Klimawandel aktuell: Der Klima-Ticker von Cleanthinking

11. Oktober 2026: Klimasensitivität liegt bei rund drei Grad

Bei einer Verdopplung des CO₂-Gehalts erwärmt sich die Erde langfristig um rund drei Grad. Mit 427 ppm im Jahr 2025 liegt die Luft bereits mehr als auf halbem Weg zu den rund 556 ppm. Mehr dazu: Die Erde erwärmt sich bei doppeltem CO₂ um rund drei Grad.

8. Oktober 2026: Rund 30 Staaten fordern vor COP31 Abkehr von Fossilen

Rund 30 Staaten, darunter Frankreich, Indien und die Emirate, haben auf Fidschi die Taku-Pakasoa-Erklärung angenommen. Sie bekräftigen den Dubai-Beschluss, die Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen. Mehr dazu: Frankreich, Indien und die Emirate stellen sich hinter Tuvalus Klimaerklärung.

6. Oktober 2026: Meeresspiegel steigt so schnell wie seit 3.000 Jahren nicht

Der globale Meeresspiegel lag 2018 rund 20 Zentimeter höher als 1901. Der jährliche Anstieg wuchs laut IPCC von 1,3 Millimeter (1901 bis 1971) auf 3,7 Millimeter (2006 bis 2018). Mehr dazu: Die Ozeane steigen so schnell wie in keinem Jahrhundert der letzten 3.000 Jahre.


4. Oktober 2026: Klimapläne führen noch zu 2,3 bis 2,5 Grad

Mit den Klimaplänen, die bis Herbst 2025 eingereicht waren, steuert die Welt auf 2,3 bis 2,5 Grad Erwärmung bis 2100 zu. 2015 waren es laut UN-Umweltprogramm noch rund 3,4 Grad, für 1,5 Grad reicht es weiterhin nicht. Mehr dazu: Warum im Pariser Klimaabkommen jedes Zehntelgrad zählt.

1. Oktober 2026: Rekordregen in Südfrankreich über rekordwarmem Mittelmeer

Im Süden Frankreichs fielen örtlich bis zu 387 Liter Regen pro Quadratmeter über einem rekordwarmen Mittelmeer. Intensive Regenepisoden wurden dort zwischen 1961 und 2025 um 50 Prozent häufiger, der Copernicus-Meeresdienst meldete zugleich einen Wärmerekord in den Ozeanen. Mehr dazu: Montpellier steht nach Rekordregen unter Wasser.

1. Oktober 2026: Wälder und Böden puffern CO₂ weniger verlässlich

Die CO₂-Aufnahme von Wäldern und Böden stagniert seit der Jahrtausendwende, sieben von neun planetaren Grenzen sind laut Planetary Health Check 2026 überschritten. Die PIK-Forscher Sakschewski und Donges halten die Erdsystemmodelle für zu optimistisch, das CO₂-Restbudget wäre dann kleiner als angenommen. Mehr dazu: Wälder und Böden puffern den Klimawandel weniger verlässlich als bisher.

29. September 2026: Verfassungsbeschwerde gegen Heizungsgesetz wegen CO₂-Restbudget

Das Gebäudemodernisierungsgesetz streicht das Betriebsverbot für fossile Heizkessel ab 2045 und erlaubt dauerhaft bis zu 40 Prozent fossilen Brennstoff, die Deutsche Umwelthilfe klagt deshalb mit vier Mieter*innen in einer 139-seitigen Verfassungsbeschwerde. Die Mehremissionen des Gesetzes verbrauchen nach ihrer Rechnung rund zehn Prozent des verbleibenden CO₂-Restbudgets. Mehr dazu: Vier Mieter ziehen gegen Reiches Heizungsgesetz (GModG) nach Karlsruhe.

27. September 2026: Reichstes Prozent verursacht ein Fünftel der Erwärmung

Das reichste Prozent der Welt hat laut einer Studie in Nature Climate Change 20 Prozent der Erderwärmung seit 1990 verursacht, Greenpeace fordert deshalb eine ökologische Vermögensteuer von zwei Prozent ab 100 Millionen Euro. Mehr dazu: Superreiche mit fossilen Beteiligungen sollen einen Klima-Malus tragen.

