katastrophe

War die erste Runde der Leser-Wut überwiegend sachlich formuliert, hat sich das in der zweiten Aussendung maßgeblich gewandelt. Im Mittelpunkt des Wutausbruchs: Florian Harms, der Chefredakteur, der für T-Online unter dem Titel "Es geht zu Ende„ über den Klimawandel und die Marshall-Inseln geschrieben hat. Behauptung des Lesers: “Wir werden nicht in einer Klimakatastrophe versinken und die Marshall-Inseln auch nicht."

Grundtenor: Alle würden höhere Temperaturen durch den menschengemachten Klimawandel als angenehm empfinden. "Vielleicht ist Ihnen ja schon einmal aufgefallen, dass die meisten Menschen ihren Urlaub lieber im warmen Süden als im kühlen Norden verbringen", so der wutschnaubende Bürger.

Erinnert sei an dieser Stelle an 14.000 Hitzetote allein in Deutschland, 500 Millionen Euro wirtschaftlicher Schaden pro Hitzetag und an Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der seinen Surf-Urlaub an Frankreichs Atlantikküste wegen Waldbränden abbrechen musste - und wir stehen erst bei einer globalen Erderhitzung von 1,4 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Und dann geht es so richtig los: Neben dem PIK und Florian Harms wird vor allem eine „kleine aggressive grüne Minderheit“ für den angeblich bevorstehenden Untergang des Landes verantwortlich gemacht. Diese sei dem „esoterischen Glauben“ verfallen und würde sich mit „Physik, Mathematik und Ökonomie“ gar nicht erst befassen. Auch Harms schildere dieses „fatale grüne Glaubensbekenntnis“ und die „markante grüne Selbstüberhöhung und Selbstüberschätzung“ in seinem Artikel. Die Forschungsinstitute hätten in der grünen Nachfrage einen „lukrativen Markt“ gefunden und lieferten „bedarfsgerecht produzierte Halbwahrheiten“, die Harms dann medial verbreite.

Und dann driftet der Autor ins verschwörungstheoretische Milieu ab: "Keines Ihrer Worte in ihrem Meinungsbeitrag hat deshalb etwas mit der Realität zu tun. Dazu gleich noch mehr. Aber die grüne Glaubensgemeinschaft hat es geschafft, nahezu alle Medien und alle Universitäten, sowie den weit überwiegenden Teil von Politik und Verwaltung zu unterwandern und ihnen dadurch ihren Willen aufzuzwingen." Braucht dies weitere Kommentare?

Um es klar zu sagen: Die Aussagen von Florian Harms zur zeitlich begrenzten Zukunft der Marshall-Inseln, über Europas Erderhitzung (Europa heizt sich rasant auf; Dürren, Hitze und Waldbrände nehmen zu) sowie zu den Kosten der Transformation, die durch abwartende Politik ins Unermessliche steigen werden, sind die Wiedergabe des Standes der wissenschaftlichen Forschung rund um Klimawandel, Erderhitzung und Transformation. Die Versuche des wütenden Lesers, Gegenrechnungen aufzumachen, scheitern bereits im Ansatz.

Die Gegenrechnung: Meeresspiegel, Hitzetote, Waldbrände

Beispiel Meeresspiegel. Der Leser rechnet selbst nach, wie er betont, und kommt auf einen globalen Anstieg von 0,9 Millimetern pro Jahr, 6,6 Zentimeter bis 2100, für die Marshall-Inseln gar nur fünf Zentimeter. Der Weltklimarat IPCC misst für den Zeitraum 2006 bis 2018 rund 3,7 Millimeter pro Jahr, Tendenz steigend, und erwartet bis 2100 je nach Emissionspfad zwischen etwa 30 Zentimetern und einem Meter. Der Leser liegt also um den Faktor vier daneben, und zwar nicht bei einer Prognose, sondern bei einem Messwert.

Sein Kunstgriff dabei: Er beruft sich auf einen realen geophysikalischen Effekt, die Verformung des Meeresbodens unter der zusätzlichen Wasserlast, und rechnet damit den Anstieg pauschal auf 18 Prozent herunter. Die Fingerprint-Forschung, auf die er sich damit bezieht, sagt aber etwas anderes: In der Nähe schmelzender Eisschilde fällt der Anstieg geringer aus, weit entfernt davon höher als der globale Mittelwert. Der tropische Pazifik mit den Marshall-Inseln liegt so weit von Grönland und der Antarktis entfernt wie kaum eine andere Region. Der Effekt, den der Leser als Entwarnung präsentiert, verschärft für die Marshall-Inseln die Lage.