26. September 2026: Rekord-Tagestemperaturen an über 30 Tagen in Folge

An mehr als 30 Tagen in Folge lag die globale Tagesmitteltemperatur über allen bisherigen Höchstwerten, in Deutschland starben laut RKI-Schätzung mehr als 16.000 Menschen an den Hitzefolgen des Sommers. Mehr dazu: Extremwetterkongress: Fachleute ringen um Gehör.

26. September 2026: Welt verbrennt Rekordmenge Kohle trotz sinkendem CO₂

Die weltweite Kohlenachfrage steigt 2026 auf ein Rekordhoch von 8,94 Milliarden Tonnen, dennoch sinken die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien laut Carbon Brief um rund 0,5 Prozent. Mehr dazu: Die Welt verbrennt mehr Kohle und stößt trotzdem weniger CO2 aus.

26. September 2026: EEG-Novelle gefährdet Deutschlands 80-Prozent-Ziel 2030

Von 55 auf 80 Prozent Ökostromanteil bis 2030 verlangt eine Verdopplung des bisherigen Ausbautempos, doch Wirtschaftsministerin Reiches EEG-Novelle verteuert genau diesen Ausbau. Mehr dazu: Reiche sabotiert, was Schneider der UN verspricht.

25. September 2026: Wenige Flüge heizen mit Kondensstreifen die Erde auf

Zwei bis drei Prozent aller Flüge verursachen 80 Prozent der Erwärmung durch Kondensstreifen, ihre Vermeidung könnte die Luftfahrt-Erwärmung um zehn Jahre verschieben. Mehr dazu: Wenige Flüge verursachen 80 Prozent der Kondensstreifen-Wärme.

24. September 2026: El Niño könnte 451 Milliarden Dollar kosten

Allianz Research beziffert die weltweiten Kosten eines sehr starken El Niño 2027 auf 451 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung, für Deutschland auf rund 5,5 Milliarden Euro. Mehr dazu: 451 Milliarden Dollar: Klimaökonomen setzen gegen El Niño auf Vorsorge.

24. September 2026: Zehn Länder tragen die größte Sturmgefahr

Der Meeresspiegel an Nord- und Ostsee liegt bereits mehr als 20 Zentimeter höher als 1900, zeigt der Weltrisikobericht 2026 zum Sturmrisiko. Mehr dazu: Zehn Länder tragen den Großteil der weltweiten Sturmgefahr.

23. September 2026: Deutschland legt Fahrplan für fossilen Ausstieg vor

Fast 65 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs stammten 2024 aus fossilen Energieträgern, das Kabinett will bis 2045 komplett aussteigen. Mehr dazu: Deutschland legt Fahrplan für den Abschied von Kohle, Öl und Gas vor.

23. September 2026: Deutschland fehlt im Sommer das Wasser

Deutschland stehen im Mittel der vergangenen 30 Jahre rund 17 Milliarden Kubikmeter weniger Wasser zur Verfügung als 1961 bis 1990, zeigt ein Faktenpapier des Deutschen Wetterdienstes zum Extremwetterkongress. Mehr dazu: Extremwetterkongress: Deutschland fehlt im Sommer das Wasser.

22. September 2026: Kalifornien ruft wegen El Niño den Notstand aus

Gouverneur Newsom rief den Notstand aus, nachdem die NOAA die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El Niño auf über 90 Prozent beziffert hat. Mehr dazu: Kalifornien wappnet sich gegen einen sehr starken El Niño.

18. September 2026: 13 von 14 Modellen sehen Rekord-El-Niño

Die September-Modellläufe sehen den El Niño bei rund 4,1 Grad Abweichung in der Niño-3.4-Region gipfeln, 1,3 Grad über dem Rekord von 2015/16. 13 von 14 Modellen liegen damit über jedem je gemessenen Ereignis. Mehr dazu: 13 von 14 Klimamodellen sehen El Niño auf Rekordkurs.

17. September 2026: Klimawandel schwächte den Hang am Langtang Lirung

Am 26. August 2026 stürzten am Langtang Lirung in Nepal rund 110 Millionen Kubikmeter Fels und Eis über 1.400 Höhenmeter ab, mehr als 1.300 Menschen starben. Eine Studie ordnet ein, welchen Anteil der Klimawandel an der Destabilisierung der Felswand hatte. Mehr dazu: Klimawandel im Himalaya: Was die Studie zur Katastrophe in Nepal zeigt.

16. September 2026: Grönland und Antarktis verlieren 11 Billionen Tonnen

Grönland und die Antarktis haben in fünf Jahrzehnten 11 Billionen Tonnen Eis verloren, das hebt den Meeresspiegel um drei Zentimeter. 84 Prozent des Verlusts gehen nicht auf Schmelze zurück, sondern auf Gletscher, die immer schneller ins Meer fließen. Mehr dazu: Eisverlust lässt den Meeresspiegel um drei Zentimeter steigen.

15. September 2026: Overshoot-Report rechnet Vermeidung gegen Entnahme

Alle Aufforstungsprojekte der Welt zusammen holen 2,2 Milliarden Tonnen CO₂ im Jahr aus der Luft, die Menschheit stößt rund 40 Milliarden Tonnen aus. Vermeidung zu Kosten bis 200 Dollar je Tonne könnte dagegen 41 Milliarden Tonnen pro Jahr bis 2035 einsparen. Mehr dazu: Kemfert, Höhne und Latif prüfen die WELT-Deutung des Overshoot-Reports.

15. September 2026: Europas Brandfläche verdreifacht sich bei 3,6 Grad

Bei ungebremsten Emissionen brennen in Europa bis 2100 jährlich 192 Prozent mehr Fläche als heute, statt 1,8 Millionen Hektar dann 5,3 Millionen. Selbst bei 1,8 Grad Erwärmung wächst die Waldbrandfläche um 39 Prozent. Mehr dazu: Europas Brandfläche steigt bei 3,6 Grad auf fast das Dreifache.

14. September 2026: Weltbank streicht ihre 45-Prozent-Klimaquote

Die Weltbank zieht ihre Quote zurück, nach der 45 Prozent ihrer Finanzierung an Projekte mit Klima-Zusatznutzen gehen sollten. Unter US-Druck prüfen mit IDB und ADB zwei weitere Entwicklungsbanken denselben Schritt, ihr gemeinsamer Beitrag zur Klimafinanzierung lag 2025 bei 103 Milliarden Dollar. Mehr dazu: Weltbank kippt ihre Klimaquote.

7. September 2026: Chinas Ölimporte brechen um 32 Prozent ein

Chinas Ölimporte fielen im zweiten Quartal 2026 laut CREA-Analyse für Carbon Brief um 32 Prozent, der gesamte Ölverbrauch sank um 9 Prozent. Sinopec, Chinas größter Ölkonzern, hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Ölverbrauch bereits 2025 seinen Höhepunkt erreicht hat, fünf Jahre früher als offiziell geplant. Mehr dazu: Sinopec räumt ein: China hat den Öl-Höhepunkt hinter sich.

9. September 2026: PIK schlägt Klimafonds für Drittstaaten vor

Fünf der 90 Prozentpunkte des EU-Klimaziels 2040 dürfen laut EU-Klimagesetz außerhalb Europas erreicht werden. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung schlägt dafür leistungsbezogene „Jurisdictional Reward Funds” vor, die 62 Prozent der Mittel in den Kohleausstieg und 32 Prozent in die Reduktion von Öl- und Gasförderung lenken sollen. Mehr dazu: Jurisdictional Reward Funds: PIK-Plan für Klimaschutz jenseits der EU-Grenzen.