Beispiel Hitzetote. Das Robert Koch-Institut, so der Leser, verschweige die „zwangsläufige Untersterblichkeit“ nach Hitzewellen, in der Jahresbilanz bleibe nichts übrig. Den Effekt gibt es, er heißt in der Epidemiologie Mortalitätsverschiebung, und er ist seit Jahrzehnten Teil jeder seriösen Schätzung. Die Übersterblichkeit bleibt trotzdem messbar, in Deutschland wie in jeder europäischen Hitzestudie. Wer das als Erfindung abtut, relativiert die Todesfälle alter, kranker und alleinlebender Menschen mit einer statistischen Spitzfindigkeit.

Beispiel Waldbrände. "Der größte Waldbrand in der Nachkriegszeit in Deutschland fand nicht dieses Jahr im Hürtgenwald, sondern vor 50 Jahren in der Südheide und im Wendland statt", schreibt der Leser. Das stimmt, und niemand hat das Gegenteil behauptet. Der Brand bei Hürtgenwald war nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul der größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Der Leser ersetzt eine regionale, korrekte Aussage durch eine bundesweite, die keiner aufgestellt hat, widerlegt diese mit einem richtigen Fakt und tut so, als wäre damit etwas entkräftet. Dass auch dieser Brand in den Zusammenhang von Hitze und Dürre gehört, haben wir im Faktencheck zu Merz und Brechtken gezeigt.

Beispiel Norddeutschland. "In meiner Region in Norddeutschland sind keine Flüsse zu Rinnsalen geworden, keine Felder verdorrt und keine Wälder abgebrannt„, schreibt er, und räumt im übernächsten Satz ein: “Das mag im Süden anders sein." Das ist das Erkenntnisprinzip des ganzen Schreibens: Was er vor der Haustür nicht sieht, existiert nicht, und was Forschungsinstitute wie das PIK mit Messreihen über Jahrzehnte belegen, gilt erst recht nicht. Der europaweite Hitze- und Dürrebefund des Copernicus-Dienstes kommt in seinem Text nicht vor.

Was er stattdessen vorschlägt: eine Treppe

Und die Alternative? Alle „grünen Wendevorhaben“ sofort stoppen, weil sie angeblich 13 Billionen Euro kosten. Die Zahl schreibt er dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages zu, ohne Fundstelle, Zeitraum oder Methode zu nennen. Stattdessen empfiehlt er "die Biotreppe, ergänzt um eine synthetische Treppe".

Erklärt wird das im Schreiben nicht, aber es lässt sich entschlüsseln: Gemeint sind zwei Instrumente aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz von Katharina Reiche und Verena Hubertz. Die Biotreppe ist der Stufenpfad für den Pflichtanteil klimafreundlicher Brennstoffe in neu eingebauten Gas- und Ölheizungen, die „synthetische Treppe“ ist die Grüngasquote, die Versorger zur Beimischung synthetischer Gase verpflichtet. Beides steht bereits im Gesetz, gehört also zu genau den „Wendevorhaben“, die er stoppen will.

Und beides gilt Fachleuten als teure Scheinlösung: Eine Fraunhofer-Studie kommt zum Ergebnis, dass die Gasnetze auch mit Biotreppe bis 2045 stillgelegt werden müssen, und wer heute eine Gasheizung einbaut, zahlt am Ende die Rechnung. Für alle anderen Sektoren setzt er auf synthetische Kraftstoffe aus Saudi-Arabien, hergestellt mit Solarstrom für einen Cent pro Kilowattstunde, wie er in seinem Bericht von 2024 vorrechnet.

Der Mann, der der gesamten Klimaforschung „bedarfsgerecht produzierte Halbwahrheiten“ vorwirft, hat als eigenen Beitrag also zwei Paragrafen aus einem Gesetz, das er abschaffen will, und eine Importwette auf ein Land, dem er im selben Bericht die Monopolmacht über die Welt prophezeit.

Das ist kein Einzelfall, das ist ein Muster. Die Forschung nennt es Verzögerungsdiskurs: Der Klimawandel wird nicht mehr geleugnet, dafür werden die Folgen kleingerechnet, die Lösungen für unbezahlbar erklärt und die Verantwortung auf alle verteilt, bis sie niemand mehr trägt. Alle drei Muster stehen in diesem Schreiben, bis hin zum Satz, nahezu alle Menschen der Welt trügen „die gleiche Verantwortung für den Klimawandel“, die Bewohner der Marshall-Inseln eingeschlossen.