10. September 2026: El Niño Chance auf historisches Ereignis steigt auf 75 Prozent

Die Wahrscheinlichkeit für ein historisches El-Niño-Ereignis, stärker als jedes seit 1950, ist laut NOAA-Klimazentrum binnen eines Monats von 69 auf 75 Prozent gestiegen. Der Messwert im Gebiet Niño-3.4 kletterte im selben Zeitraum von 1,4 auf 1,8 Grad. Mehr dazu: El Niño: 75 Prozent Chance auf historisches Ereignis.

10. September 2026: August 2026 ist der heißeste Monat seit Messbeginn

Der August 2026 war laut Copernicus Climate Change Service der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1940, mit einer globalen Mitteltemperatur von 16,96 Grad, das sind 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau. In Deutschland starben rund 16.300 Menschen an den Hitzefolgen. Mehr dazu: Klimakrise: Kein Monat war jemals heißer als der August 2026.

4. September 2026: Deutschland verfehlt sein Klimaziel 2026 wohl erstmals

Deutschland stieß im ersten Halbjahr 2026 rund 327 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent aus, nur zwei Prozent weniger als im Vorjahr, zeigt eine Agora-Hochrechnung. Hält das Tempo an, kommt der Ausstoß 2026 auf 635 Millionen Tonnen, das gesetzliche Klimaziel erlaubt aber höchstens 625 Millionen Tonnen. Mehr dazu: Deutschland verfehlt sein Klimaziel 2026 wohl zum ersten Mal.

3. September 2026: Fünf Länder erzeugen ihren Strom komplett sauber

Albanien, Bhutan, Nepal, Island und Lesotho deckten 2025 ihren gesamten Strombedarf aus Wind, Wasser und Sonne, 14 weitere Länder kamen auf mindestens 95 Prozent und 64 Länder auf über die Hälfte. Für Stanford-Forscher Mark Jacobson, der die Länderliste am 27. August 2026 veröffentlichte, ist das der Beleg für einen positiven solaren Kipppunkt. Mehr dazu: Solarer Kipppunkt: Fünf Länder laufen zu 100 Prozent sauber.

3. September 2026: WMO erwartet sehr starken El Niño bis 2027

Die Weltwetterorganisation stuft den heraufziehenden El Niño 2026/27 in ihrem Update vom 3. September auf die höchste Skalenstufe „sehr stark“ hoch, mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 100 Prozent. Das Ereignis erreicht seinen Höhepunkt Ende 2026 und wirkt bis mindestens Februar 2027 nach, zusätzlich zur bestehenden Erderhitzung. Mehr dazu: El Niño 2026/27 wird laut WMO sehr stark.

Die Zahl der Nachrichten rund um die Klimakrise ist enorm. Der Klima-Ticker hält den Überblick und bündelt die wichtigsten Fakten, Studien und Entwicklungen an einer Stelle. Schauen Sie regelmäßig vorbei und teilen Sie die Seite, wo sie hilft.

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[…] Auch interessant: Klima-Ticker von Cleanthinking […]

[…] um die Erderwärmung auf der Erde gibt es einen Klima-Ticker bei Cleanthinking, der aktuelle News und Nachrichten zusammenfasst – dabei geht es um globale Auswirkungen, […]

Es wird dabei bleiben: anpassen oder sterben! Das 1,5 Grad Ziel erreichen wir (D) ohnehin nicht, unser Hebel selbst in Europa ist viel zu klein, egal wie viel Industrie abwandert, um woanders um so mehr rauszupusten – zum „Wohle“ der neuen örtlichen Gesellschaft. Wenn nicht global umgehend etwas passiert, werden die „Klima-/Wetterbesonderheiten“ tatsächlich alltäglich. Regionen, die bisher noch glimpflich davon gekommen sind, werden wohl länger durchhalten. Menschen, die sich anpassen können auch. Den Rest regelt die Natur, vor der wir bisher keinen Respekt hatten.

[…] Klima-Ticker: Katastrophale Überschwemmungen | Cleanthinking […]

Danke, auf die Öffenlichen und die Presse kann man nicht zählen.
Die Bevölkerung soll einfach ahnungslos bleiben.

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