Wahlsonntag: Es reicht - ganz ohne grüne Katastrophe

Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt. Der Leser kündigt den Abend als „ersten Akt“ der Katastrophe an, die er den Grünen anlastet, einer Partei, die im Bund seit anderthalb Jahren in der Opposition sitzt. Seine Logik, erst müssten die Grünen schrumpfen, dann schrumpfe die AfD von allein, ist exakt die Logik, mit der die Union seit Jahren versucht, die AfD kleinzuhalten. Was diese Strategie gebracht hat, ist am Sonntag ab 18 Uhr zu besichtigen.

Wer wie der Leser fordert, die Transformation zu stoppen, dem antworten wir mit dem Gegenteil. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen rechnet im Overshoot-Report vor, dass das verbleibende CO2-Budget für 1,5 Grad bei heutigem Ausstoß noch rund drei Jahre reicht. Die Frage lautet längst, wie schnell die Welt unter zwei Grad zurückkommt. Das entscheidet sich an der Geschwindigkeit, mit der disruptive Technologien den fossilen Bestand ersetzen. Tony Seba und seine Denkfabrik RethinkX haben sie bereits 2021 im Report Rethinking Climate Change benannt: acht Technologien, die bis 2035 rund 90 Prozent der Emissionen einsparen können, wenn man sie lässt.

Keine dieser acht Technologien ist grüne Ideologie. Alle acht sind Industrien, in denen gerade entschieden wird, wer in zehn Jahren noch Weltmarktführer ist. Und alle acht sind marktgetrieben: Sie setzen sich durch, weil sie mit jeder Verdopplung der Stückzahl billiger werden, nicht weil ein Ministerium es anordnet. Es ist dieselbe Erfahrungskurve, die das Elektroauto in fünf Jahren von fünf auf 25 Prozent Weltmarktanteil gebracht hat.

Damit erledigt sich auch das Argument, das alles sei nicht finanzierbar. Was es braucht, ist der politische Wille, die Rahmenbedingungen richtig zu setzen. Allein die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland beziffert das Umweltbundesamt auf mehr als 65 Milliarden Euro pro Jahr, vom Dienstwagenprivileg über das Dieselprivileg bis zur Kerosinsteuerbefreiung. Wer die streicht, hat Jahr für Jahr das Geld, um diesen Technologien den Weg in den Markt freizuräumen.

Die Erfahrungskurve erledigt den Rest, so wie sie es beim Elektroauto gerade vorführt. Das ist der Weg, den größten Teil des Klimaproblems zu lösen. Nicht synthetische Kraftstoffe aus Saudi-Arabien und keine Biotreppe für Gasheizungen an Netzen, die 2045 stillgelegt werden.

Die Aufgabe der Politik in Berlin und Brüssel ist deshalb, diese Technologien zu entfesseln statt sie zu bremsen: das Verbrenner-Aus 2035 halten statt es aufzuweichen, Netze und Speicher ausbauen, ein Tempolimit einführen, das nichts kostet und sofort wirkt, und Deutschland auf das Tempo bringen, das die Disruption vorgibt. Wer das grüne Ideologie nennt, hat das Smartphone 2010 auch für eine Mode gehalten.

Florian Harms hat in seinem Tagesanbruch aufgeschrieben, was die Wissenschaft seit Jahren sagt. Dafür bekommt er Post, in der von „Sekten“, „Scharlatanen“ und „Erpressung“ die Rede ist, verschickt an mehr als 400 Redaktionen, die sich das nicht bestellt haben. Er ist damit in guter Gesellschaft.

Es reicht. Es droht keine grüne Katastrophe. Mit dem Geschwurbel, mit den Pseudorechnungen, mit der Verachtung für alle, die anders denken als der Absender. Wer die saubere Zukunft gestalten will, hat Besseres zu tun, als sich von Menschen aufhalten zu lassen, die sie nur verhindern wollen.

QUELLEN

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  1. T-Online, Florian Harms: Es geht zu Ende, 21. August 2026.
  2. Schreiben des Lesers: Die Grünen Katastrophe (September 2026), Von der Zukunft zum Flop (Februar 2026), Sinkende Beliebtheit von Autos mit Elektromotor (März 2026), Armut und Gefährdung durch EU Verbrenner-Aus (Juli 2024). Als PDF im Artikel eingebettet.
  3. IEA: Global EV Outlook 2026, Trends in electric cars, 2026.
  4. IPCC: Sixth Assessment Report, Working Group I, Summary for Policymakers, 2021.
  5. RethinkX, Arbib/Dorr/Seba: Rethinking Climate Change, August 2021.
  6. Prof. Dr. Christian Kammlott (Umwelt-Campus Birkenfeld): Podcast-Folge zum Kodak-Moment, ab Minute 8:11.
  7. ZDF heute: RKI-Zahlen zu Hitzetoten.
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